12.12.2005

DIPLOMATIEAsiate soll Uno führen

Peking hat mit seiner Forderung, der nächste Uno-Generalsekretär müsse ein Politiker aus Asien sein, das Kandidatenkarussell für die Nachfolge von Kofi Annan Ende kommenden Jahres in Schwung gebracht. Gewählt wird der Uno-Chef zwar von der Vollversammlung, doch ständige Mitglieder im Sicherheitsrat wie China besitzen ein Vorschlagsrecht. Und so kungeln Asiens Diplomaten hinter den Kulissen bereits den chancenreichsten Bewerber aus. Im Gespräch ist Thailands Vizepremier und früherer Außenminister Surakiart Sathirathai, der von der südostasiatischen Staatengemeinschaft Asean unterstützt wird. Auch Russland und China sollen den Juristen favorisieren. Allerdings könnten Frankreich und Großbritannien, gleichfalls ständige Mitglieder des Sicherheitsrats, gegen den Thailänder stimmen, weil Bangkok enge Beziehungen zum burmesischen Militärregime pflegt. Konkurrent des Thailänders ist der Friedensunterhändler Jayantha Dhanapala aus Sri Lanka, der bis 2003 als stellvertretender Uno-Generalsekretär für Entwaffnung zuständig war. Auch Südkorea erwägt einen Bewerber ins Rennen zu schicken - vermutlich Außenminister Ban Ki-Moon. Im Gespräch ist ebenfalls der osttimorische Außenminister José Ramos-Horta, der vor der Uno für die Unabhängigkeit seines Landes gekämpft hat. Sicher dürfte sein, dass nach dem Vorstoß Chinas die Chancen für Bewerber von anderen Kontinenten stark gesunken sind.

DER SPIEGEL 50/2005
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DIPLOMATIE:
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