12.12.2005

TV-SHOWSTurbulenzen um Carreras-Gala

Am Donnerstag läuft im Ersten zum elften Mal die "José Carreras Gala" mit Stars wie Elton John und Liza Minelli, bei der allein im Advent 2004 6,4 Millionen Euro an Spenden eingingen. Doch die Leukämie-Stiftung des Star-Tenors profitiert nicht nur - sie zahlt auch für die Show. So floss laut interner Unterlagen 2004 ein "Produktionskostenzuschuss" in Höhe von 930 000 Euro an die MDR-Tochter MCA. Außerdem trug die Stiftung von Carreras, der einst selbst an Blutkrebs litt, die Kosten für ein Telekom-Callcenter in Höhe von 267 000 Euro. Auch dieses Jahr sind laut Stiftungsgeschäftsführerin Elisabeth Schaetz wieder ein Zuschuss von "ca. 850 000 Euro" sowie die Übernahme von Telekom-Kosten in Höhe von rund 250 000 Euro vereinbart. Zumindest indirekt halten Stiftung und Sender dabei dem Produzenten Hans-Jürgen Kliebenstein die Treue. Kliebenstein, der die Gala fast ein Jahrzehnt mit seiner Firma Filmhaus produzierte, musste im Juli Insolvenz anmelden. Der MDR räumt gar ein, deshalb "mit einer Restsumme" noch Gläubiger von Filmhaus zu sein. Ungeachtet solcher Turbulenzen konnte oder wollte man auf den Pleitier auch dieses Jahr offenbar nicht ganz verzichten. Zwar ging der Produktionsauftrag für die Gala nun an die Berliner Produktionsfirma MME. Als "befristet eingebundener" Produzent agiert jedoch wieder: Kliebenstein.

DER SPIEGEL 50/2005
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