02.03.1950

ENGLANDWenn Attlee noch lebte

(s. Titel)
Clement Attlee zieht weiter an seiner Pfeife, aber sie schmeckt nicht. Winston Churchill hat seine Zigarre in den Pfeifenkopf gesteckt. So sieht der Karikaturist der "Washington Post" das Ergebnis der englischen Wahlen. Sie haben den Sozialisten die bisher kleinste Mehrheit in der parlamentarischen Geschichte Englands im 20. Jahrhundert eingebracht. Attlee und seine Leute sind wieder an der Regierung. Aber regieren können sie nicht.
Etwa 60 der Labour-Abgeordneten sind gleichzeitig Minister oder Unterstaatssekretäre oder in ähnlichen Aemtern. Sie können also nicht bei jeder Abstimmung im Parlament erscheinen. Infolgedessen kann die Regierung immer wieder überstimmt werden. Selbst wenn es um einen Mißtrauensantrag geht - bei einer Niederlage aus anderen Gründen braucht sie nicht zurückzutreten - wird sie nur mit größter Mühe ihre Mehrheit zusammentrommeln können.
Die zweite Regierung Attlee besitzt darum keine Aussicht, irgendeine der umstrittenen Vorlagen durchbringen zu können. Sie wird in wenigen Monaten Neuwahlen ausschreiben müssen, nachdem sie vor allem das Budget, ohne das der Staatsapparat nicht funktionieren kann, verabschiedet hat. Nur der Zeitpunkt steht noch nicht fest.
Das Beinahe-Fiasko der Sozialisten geht auf Konto abgesprungener Mittelstandswähler in Londons Vororten und in den Landstädten. Diese Mittelständler wählten, wenn auch mit halbem Herzen, konservativ, um gegen die hohen Kosten des Wohlfahrtsstaates und gegen die zweite von Labour angekündigte Verstaatlichungs - Rate zu protestieren.
Es war ein seltsames Sammelsurium, was die Sozialisten in ihrer ersten Amtsperiode verstaatlichten: Die Bank von England, die Kohlengruben, die Eisenbahn, den Straßenfernverkehr, die zivile Luftfahrt, die Elektrizitäts- und die Gaswerke und (mit Zeitzündung für den ersten Oktober 1950) die Stahlindustrie.
Das alles entsprach fast wortwörtlich dem kurzen Programm, das Attlee 1937 in seinem Buch "Labourparty im Rückblick"*) aufgestellt hat. In den zweiten fünf Jahren Labour-Herrschaft sollten die Zement- und die Zucker-Industrie, der Fleischgroßhandel, die Wasserwerke und die Gemüsemärkte an die Reihe kommen. Außerdem sollten die kleinen Versicherungsgesellschaften vergemeinsamt, d. h. ins Eigentum der Versicherer übergeführt werden. Von alledem sagte Attlee 1937 nichts.
Als Fernziel sah er zwar in seinem Buch vor, "daß alle wesentlichen Industriezweige
im Besitz der Oeffentlichkeit sein werden". Aber je länger Attlee im Amt war, um so ferner schien das Ziel.
Attlee gehört zum rechten Flügel der Partei, der an das "immer langsam voran" der Gewerkschaftler und der Fabier glaubt. Im Wahlkampf führte Churchill zwar eine Aeußerung an, die Attlee angeblich voriges Jahr gegenüber dem amerikanischen Journalisten Fuston Obisler gemacht habe. Sozialismus, so gab Churchill seines Gegners Worte wieder, bleibe nicht stehen. Er gehe immer weiter, und nichts könne sich zwischen "ein Volk und sein Ziel stellen". Also strebe Attlee nach einem monströsen Staatsmonopol, folgerte Churchill.
Attlee erwiderte, seine damalige Aeußerung sei entstellt wiedergegeben worden. In Wahrheit jedoch unterscheidet sie sich nicht wesentlich von seinem im Druck niedergelegten Fernziel. Churchills Vorwurf saß trotzdem nicht. Attlee hat in seiner Amtszeit deutlich gezeigt, daß er kein Radikaler ist. Die geplante neue Verstaatlichungsaktion bildete nur eine kleine Konfusion in dem kleinen, aber redegewandten und pressestarken linken Labour-Flügel unter Führung des walisischen Heißkopfes Aneurin Bevan. Mit diesem radikalen Flügel haben sich die Sozialisten jetzt selbst hereingelegt.
Wenn Attlee und seine Rechts-Freunde jetzt die linken Flügelmänner fallen ließen, könnten sie zwar einen guten Teil der 2S Millionen, die am 23. Februar liberal wählten, gewinnen, ja vielleicht könnten sie sogar manchen Mitläufer der Konservativen für sich ergattern. Aber dafür würden sie so manchen Sozialisten, der jetzt Appetit auf Fleisch (Großhandel) bekommen hat, zur Stimmenthaltung treiben.
Bevor noch das neue Parlament wieder aufgelöst wird, wird in den Unterhaus-Debatten um die Stimmen der Wähler gekämpft werden. Für diese kommenden Redeschlachten besitzt Labour in Attlee einen Schatz. Er ist kein Volksredner. Aber seine nüchterne Logik, seine pfeilscharfe Ironie können sogar einen Churchill entwaffnen.
Die landläufige Vorstellung in England von dem 67jährigen Attlee ist die eines milden, unbedeutenden Mannes, der hauptsächlich durch Zufall Führer seiner Partei und später Ministerpräsident wurde. Genau so üblich ist es, seine absolute Ehrlichkeit und sein Geschick als Verhandlungsleiter zu preisen.
Alle über ihn umlaufenden Witze zielen auf seine angebliche Unauffälligkeit. Als Attlee 1948 vor Gericht unbekannte Details über die Bestechungsaffäre des Unterstaatssekretärs John Belcher aufdeckte, sagten die Leute: "Dazu wäre es nicht gekommen, wenn Attlee noch leben würde". Knapper noch ist die Geschichte von dem Auto, das vor Downingstreet 10, dem Sitz des Ministerpräsidenten, vorfährt. Es ist ein leeres Taxi. Ihm entsteigt Attlee.
Die Wirklichkeit ist ganz anders. Als Attlee 1945 Ministerpräsident wurde und sein Wochenschau-Bild in den Moskauer Kinos erschien, freuten sich die russischen Zuschauer. "Lenin ohne Bart", sagten sie**). Die hohe Stirn, die breiten Backenknochen, das spitze Kinn erinnerten die Moskauer an den russischen Revolutionsführer. Auch dies Urteil zielt in eine verkehrte Richtung. Minister, die mit Attlee zusammen gearbeitet haben, sehen in ihm den Vollstrecker einer unblutigen Revolution eigener englischer Art. Indem Attlee Indien Burma und Ceylon die Freiheit gab, so meinen sie, gehöre er schon jetzt zu den großen Gestalten der britischen und Weltgeschichte.
So scheu Attlee im Privatleben auch ist, so energisch tritt er in einer Kabinettssitzung auf. Es gibt kaum einen englischen Premier, der so viele Minister hinausgeworfen hat wie er. Er läßt seinen Kabinettskollegen ziemlich freie Hand. Er hat entgegen englischem Brauch viele junge Leute in die Regierung aufgenommen. Aber wenn
sich einer nicht bewährt, muß er gehen. Attlee tröstet nur selten mit einem Sitz im Oberhaus und schenkt einem Entlassenen nicht einmal eine Zigarre, wie es Churchill tat.
Als ein Abgesägter einmal nach dem Grund seiner Entlassung fragte und dabei auf ein freundliches Wort hoffte, sagte Attlee nur: "Tut mir leid, Sie taugen nicht zum Minister."
Clement Richard Attlee, vom Volk kurz "Clem", von seiner Frau "Clemmy" genannt, wurde als viertes von sieben Kindern eines liberalen Rechtsanwaltes in London geboren. Er wurde seltsamerweise an demselben Tage geboren, an dem G. B. Shaw und die Webbs die Fabiergesellschaft gründeten, die der Labour-Party die Ideologie lieferte und noch liefert. Clement kam aus bestem victorianischem Bürgertum. Die Familie war riesengroß. Attlee hat heute noch etwa 60 Vettern und Basen.
Natürlich war die Familie stolz, als sie für Clem und seine Geschwister Miss Hutchinson engagieren konnte. Miss Hutchinson war ja Gouvernante beim Hochadel gewesen, bei Lord Randolph Churchill. Da hatte sie, wie sie erzählte, einen "äußerst eigenwilligen Jungen" erziehen müssen, mit Namen Winston. Aber der war ja acht Jahre älter als Clem und brauchte Miss Hutchinson nicht mehr.
Clement studierte in Oxford. Er entwickelte sich zum überzeugten Konservativen und ließ sich in London als Rechtsanwalt nieder. Aber es fanden sich nur wenig Klienten. Durch halben Zufall kam er eines Tages in einen Jungen-Club in Londons East-End, damals ein unsagbares Elendsviertel. Als Attlee gebeten wurde, etwas von seiner Zeit dem Club zu widmen, sagte er zu. Er hatte ja wenig zu tun.
Was er dort sah, ließ ihn zum Sozialisten werden. "Ich wurde nicht durch die Logik von Marx bekehrt", bekannte er später. "Die meisten von uns wurden zuerst mit ihren Herzen und erst nachher mit ihren Köpfen Sozialisten."
Attlee blieb in East-End, trat der "Independent Labour Party" bei, überwand alle Hemmungen und begann im ganzen Land herum für den Sozialismus zu werben. Aber seine Hauptarbeit konzentrierte sich auf East-End. Dort schmierte er sogar persönlich die Butterbrote, die seine Partei an die Kinder streikender Arbeiter verteilte.
"Die erste Stelle unter allen Faktoren, auf denen die sozialistische Bewegung aufgebaut ist, nimmt die Religion ein," glaubt er. "Die Bibel ist voller revolutionärer Lehren, der Sozialismus ist lebendiger Glaube, in die Tat umgesetzt."
In seiner Jugendzeit wurde Attlee von seiner strengkirchlichen Familie angehalten, sonntags dreimal in die Kirche zu gehen. Noch auf dem Labour-Parteitag 1947 in Margate sahen ihn seine Parteifreunde am Morgen in der Kirche am Pult, wie er der Gemeinde das Bibelkapitel des Tages vorlas.
Schon 1937 warnte er seine Landsleute davor, sich von den Wegen blenden zu lassen, auf denen Deutschland und die Sowjetunion damals gingen. Er sah auf diesen Wegen der totalitären Staaten die Katastrophe voraus. Das war in einer Zeit, als noch viele Sozialisten sich für die Sowjetunion begeisterten. Attlee wollte nichts davon hören. 1939 schloß er zwei der einflußreichsten Parteimitglieder, Sir Stafford Cripps und Aneurin Bevan, aus der Partei aus. Sie hatten in kommunistischen Versammlungen für eine "Volksfront" zwischen Kommunisten und Sozialisten gesprochen.
Attlee blieb 15 Jahre in East-End, nur unterbrochen durch den ersten Weltkrieg. Dabei konnte er viel praktische Erfahrung sammeln.
Das mußte ein hoher Beamter erfahren, der dem Ministerpräsidenten vor einigen Jahren einen Plan zur Kohlenrationierung vorlegte. Attlee lehnte ihn ab. "Sie scheinen anzunehmen", sagte er, "daß jeder im Sommer Hausbrandkohle für den Winter einlagern kann. Die Leute in East-End haben keinen Platz dafür. Sie können ein paar Stücke Kohle unter der Treppe aufbewahren, das ist alles. Als ich dort lebte, hatte ich meine Kohle unter dem Bett. Zuerst kaufte ich einen zu großen Sack ein und mußte auf einer Matratze schlafen, die durch den unter ihr liegenden Sack einen Höcker wie ein Kamel bekam".
Den ersten Weltkrieg machte Attlee in Mesopotamien, auf Gallipoli und in Frankreich mit. Er diente schließlich in einem der wenigen Tankregimenter und wurde zweimal verwundet. Als Major kehrt er zurück - nach East-End.
Dort in East-End - er war inzwischen der erste Labour-Bürgermeister von Stepney geworden - wurde er 1922 als Labour-Kandidat von Limehouse ins Unterhaus gewählt. Seither hat er ständig diesen Wahlbezirk im Parlament vertreten. Im November 1947 konnte er sein 25jähriges Jubiläum als Abgeordneter für Limehouse feiern.
Ebenfalls 1922 lernte er auf einer Fußtour in Italien eine junge Engländerin, Violet Helen Miller, kennen. Sie wurde seine Frau. Bis dahin galt er als eingefleischter Junggeselle.
Der Frieden von Versailles ernüchterte ihn furchtbar. Als er 1919 aufgefordert wurde, einen Werbefeldzug für die Territorialarmee zu unterstützen, lehnte er ab: "Nach vier Jahren aktiven Dienstes ist jedes Ideal, für das ich gekämpft habe, auf der Pariser Friedenskonferenz verraten worden".
Auf Parteiversammlungen vertrat er Anträge auf bedingungslose Abrüstung Englands. Noch Jahre nach Hitlers Machtergreifung stimmte die Partei, deren Führer er geworden war, gegen Rüstungskredite.
Attlees parlamentarische Laufbahn begann als Privatsekretär des damaligen Sozialistenführers Ramsay Macdonald. Besonders weit brachte er es nicht; noch in der Labour-Regierung von 1931 war er nur Generalpostmeister.
Aber in den Wahlen dieses Jahres wurden die Sozialisten vernichtend geschlagen. Attlee, einer der wenigen halbwegs Prominenten, die ihr Mandat behalten hatten, rückte zum stellvertretenden Parteiführer auf. Als George Lansbury 1935 wegen seines unentwegten Pazifismus auf Betreiben Bevins den Parteivorsitz niederlegen mußte, wurde Attlee sein Nachfolger. Er schlug Herbert Morrison und Arthur Greenwood bei der Abstimmung.
Attlee und die Sozialisten blieben in der Opposition, als der zweite Weltkrieg ausbrach. Sie wollten mit Chamberlain, dem Mann von München, nichts gemein haben. In das Kabinett Churchill traten sie jedoch ein.
Das Mandat dazu holte sich Attlee auf einer Parteikonferenz, auf der er sagte: "Wir haben eine Entscheidung nicht nur im Namen unserer eigenen Bewegung zu fällen Wir haben sie zu fällen auch im Namen der Seelen in den Gefängnissen der Tschechoslowakei. Polens, ja auch Deutschlands. Wir haben für die Freiheit des menschlichen Geistes zu kämpfen".
Im Kabinett Churchill wurde er Großsiegelbewahrer und Stellvertreter des Ministerpräsidenten. Wenn Churchill abwesend war, präsidierte er oft im Ministerrat. Einer seiner Kabinettskollegen aus jenen Tagen erzählt: "Wenn Winston den Vorsitz führt, fühlen wir, daß wir uns in der Gegenwart der Geschichte befinden; der Monolog dauert stundenlang, und wir gehen nach Hause, wie von einem Festessen. Wenn Attlee den Vorsitz führt, ist es eine sachliche Konferenz, und wir gehen zum Abendessen nach Hause".
Aus dieser Zeit stammt die Freundschaft zwischen den beiden Zöglingen der Miss Hutchinson. Nach manchen parlamentarischen Debatten sieht man Attlee und Churchill auch jetzt oft im Unterhausrestaurant an einem Tisch behaglich plaudern.
Als Churchill im November 49 seinen 75. Geburtstag feierte, rührte ihn Attlees Festrede. "Die Gefühle, die uns verbinden, sind doch weitaus stärker als die allerdings doch auch wichtigen Dinge, die sofort Gegenstand der Debatte sind", dankte Churchill. Miss Hutchinson hätte sich über das Ergebnis ihrer pädagogischen Bemühungen gefreut.
Im Wahlfeldzug jetzt hat Attlee eine Rekordtour gewonnen: In zehn Tagen 2000 Kilometer zurückgelegt und 34 Reden geredet. Mrs Attlee lenkte das Familienauto.
Zur allgemeinen Bewunderung war der Ministerpräsident immer adrett angezogen, obwohl er ständig denselben Anzug trug. Das war Mrs. Attlees Verdienst. Sie hatte ein Reisebügeleisen in den Koffer gepackt und plättete jeden Abend im Hotel die Hosen ihres Mannes.
Am Wahltag selbst ging Attlee besonders hart mit sich um. Bevor er sich am Vorabend schlafen legte, nahm er noch sein Frühstück ein. Er wollte damit am anderen Morgen keine Zeit verlieren.
Die Unauffälligkeit, mit der Attlee seine Wahltour absolvierte, setzte amerikanische Journalisten in Erstaunen. Es gab keinen Extrazug, keinen Empfang mit Musik, keine Autokavalkade. An Stelle eines Heeres von Geheimpolizisten, die in den Staaten die prominenten Parteipolitiker auf ihren Wahlfeldzügen begleiten, war bei Attlee nur ein einziger breitschultriger Detektiv von Scotland Yard, Stanley Buswell.
Buswell hat vor einigen Monaten den Schutz Attlees übernommen. Im Kriege sammelte er einige Erfahrungen für diesen Auftrag, im Amt für Gegenspionage. Buswell ist auch ein guter Revolverschütze. Wenn er stundenlang bei Kabinettssitzungen vor der Tür sitzen muß, liest er Romane der Weltliteratur, englisch, deutsch oder französisch
Von Attlees Kindern ist die älteste Tochter verheiratet: ein Sohn dient in der Handelsmarine. Die beiden anderen teilen noch die elterliche Wohnung in Downing Street Nr 10. Sie klebten während der Wahl Plakate mit "Wählt Attlee!" an ihre Fenster
Ueber Politik spricht Attlee im Familienkreis selten, mehr über Literatur. In Rekordzeit löst er die verzwickten Kreuzworträtsel der "Times". Orthographische Wettspiele machen ihm großen Spaß. Er schaut gern einem Cricket- oder Tennisspiel zu. Ab und zu geht er ins Theater.
Im Grunde ist er, im Gegensatz zu den meisten Politikern, ein nach innen gekehrter Mensch. Er dramatisiert nichts. Er steht ungern im Rampenlicht. Er mag keine Heldenverehrung. In dieser Beziehung ergibt sich eine seltsame Parallele zu einem Staatsmann, mit dem er sonst nichts gemein hat, zu dem portugiesischen Diktator Salazar. Wie dieser schöpft er aus seinem Innern die Kräfte, von denen andere, blendendere Politiker nichts ahnen.

Nicht mehr konkurrieren

kann Englands Wirtschaftskraft allein mit der Amerikas und der Sowjetunion. Beide Länder haben England, dessen Industrie einmal einen großen zeitlichen Vorsprung hatte, überflügelt. Auch die zweite Labour-Regierung Attlee wird daran nichts mehr ändern können. Aber immer noch produziert England mehr, als es verbraucht. Im Welthandel hat es schon wieder die Stellung erreicht, die es 1939 besaß. Dabei ist der Handels-Anteil mit den Ländern des Commonwealth ständig gestiegen. Als Ganzes bildet das englische Commonwealth noch immer das größte Handelsgebiet der Welt. Zu gering ist nur der Export nach den Ländern mit "harter" Währung. Die enge Wirtschaftsverflechtung mit dem Commonwealth erklärt, warum Bevins Europa-Politik so vielen Schwankungen unterworfen war. Das noch ständig steigende wirtschaftliche Interesse am Commonwealth wird auch in Zukunft Englands Bereitschaft, sich mit Europa wirtschaftlich zu vereinen, nicht gerade fördern.
Drei Hochs für "Winnie": Woodfords Bürgermeister verkündet Churchills Wiederwahl BRITISCHER AUSSENHANDEL
*) Das Programm gilt heute noch. Mit ausdrücklicher Genehmigung Attlees ist das Buch 1949 in unveränderter Neuauflage erschienen.
**) Heute ist Attlee in Rußland zum "Imperialisten" degradiert.

DER SPIEGEL 9/1950
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