09.10.1948

Stiche

Der Vorsitzende des Militärausschusses im amerikanischen Senat, Chan Gurney, versucht mit groben Sticheleien gegen den UNO-Beschluß von 1946 (Abberufung aller diplomatischen Vertreter aus Spanien) den iberischen Dreiangel in dem westeuropäischen Verteidigungsgewebe zu flicken. Nach seinen Besprechungen mit General Franco und dem spanischen Generalstab wirbt er in Amerika für die Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen zu Franco und für die Einbeziehung Spaniens in die Westeuropa-Union, den Marshallplan und die UNO. Auch an dem militärischen Pacht- und Leihprogramm, das Gurney vorschlägt, soll Spanien beteiligt sein. ("Jeder Feind des Kommunismus ist Amerikas Verbündeter.") Die Iberische Halbinsel wird von US-Strategen als geeignete Operationsbasis für Großbomber und als idealer Nachschubplatz für eine eventuelle europäische Front bezeichnet.
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Die USA gaben bekannt, "zur Zeit" sei keine Aenderung ihrer Politik Spanien gegenüber beabsichtigt. Das Londoner Foreign Office meldet, Großbritanniens Haltung werde sich in keiner Weise ändern, solange Franco Regierungschef in Spanien sei. In Paris führte Außenminister Marshall mit seinen Kollegen Schuman und Bevin Sonderbesprechungen über die Spanienfrage. Eine völlig neue Situation entstand, als die im Exil lebenden spanischen Monarchisten und Republikaner ein gemeinsames Abkommen gegen Franco schlossen. England begrüßte den Pakt.

DER SPIEGEL 41/1948
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