15.06.1970

EHRENZEICHEN.

Bundespräsident Gustav Heinemann, der bei seiner Goodwill-Reise durch Dänemark "nicht verschweigen und nicht vergessen" wollte, was sich während der deutschen Besetzung ereignet hatte, stieß bereits bei seiner Ankunft auf dem Flugplatz Kastrup auf die Vergangenheit: Der deutsche Militär-Attaché an der Botschaft In Kopenhagen, Kapitän zur See August Hoepner, erschien mit Weltkrieg-II-EK I und Zerstörer- und Minensuchboot-Kriegsabzeichen in Originalformat. Heinemann, so sein Staatssekretär Dietrich Spangenberg, "hat sich natürlich geärgert. Heinemann: "Ich sage dazu nichts mehr." Schon beim Staatsbesuch in Holland hatte der Bundespräsident über den Ordensputz des dortigen Militär-Attachés Erhard Freiherr von Thielmann Anstoß genommen. Staatssekretär Spangenberg will nun bei seinen Kollegen vom Verteidigungsministerium die Frage klären, ob Kriegsveteranen nicht eine Art Miniaturorden anstelle der großformatigen Originalabzeichen tragen könnten. Grund zum Ärger mit Deutschen hatte auch Dänemarks König, Frederik IX.: Während der Monarch und Bundespräsident Heinemann die Internationale Hochschule in Helsingør besichtigten, hielt Gast und Bundesaußenminister Walter Scheel eine unangemeldete Pressekonferenz im Schulpark. Ein dänischer Außenamtsbeamter: "Der König war sauer.

DER SPIEGEL 25/1970
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