„Manche kommen durch, andere gehen kaputt“

Seit Jahresanfang sind 27 000 Spätaussiedler aus Polen in die Bundesrepublik gekommen, mit 300 000 rechnet das Rote Kreuz insgesamt -- die letzten Deutschen aus den ehemaligen Ostgebieten. Jeder dritte ist unter 15 und spricht polnisch zumeist besser als deutsch, die Älteren haben verklärte Erinnerungen an das alte und falsche Vorstellungen vom neuen Deutschland. Sie sind stärker gefährdet als jede andere Aussiedler-Generation. Eine Psychiaterin: „Sie haben Emigrationsneurosen und geben sich mit unqualifizierten Tätigkeiten zufrieden.“

DER SPIEGEL 50/1971

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