23.12.2005

BOLIVIENGetrübte Freude

Der überwältigende Sieg des Indioführers Evo Morales bei der Präsidentschaftswahl stellt seinen wichtigsten Verbündeten in der Region, Brasiliens Präsident Lula da Silva, vor ein Problem: Morales will die bolivianische Energieindustrie verstaatlichen; das würde vor allem den brasilianischen Energiekonzern Petrobras treffen. Petrobras ist der größte Multi im Andenland und erwirtschaftet etwa 20 Prozent des Bruttoinlandsprodukts; dazu sind brasilianische Metropolen wie São Paulo weitgehend von Gaslieferungen aus Bolivien abhängig. In den Bau einer Gas-Pipeline zwischen den beiden Ländern investierte der Konzern viel Geld. Der brasilianische Präsident Lula hatte den sozialistischen Koka-Bauernführer trotz der Verstaatlichungspläne im Wahlkampf unterstützt. Morales wiederum nannte den brasilianischen Präsidenten sein Vorbild und seinen "großen Bruder".

DER SPIEGEL 52/2005
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