16.05.1962

NEU IN DEUTSCHLANDMax Bense: „Entwurf einer Rheinlandschaft“.

Gemäß seiner Maxime "Schreiben ist Herstellung der Sprache, nicht Anwendung", brabbelt der 52jährige Professor für Philosophie an der Technischen Hochschule Stuttgart philosophische und literarische Reflexionen (" ... würde Hegel sagen"), Reminiszenzen an Ferien- und Liebesfreuden ("Niemand weiß von der kleinen Brust") und Satzfetzen ("wenn dann aber Etwase auch nur so") als avantgardistischen Wortsalat vor sich hin. Mit dem stellenweise amüsanten Experimentaltext, in den er- Zitate aus Goethe, Nagels Deutschlandführer, Wittgenstein, Sportberichten, Nietzsche, Schachzeitungen, de Sade, Werbeslogans, Arno Schmidt und anderen Quellen einmontiert hat, will der Rationalist und Atheist Bense "das Layout meiner Existenz" entwerfen. Der gebürtige Straßburger Bense schwärmt von Köln und Umgebung, bekennt, daß ihm Hamburg "eine Sehnsucht wert ist", daß hingegen Stuttgart - wo man ihn 1961 nicht zum Ordinarius beförderte "eines Tages nur ein Ort meiner Füße gewesen sein wird". (Verlag Kiepenheuer & Witsch, Köln; 120 Seiten; 8,50 Mark.)
Bense

DER SPIEGEL 20/1962
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