23.11.1970

Ein Stahlrohr-Turm als Minarett

und eine Baracke als Moschee dienen in der hessischen Gemeinde Stadt Allendorf 1090 türkischen Gastarbeitern zur Erfüllung ihrer Glaubenspflicht. Als erster deutscher Industriebetrieb ließ die Eisengießerei Fritz Winter (2900 Beschäftigte) auf Firmengelände ein mohammedanisches Gotteshaus errichten. Die Türken hatten dafür zwei Jahre lang auf den obligaten Betriebsausflug verzichtet und 54 000 Mark ihrer persönlichen Ersparnisse geopfert. Die restlichen 70 000 Mark schoß die Betriebsleitung der Eisengießerei zu. Per Megaphon rufen seit Mitte Oktober je. den Mittag um zwölf Uhr und bei Sonnenuntergang türkische Gießereiarbeiter in der Rolle des Muezzin ihre Glaubensbrüder zum Gebet. Erste Reaktion deutscher Anlieger: Beschwerden über die ungewohnte Ruhestörung.

DER SPIEGEL 48/1970
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