06.04.1950

KOMMUNISMUSEine verpaßte Revolution

Den heißen Krieg der Ideologien helfen zwei auf den Tod verfeindete Geschwister schüren: in Wilhelm Piecks Ostrepublik Gerhart Eisler als Propagandaminister. Seine Schwester Elfriede dagegen schleudert von New Yorks Harvard-University ihre Bannflüche gegen Gerharts Herrn: Joseph Stalin. Die deutsche Ausgabe ihrer Lebensabrechnung "Stalin und der deutsche Kommunismus" befindet sich beim "Verlag der Frankfurter Hefte" im Druck (833 Seiten).
Elfriede Eisler hat heute die vielen illegalen Namen vergessen, die auf ihren falschen Pässen standen, wenn sie im Jahrfünft 1922 bis 1926 die Grenze zwischen Eydtkuhnen und Wirballen überschritt; Pässe, die ihr Ossip Pjatnitzkij, der Großmogul der Komintern, in die Hand gedrückt hatte. Nur vier Namen sind geblieben:
* Elfriede Eisler, der Mädchenname einer jungen Studentin aus dem Wien der letzten Habsburger,
* Elfriede Friedländer, unter welchem Decknamen sie 1919 eine Broschüre schrieb mit lachsrotem Umschlag "Sexualethik des Kommunismus",
* Elfriede Gohlke, als sie mit dem Berliner Arbeiter Gohlke zum Weddinger Standesamt ging, um Deutsche zu werden.
* Ruth Fischer, das politische Pseudonym einer der höchsten Würdenträgerinnen des Weltkommunismus und heute der schärfsten Anklägerin Stalins.
Als Ruth Fischer, Mitglied des Präsidiums der Kommunistischen Internationale, 1926 zehn Monate die Gefangene Stalins im Moskauer Hotel "Lux" auf der Twerskaja 36 war, ließ ihr der Alte anbieten, ihr Vater, der Wiener Philosophieprofessor Rudolf Eisler und Verfasser des "Wörterbuchs der pilosophischen Begriffe und Ausdrücke" möge nach Moskau kommen, um dort eine Professur an einer russischen Universität anzutreten. Italiens Kommunistenboss Palmiro Togliatti (damals nannte er sich noch Ercoli) nahm ein ähnliches Angebot an und holte seine Familie nach Moskau - "wo sie noch heute als Geiseln leben, um seine treue Gefolgschaft zur stalinistischen Linie für ewig zu garantieren".
Vater Eisler war nie Marxist. Den Abmarsch seiner Kinder ins Heerlager der Weltrevolution eröffnete noch im Weltkrieg I seine Tochter als Studentin der Wiener Universität. Am 4. November 1918 schrieb sie sich als Mitglied Nr. 1 der Kommunistischen Partei Oesterreichs ein.
(Ihr und des Ostzonen-Propagandaministers Gerhart Bruder Hanns ist der Komponist der von Johannes R. Becher verfaßten Nationalhymne der Pieck-Republik Er lebte als Emigrant zusammen mit Bert Brecht, Lion Feuchtwanger und Heinrich Mann in Santa Monica, Kalifornien, wo er Filmmusik für Hollywood komponierte. Vor seiner Ausweisung aus den USA erklärte er vor dem Ausschuß für unamerikanische Umtriebe, nie der Kommunistischen Partei angehört zu haben. Er gehört heute zum engeren Stab des Kulturbundes zur demokratischen Erneuerung Deutschlands, einer kommunistischen Zweigorganisation.)
Als Elfriede am 12. November an der Spitze eines Demonstrationszuges vorm Wiener Parlamentsgebäude der neuen Regierung "die Forderungen der Wiener Arbeiter" überbringen wollte, schoß die Wache. "Ich wurde von der in Panik befindlichen Menge zu Boden getrampelt und verlor das Bewußtsein. Ich kam an dem Schreibtisch des Herausgebers der Neuen Freien Presse, der größten Wiener Tageszeitung, wieder zu mir. Soldaten der Roten Garde hatten mich vom Pflaster aufgelesen und in das Gebäude gebracht, die Zeitung erobert und mich zum Herausgeber ernannt."
Aber schon nach drei Tagen entwand die neue Regierung der 20jährigen stud. phil., die ihre Lizenz der Straße verdankte, wieder die Macht. Sie wurde eingekerkert und des Hochverrats angeklagt. Zu Weihnachten war sie "amnestiert"
Nach diesem Start verließ Elfriede Eisler Wien. Ihr war klar: Oesterreichs Sozialdemokratie, die theoretisch klügste Marxistengruppe Westeuropas, duldete keinen roten Nebenbuhler (von Kaffeehaus-Literaten verwirrt blieb die KPOe bis heute eine belanglose Sekte).
Elfriede Eisler ahnte beim Verlassen ihrer Heimat - einem Abschied für immer - : die klügsten Marxisten Westeuropas würden einen noch klügeren Bezwinger finden: den Vatikan mit seinem Politbüro der Ordensgenerale. Der stud. phil. Elfriede Eisler bot Wien keine Chance. Sie wählte Berlin als Arena.
Als sie in diesem Schmelztiegel der Revolution startete, hatte der Spartakusbund seine Marneschlacht bereits verloren, das Berliner Polizeipräsidium, die stärkste Bastion der Linken, war in den blutigen Januarkämpfen 1919 gefallen. Am 4. Februar hatte der Organisator der Konterrevolution, Kapitänleutnant Canaris. Moskaus Bevollmächtigten, Karl Radek, aufgestöbert und ins Moabiter Zellengefängnis gesperrt.
Worauf das Unglaubliche geschah: "Radek, der von meinen österreichischen Erlebnissen gehört hatte, wünschte mich kennenzulernen und schickte mir Moor, damit er mich zu ihm ins Moabiter Gefängnis brächte. Moor*) führte mich zu meinem größten Erstaunen zum Hauptquartier des Generalstabs in der Bendlerstraße, wo sich alle Türen wie automatisch vor ihm öffneten.
"Ein Offizier gab mir einen Paß, auf dem Name, Stand und Beschreibung deutlich gefälscht waren; und mit diesem Paß hatte ich dreimal wöchentlich Zugang zu Radeks Zelle. Ich machte vollen Gebrauch davon. Diese Gefängniszelle wurde für mich eine Art Schulklasse, in der ich an einem Kursus in fortgeschrittenem Kommunismus teilnahm." (Ruth Fischer.)
Canaris' Leute waren aus der Bendlerstraße angewiesen, Radek nicht "auf der Flucht zu erschießen". So residierte der 1885 im galizischen Lemberg geborene Karl Bernardowitsch Sobelsohn in einer besonders geräumigen Zelle, hielt sich einen Sekretär und diktierte unter dem Pseudonym Arnold Struthahn seine Pamphlete zur deutschen Politik. Von Walter Rathenau bis zu Ludendorffs Adjutanten Oberst Bauer traf sich in Radeks Zelle das politische Berlin.
"Er spielte seine Doppelrolle mit viel Geschick - einerseits war er der Vertreter des russischen Politbüros und andererseits gab er sich als Abgesandter des russischen Staates mit einer halboffiziellen diplomatischen und militärischen Mission an die deutsche Regierung". (Ruth Fischer.)
1919 verfügten Lenin und Trotzki über ein Territorium, das bestenfalls dem Radius Petersburg-Moskau entsprach. Erst anfangs der Zwanziger gelang es ihnen, den Widerstand der Ukraine zu brechen. Dessen ungeachtet ernannte 1919 der Rat der Volkskommissare Radek in seiner Gefängniszelle zum Botschafter der Ukraine in Berlin.
Lenins Agent Radek war beides: Diplomat und Verschwörer, wie Lenin beides war: Chef des russischen Politbüros und Vorsitzender des Rats der Volkskommissare. Seitdem kennt die Welt die Politik der doppelten Buchführung. Nur figurieren auf den Soll- und Haben-Seiten des Moskauer Hauptbuchs Menschen, gerafft in Millionen. Und die Seite 1 in Moskaus großem Kontokorrent heißt Deutschland. Bis heute.
Rußland gehörte zu den Verlierern des Weltkriegs I. Bis tief in den Raum Archangelsk operierten die Interventionsarmeen der Entente. "Nun, da Frankreich, England und, im Hintergrund, die Vereinigten Staaten Rußlands Hauptfeinde waren, erwog Radek ein Bündnis mit dem besiegten Deutschland gegen den Westen."
Deutschland, der andere Verlierer, trug das Diktat von Versailles. Selbst Hindenburg schwankte, von Ebert nach der Wiederaufnahme der Feindseligkeiten befragt "Ein günstiger Ausgang der Gesamtoperationen ist daher sehr fraglich, aber ich muß als Soldat den ehrenvollen Untergang einem schmählichen Frieden vorziehen" (Hindenburg, 17. 6. 1919.)
Ruth Fischer kommentiert: "Das Moskauer Politbüro wußte unzweifelhaft von diesen Schwankungen innerhalb der Reichswehr. Die ersten losen Fäden zwischen der Roten Armee und dem deutschen Generalstab wurden trotz des weitergehenden Bürgerkriegs in dieser Periode gesponnen." Ein Spiel, von dem höchstens zwei deutsche Kommunisten wußten: Dr. Paul Levi und Dr. August Thalheimer, Schüler Rosa Luxemburgs und Theoretiker des Spartakusbundes.
Dezember 1918 hatte Ebert, ein Mann des Westens, Ulrich Graf von Brockdorff-Rantzau, einen Mann des Ostens, zum Staatssekretär des Auswärtigen ernannt. Er trat zurück, als Weimar den Versailler Vertrag unterschrieb. Er trat so weit zurück, daß er in aller Stille einen Ostkurs Deutschlands vorbereiten konnte. Am 10. April 1922 war er am Ziel.
"Radek, der in diesen Monaten in Berlin war, hatte ausgezeichnete Beziehungen sowohl zu Brockdorff-Rantzau, Repräsentant der pro-russischen Tendenzen unter den Monarchisten, als auch zu Rathenau, Repräsentant der gleichen Tendenz unter deutschen Republikanern." (Ruth Fischer.)
Deutschland drückten seine Reparationslasten. Rußland weigerte sich, die zaristischen Vorkriegsschulden anzuerkennen. Auf Initiative Englands sollte eine Konferenz in Genua diese Schulden regeln. Die Auswärtigen Aemter der beiden Schuldnernationen kamen in engeren Kontakt.
Auf der Durchreise nach Genua gab Rathenau der russischen Delegation in Berlin einen glänzenden Empfang, an dem auch Radek teilnahm. Und Brockdorff-Rantzau konnte den Vertrag von Rapallo präsentieren, den er mit seinem Freunde Ago Freiherrn von Maltzan, Direktor der Ostabteilung des Auswärtigen Amtes, entworfen hatte.
"Während die Konferenz in Genua tagte, trafen Rathenau und Tschitscherin sich in aller Stille in dem benachbarten Rapallo und unterzeichneten den Vertrag. Die Nachricht von dem Bündnis nahm der Genua-Konferenz jeden Sinn." Von diesen Verhandlungen erfuhr kein deutscher Kommunist etwas. Mit einer Ausnahme: Radeks Vertrauter Heinrich Brandler.*)
Im Gegenteil, die Rechte wußte über die Geheimpolitik des russischen Politbüros besser Bescheid als die Linke. Als 1924 Graf Reventlow, Ideologe der Völkischen, im Reichstagsausschuß für auswärtige Angelegenheiten Ruth Fischer daraufhin ansprach und ihr Einzelheiten über diese seltsamen Querverbindungen erzählte, mußte Ruth Fischer gestehen, daß sie davon gar nichts wußte.
1923 verstärkte Trotzki, damals noch Oberbefehlshaber der Roten Armee, die Zusammenarbeit beider Generalstäbe. "Dies geschah auf Grund der vom Politbüro und vor allem vom Generalsekretär ausgearbeiteten Politik." Dieser Generalsekretär der KPR (Bolschewiki) war seit 2. April 1922 - Joseph Stalin.
Ein Hindernis war Dr. Gustav Stresemann, der geschickt versuchte, die Ost-West-Rivalität auszunutzen. Seine Politik führte zum Locarno-Pakt vom 16. 10. 1925. "Er sollte Deutschland davon abhalten, einer engen Zusammenarbeit mit Rußland zu verfallen. Er sollte eine Periode europäischer Stabilisierung einleiten, wie sie dem Wiener Kongreß 1815 nach der Besiegung Napoleons gefolgt war." (Ruth Fischer.) Locarno bedeutete die Verankerung Deutschlands im Westblock. Ein Jahr später trat Deutschland dem Völkerbund bei.
Das russische Politbüro war dadurch schwer beunruhigt. "In zunehmendem Maße warf sich Rußland als Verteidiger der schwachen Nationen Europas auf gegen den neuen imperialistischen Anschlag von Amerika her, als der Hüter Europas gegen amerikanische Vorherrschaft." (Ruth Fischer.) Und um Deutschlands Gewicht gegenüber England und Amerika zu vergrößern, schloß Stresemann am 24. April 1926 den Berliner Vertrag.*)
Notiert Englands damaliger Berliner Botschafter, Lord d'Abernon, in sein Tagebuch: "Ich bin immer noch der Meinung, daß anhaltende Zusammenarbeit zwischen der deutschen Rechten und den russischen Linken undenkbar ist, aber ich muß zugeben, daß ich neulich abends in der russischen Botschaft recht erschüttert war, als ich entdeckte, wie viele Herren mit militärisch steifem Rücken und Eisernem Kreuz auf der Brust dort waren und dem Sowjet-Champagner munter zusprachen."
Das Ergebnis dieser Bündnispolitik des Generalobersten von Seeckt und des Obersten Nicolai waren die von deutschen Rüstungsspezialisten in der Sowjetunion errichteten Flugzeugwerke, Munitionsfabriken, Giftgasfabriken, Luftwaffen-Erprobungsstellen und Panzerübungsplätze. Das Moskauer Institut für chemische Kriegführung errichtete nach den Forschungen Ruth Fischers Prof. Fritz Haber, Kapazität der IG Farben.
Nach einer Schätzung Philipp Scheidemanns waren allein im vierten Quartal 1926 ungefähr 250 Millionen Mark, ein Drittel des Jahresbudgets der Reichswehr, in Rußland ausgegeben worden.
August 1928 führte General v. Blomberg eine Delegation hoher Reichswehroffiziere nach Moskau. Ein Jahr später General v. Hammerstein, Intimus Schleichers. Ihn begleitete Oberst Küchenthal.
Im Auswärtigen Ausschuß des Reichstags verhöhnte Reichswehrminister Geßler nur noch die deutschen Kommunisten: "Wir Offiziere haben so gute Beziehungen zu Moskau, daß Ihr Kommunisten überflüssig geworden seid, veraltete Ueberbleibsel aus der Bürgerkriegsperiode. Die Klugheit
der russischen Politiker macht Eindruck auf uns, und wir wollen uns mit ihnen gut stellen, um eine machtvolle russischdeutsche Militärorganisation aufzubauen. Dies ist die Basis der wirklichen Sowjetpolitik in Deutschland, und im gegebenen Augenblick wird Moskau seinen kommunistischen Parteiladen hier zumachen."
Als Ende 1926 drei deutsche Dampfer mit einer Ladung Granaten für die Reichswehr aus Rußland in Stettin einliefen, machten sozialdemokratische Hafenarbeiter ihren Abgeordneten davon Mitteilung. Am 17. Dezember 1926 erklärte Philipp Scheidemann im Reichstag: "Von jetzt an könnten die Kommunisten die beruhigende Gewißheit haben, daß sie mit Sowjetgranaten getötet werden, wenn die Reichswehr auf sie schießt."
Die Wirkung dieser Enthüllungen war ungeheuer. Ruth Fischer ging sofort zum damaligen Berliner Komintern-Vertreter Dimitrij Manuilskij "und bat ihn um Informationen. Er riet mir, mich an Sinowjew oder Pjatnitzkij zu wenden. Im Dezember 1926 wurde ich nach Moskau berufen, um vor einem internationalen Kontrollausschuß unter dem Vorsitz von Kuusinen zu erscheinen, der meinen Ausschluß aus der Partei begutachten sollte. Dort bekam ich nur glatte Ableugnungen zu hören; die bloße Erwähnung von Verbindungen zwischen den beiden Armeen erregte Gereiztheit und Feindseligkeit. Einmischung, ja die bloße Neugier europäischer Kommunisten bezüglich dieses geheimen Sektors russischer Diplomatie war antibolschewistisch'."
Sobald es das Interesse der Sowjetmacht erfordert, bedient sich Stalins Politik der doppelten Buchführung aber nicht nur der Diplomaten, sondern auch der kommunistischen Auslandskader. Ein Beispiel dafür ist der Kronstädter Aufstand vor den Toren Petersburgs. (1. März 1921.)
In jenen Tagen hing die Macht der Bolschewiki nur noch an einem Fädchen. Das Land, von dem nur noch ein Rest unter der Diktatur des Politbüros stand, war wirtschaftlich zusammengebrochen. In diesem Augenblick fielen die Kronstädter Matrosen und mehrere Petersburger Regimenter (Lenins Kerntruppen vom Oktober 1917) von der Sowjetmacht ab. Ihre Losung war: Freiheit.
"Am 7. März eröffnete Trotzki auf Anordnung des Politbüros das Bombardement. Kronstadt wurde nach zehntägiger Schlacht genommen, während der Beratungen des zehnten Parteitages. Verhaftungen und Hinrichtungen durch ganz Rußland folgten. Mitten während dieses Aufstandes feierte man in Moskau den Jahrestag der Pariser Kommune von 1871." (Ruth Fischer.)
Nur auf diesem düsteren Hintergrund wird die Märzaktion Ostern 1921 in Mitteldeutschland verständlich. Um die russischen Arbeiter von ihren eigenen Sorgen abzulenken, sollte in Deutschland ein Aufstand entfacht werden mit dem Ziel einer sozialistischen Regierung, "die durch ihre bloße Existenz den entmutigten, widerstrebenden russischen Arbeitern neue Begeisterung einflößen würde".
"Und was nun folgte, war ein erschütterndes Schauspiel. Fähnlein um Fähnlein erhob sich. Mit Heldenmut und Todesverachtung ohnegleichen standen die Genossen auf. In den Städtchen und Dörfern Mitteldeutschlands, im Leunawerk, in den kleinen und großen Fabriken: Fähnlein um Fähnlein trat an zum Sturm - wie es die Zentrale gebot. Fähnlein um Fähnlein ging in den Tod - wie es die Zentrale gebot. Ave morituri te salutant! Da ward nicht einmal, da ward dutzende Male in Mitteldeutschland das Geschick der dreihundert Spartaner unter Leonidas erfüllt. Dutzende und Hunderte von mallosen Gräbern in Mitteldeutschland sprechen heute zum Wanderer, der vorübergeht: 'Verkündige dorten, du habest uns hier liegen gesehen, wie das Gesetz es befahl!" (Dr. Paul Levi, Vorsitzender der VKPD am 19. April 1921. Er legte darauf den Vorsitz nieder.)
Als Gegnerin Paul Levis vertrat Ruth Fischer die Linke Opposition in der KPD. "Im November 1921 wurde sie zu ihrer Ueberraschung zur Vorsitzenden der Berliner Parteiorganisation gewählt. Es war ein ungewöhnlicher Schritt, einem knapp 20jährigen Mädchen, noch nicht einmal deutsche Staatsbürgerin, die Führung der größten kommunistischen Parteiorganisation im Reich zu übertragen." (Prof. Sidney B. Fay in der Einleitung zu Ruth Fischers Buch.) Damit war Ruth Fischer, die niemand mehr als Elfriede Eisler kannte, in eine Schlüsselposition der Komintern gekommen.
Als am 11. Januar 1923 Poincaré das Ruhrgebiet bis vor die Tore Hamms besetzen ließ, kam die Stunde Ruth Fischers. Sie wurde zum Verbindungsmann der linken Berliner KP zu den gleichgesinnten Kommunisten des Ruhrgebiets bestimmt, die forderten:
* Eberts passiver Widerstand gegen die Ruhrbesetzung dient nur der Erhaltung des Ruhreigentums in den Händen der Bourgeoisie,
* statt müßig vor den Schächten zu stehen, sollten die Arbeiter einfahren und die Gruben in eigene Verwaltung übernehmen,
* unter dem Schutz proletarischer Ortswehren wird das Ruhrgebiet die Führung der deutschen Revolution übernehmen.
Mit diesen "linken" Losungen hatte sich Ruth Fischer diametral gegen das Moskauer Politbüro gestellt, das bis zum Spätsommer 1923 angesichts schwerer russischenglischer Spannung mit akuter Kriegsgefahr bereit war. Deutschland gegen Frankreich und England auszuspielen. Poincarés Ruhrbesetzung kam Moskau gerade recht. Es drängte Deutschland an die Seite Rußlands. (Gegen Ruth Fischer wurde damals die Großmutter des deutschen Kommunismus, die greise Klara Zetkin, Mitglied des Exekutiv-Komitees der Komintern, vorgeschickt. Als sie März 1926 auf einer Plenarsitzung der Exekutive Ruth Fischer abkanzelte, hörte sich Stalin, einen Dolmetscher neben sich, ihre langen Tiraden amüsiert an. Mehrmals rief er aus: "Was für eine Hexe! Was für eine prächtige, alte Hexe!").
Stalins Schachspiel mit der deutschen KP änderte sich dann sofort, als beim Moskauer Politbüro am 11. September 1923 die vertrauliche Meldung eintraf, daß Reichskanzler Dr. Stresemann unter Vermittlung Lord Curzons bereit sei, mit den Franzosen zu verhandeln und den passiven Widerstand abzubrechen.
Stresemanns Mißtrauen gegenüber dem Bolschewismus ließ ihn noch während des Ruhrkampfes auf Westkurs gehen. "In Moskau sah man die Folgen eines britischdeutschen Bündnisses für Europa als so schwerwiegend an, daß die Führer des Politbüros ihre Ferien im Kaukasus unterbrachen und in den Kreml zurückkehrten.
"Eine Sitzung des Exekutivkomitees der Komintern wurde einberufen. Das Politbüro beschloß in scharfer Wendung seiner Politik, den Aufstand in Deutschland zu organisieren, einen Stab von mehreren tausend militärischen Sachverständigen zur Verfügung der deutschen Partei zu stellen und ihr unbegrenzte finanzielle Hilfe zuzugestehen. Man setzte bestimmte Termine an. Zum ersten Male benutzte Generalsekretär Stalin seine neue Autorität, um in deutschen Angelegenheiten einzugreifen" (Ruth Fischer).
Dieser Revolutionsplan sah vor:
* Eintritt der Kommunisten in die Regierung von Sachsen und Thüringen,
* Bewaffnung der Arbeiter und Marsch einer sächsischen Roten Armee nach Berlin und einer thüringischen Armee nach München,
* Bildung einer Reichsregierung aus Kommunisten, Sozialdemokraten und nationalbolschewistischen Offizieren,
* Sozialisierung der Schwerindustrie und Aufteilung der ostelbischen Latifundien an die landarmen Bauern.
"Trotzki stand mit seiner ganzen Person, seiner Autorität und Erfahrung hinter den militärischen Vorbereitungen zur deutschen Revolution. Er half mit technischem Rat und nahm Interesse selbst an untergeordneten Einzelheiten. Er diskutierte mit Brandler mehrmals die militärischen Komplikationen des bevorstehenden Kampfes; damals hielt Trotzki Brandler für den richtigen Mann an der richtigen Stelle. In diesen Wochen bestand eine gute, fast warme Beziehung zwischen diesen beiden Männern, einig in ihrer Antipathie gegen Sinowjew, dem Gegner Brandlers in der Komintern und Trotzkis in Rußland" (Ruth Fischer).
Stalin stellte vier Vertrauensleute für den Aufstand in Deutschland ab: General Alexis Skoblewskij, August Guralskij (der Leiter der Märzaktion 1921), Wassilij Schmidt (Volkskommissar für Arbeit und Sekretär des Allrussischen Gewerkschaftsrats), dazu Karl Radek als Chef der Gruppe. Radeks Deckname war "Arvid", zu erreichen Berlin, Unter den Linden 7. Das war Stalins Botschaftsgebäude und exterritorial.
"In der düstersten Stimmung verließ ich den Kreml, fest überzeugt, daß wir dem Unglück entgegengingen", schreibt Ruth Fischer 1950. *) Sie schreibt nicht, daß sie selber in der entscheidenden Sitzung des Moskauer Exekutivkomitees für den Eintritt in die sächsische und thüringische Regierung stimmte. (Dr. August Thalheimer: "1923 - eine verpaßte Revolution?")
Aber nicht nur Stalin machte Pläne, auch Stresemann. Seit August 1923 war die Inflation abgebaut worden, da die Inflationskonjunktur ohnehin nicht mehr als Exportprämie wirkte. Anfang September war die Goldrechnung bereits bis in den Einzelhandel gedrungen, ihr folgten Goldlöhne.
Und als am 12. Oktober 1923 die Kommunisten in die Länderregierungen von Sachsen und Thüringen eintraten, beauftragte 48 Stunden später Reichspräsident Ebert unter Berufung auf den Artikel 48 der Verfassung den General Adolf Müller mit der Reichsexekutive gegen Mitteldeutschland. "Sechs Jahre nach der russischen Revolution waren die Flammen so heruntergebrannt, daß sie nicht einmal das rote Sachsen entzünden konnten", schreibt Ruth Fischer 1950.
Am 6. März 1924 war sie noch anderer Meinung. Mit ihrer Zustimmung erklärte
der Bezirksparteitag Rheinland-Westfalen der KPD: "... daß im Oktober vorigen Jahres der revolutionäre Entscheidungskampf historisch notwendig war. Weder das Ausweichen vor dem Kampf, noch das Ersetzen des Endkampfes durch sogenannte Rückzugsgefechte, Teilaktionen oder ähnliches war zulässig."
Sechs Wochen zuvor, am 21. Januar 1924, war Lenin gestorben. Im Kampf der mächtigsten Diadochen Trotzki, Sinowjew und Stalin um seine Nachfolge wurde die "deutsche Oktoberlegende" zu einem Instrument der erbitterten Fraktionskämpfe unter den russischen Bolschewisten.
Stalin verachtete seine ausnahmslos intellektuellen Widersacher mit ihren die Partei zersetzenden scholastischen Haarspaltereien.
Der Beherrscher des Parteiapparates handelte Januar 1926. Bis dahin stand Sinowjew (Vorsitzender der Komintern) an der Spitze des Leningrader, und Kamenjew (stellvertretender Regierungschef) an der Spitze des Moskauer Sowjets Leningrad übernahm jetzt Komarow und Moskau Uchanow - beide Metallarbeiter. Animiert rief Stalin, wenn doch London und Paris diesem Beispiel folgen wollten, Rußlands Hauptstädte hätten jetzt Arbeiter zu Bürgermeistern. Das war genau berechnet.
"Dieser Ausspruch zeigt die Rolle, die Stalin damals in der Partei spielte, - der proletarische Führer gegen die Intellektuellen und Bürokraten. Er machte eine Tugend aus den ihm fehlenden Eigenschaften: seinem Mangel an Intellektualität und rednerischem Glanz Er war in dieser Hinsicht der Prototyp des Massenführers der beginnenden totalitären Periode, der sich seiner plebejischen Herkunft rühmt, seiner einfachen Lebensgewohnheiten, seiner Feindschaft gegen den Intellektualismus.
"Er war ein verantwortlicher Parteiarbeiter unter vielen - geradezu, unkompliziert, wenn nötig grob und rücksichtslos; und diese antiintellektuelle Haltung wurde von der mittleren Schicht der Partei geschätzt ... Lenin hatte die Unentbehrlichkeit der Partei-Elite betont, die durch wissenschaftliche Analyse die spontanen Reaktionen der Arbeiter zu politischer Theorie und politischer Aktion kristallisiert. Stalins direkter. Appell an die proletarischen Instinkte wurde allmählich zu einem neuen manipulatorischen Kunstgriff ausgebildet" (Ruth Fischer).
Stalin wollte keine Ideologen mehr, sondern nur noch Taktiker, die seine Politik blind ergeben durchzuführen hatten. Sein Mann in Deutschland wurde der ungelernte Hafenarbeiter Ernst Thälmann aus Hamburg. "Er war als Jüngling zur See gefahren und hatte immer noch den wiegenden Gang des Matrosen. Er war ungebildet und hatte mit der marxistischen Terminologie und mit Fremdworten immer zu kämpfen; aber von Beginn seiner Karriere an halfen ihm seine große Erfahrung und sein vorzüglicher politischer Instinkt. Seine Reden waren gefühlsmäßig, laut, manchmal fast unzusammenhängend und wenn er sich den Kragen abnahm, wurde diese Geste immer wieder mit Beifall begrüßt." (Ruth Fischer)
Von 1924 bis 1926 war Ruth Fischer die Vorsitzende des Politbüros der deutschen KP, 1926 wurde sie sang- und klanglos aus der Partei ausgestoßen. Zugleich entledigte sich der jetzt von Thälmann, Pieck und Ulbricht (beide Tischlergesellen) beherrschte Apparat ihres ganzen intellektuellen Anhangs. Die deutsche Sektion der Kommunistischen Internationale wird zur bloßen Filiale des Moskauer Politbüros, die ihre Politik je nach dem Kurs der russischen Staatspartei auszurichten hat.
Versuche Ruth Fischers, eine von Stalins Kaderapparat unabhängige (vierte) Internationale zu gründen, schlugen fehl. Sie kommentiert: "Die Niederlage der Linken war das Muster der späteren allgemeinen Niederlage der europäischen Arbeiterbewegung. Die oppositionellen Kommunisten lernten aus eigener Erfahrung in der Komintern das Wesen eines terroristischen Einparteisystems kennen - Lehren, die die Sozialisten im allgemeinen erst später durch Hitler lernen sollten."
Ruth Fischer zog sich aus der aktiven Politik ganz zurück und arbeitete als städtische Sozialfürsorgerin des Berliner Bezirksamts Wedding. März 1933 emigrierte sie nach Paris.
Als Ruth Fischer 1919 nach Deutschland kam, verfügte der Spartakusbund über einen leeren Ladenraum in der Berliner Annenstraße 1, den Anni Colditz, Piecks spätere Kebsfrau, hütete. Dorthin kam H. J. Thomas, der erste Komintern-Vertreter für Deutschland und brachte die Dollars (Ossip Pjatnitzkij zahlte nie in Rubel).
Die Redaktion der "Roten Fahne", gemacht von einem erlesenen Stab Intellektueller, arbeitete in der Wohnung des Kunstmalers Karl Stiller in Berlin S, Blücherplatz 2, vorn III. Im umgekehrten Verhältnis zu diesem Fehlen jeglichen "Apparates" stand der ideologische Einfluß des Linksradikalismus, mit dem sich Ebert und Noske, oft verzweifelnd, um die Macht raufen mußten.
Heute ist die ideologische Kraft des Kommunismus gebrochen, seine terroristische Stärke resultiert aus der Kraft des Sowjetimperialismus. Stalin siegte über Lenin.
1945 standen Stalins Kader zur Machtübernahme bereit. "Das Hauptkontingent kam unter Führung von Wilhelm Pieck aus Moskau, begleitet von seinem Sohn Arthur in russischer Majorsuniform. Zusammen mit Ulbricht organisierte er einen erbitterten Kampf gegen den einzigen ernsten Konkurrenten, die Sozialdemokratische Partei. Nach einem Jahr erzwangen Stalins Agenten in der russischen Zone eine Spaltung der Sozialdemokratie und gliederten den pro-russischen Flügel in die Sozialistische Einheitspartei ein, die die Züge ihrer beiden totalitären Vorgänger vereint: die der Kommunisten und der Nazi." So endet Ruth Fischers Buch.
*) Karl Moor war der Deckname eines hohen österreichischen Offiziers, der mit seiner Familie gebrochen und sich in der Schweiz Lenin angeschlossen hatte. Mit seinem Vermögen unterstützte er die bolschewistische Emigration Nach 1917 ging er nach Rußland und führte dort Sonderaufträge für das Politbüro in Europa aus. Er starb, 80jährig, 1932 in Berlin.
*) Heinrich Brandler, geb. 1881 im böhmischen Warnsdorf, war Maurergeselle in Chemnitz. Ein wirklich politischer Kopf, wurde er 1922 Chef des Politbüros der deutschen KP. Da er nie die deutsche Staatsangehörigkeit erwarb, wurde er nie MdR. (Vergl. SPIEGEL 1/1949.)
*) Deutschland und Rußland gaben sich gegenseitig die Versicherung, daß sie für eine Zeit von fünf Jahren im Falle eines Krieges gegen den Vertragspartner neutral bleiben und an keinem gegen den Vertragspartner gerichteten Boykott teilnehmen würden. Der Vertrag wurde mehrmals, noch 1933 unter Hitler erneuert.
*) Ruth Fischers Buch ist naturgemäß eine Rechtfertigungsschrift. Sie ist am farbigsten, wo sie eigenes Erleben schildert. Schöpft sie aus literarischen Quellen, übernimmt sie öfter peinliche Irrtümer. Ruth Fischer lebt heute als US-Bürgerin in Amerika. Stalin haßte seine "linke" Feindin so, daß er sie und ihren russischen Freund Arkadij Maslow 1936 in Abwesenheit zum Tode verurteilen ließ.

DER SPIEGEL 14/1950
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KOMMUNISMUS:
Eine verpaßte Revolution

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