22.02.1971

RÜCKSPIEGELZITAT, Der SPIEGEL berichtete ...

Professor Dr. Lutz Mackensen in einer Neuausgabe seines Buches "Die deutsche Sprache unserer Zeit" (Quelle & Meyer Verlag, Heidelberg):
Es gibt einen SPIEGEL-Stil; er ist oft beschrieben worden. Er ist beabsichtigt; darin gleicht er dem der "Bild"-Zeitung. Seine wichtigste Anregung holte er sich von der amerikanischen "Time", dem group journalism mit seinem Verzicht auf alle persönlichen Stilmerkmale der Beiträger, der Information durch narrative "stories von durchschnittlich zwei Spalten, dem Verzicht auf Spalten zugunsten von Rubriken, die indessen nach Inhalt und Beschriftung höchst flexibel gehalten werden und ohne feste Ordnung durcheinander laufen. Der Mitarbeiter soll keinen eigenen Ehrgeiz entfalten; er arbeitet im Team, das heißt, er stimmt der Tatsache zu, daß, was er schrieb, von andern begutachtet und notfalls abgeändert oder umgeschrieben wird. Ja, er weiß, daß fast die Hälfte seiner Bemühungen im Papierkorb landet. Das ist, er weiß auch das, kein Werturteil, sondern Einsicht In die Rangordnung der Aktualitäten. Es wird viel Sorgfalt in jede Nummer eingebracht; aber während die "Bild"-Zeitung versucht, ihre Bemühungen um den sprachlichen Gleichklang ihrer Spalten vor den Leseraugen zu verwischen, spürt man, was der SPIEGEL-Beiträger an Fleiß und Einfällen einbringt, in jeder Zelle.
Der SPIEGEL berichtete ...
... in Nr. 8/1971 MARXISTEN -- KLEINE CHANCE über die Ablehnung der Philosophisch-Historischen Fakultät der Universität Bern, den Marburger marxistischen Philosophen Hans Heinz Holz zu habilitieren, und über die Zurückweisung einer Berufungsliste der Freien Universität Berlin durch Wissenschaftssenator Stein, auf der Holz an zweiter Stelle aufgeführt worden war.
Vorletzten Mittwoch setzte die Philosophische Fakultät der Marburger Philipps-Universität Holz auf die erste Stelle einer Vorschlagsliste für einen seit 1968 unbesetzten Philosophie-Lehrstuhl. Mit dieser Berufung verzichtete die Fakultät darauf, Holz zuvor zu habilitieren. Auf der Liste finden sich auch die Berliner marxistischen Assistenten Friedrich Tomberg und Wolfgang Fritz Haug ("Das Argument").
... in Nr. 7/1971 BUNDESLIGA -- VERSPIELTE MILLIONEN über die mit mehr als zwölf Millionen Mark verschuldeten 18 Klubs in der höchsten deutschen Fußball-Klasse. Die meisten Vereine zahlen seit Jahren weitaus höhere Gehälter und Prämien als vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) erlaubt.
Inzwischen hat der DFB einen neuen, mehrstufigen Gehaltstarif ausgearbeitet, der schon ab nächster Saison wirksam werden soll. Die Bezüge werden kräftig erhöht. Nationalspieler sollen in der Regel weitaus mehr kassieren als Bundesliga-Kicker ohne Länderkampf-Berufung.

DER SPIEGEL 9/1971
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DER SPIEGEL 9/1971
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RÜCKSPIEGEL:
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