09.01.2006

PR-KAMPAGNENStar oder Witzfigur?

Bereits wenige Tage nach Gründung der Initiative "Pro Deutsche Bank" war Stefan Engelsberger da, wo er hinwollte - in der "Financial Times". Einer von Deutschlands "höchstprofilierten" Investoraktivisten, hieß es da vor einer Woche über den 39-jährigen Inzeller, springe für das in der Kritik stehende Bankhaus und dessen Chef in die Bresche. Die Geschichte des bayerischen Unternehmers, der - von einer Welle der Zustimmung getragen - die Deutsche Bank gegen eine "Hetzkampagne" in der Heimat in Schutz nimmt, pflanzte sich schnell fort: Weitere "Medienknaller", so Engelsberger, konnte er in der "Financial Times Deutschland" und der "Süddeutschen Zeitung" platzieren, die ausführlich über seine Aktionärsinitiative berichteten. Ein klassischer Anleger allerdings ist Engelsberger nicht, er besitzt statt Aktien nur Deutsche-Bank-Optionsscheine. Und Unternehmer? Einen Souvenirshop musste er schließen, für das geplante argentinische Lokal in Inzells Innenstadt hat es noch nicht gereicht. Aber er weiß, wie man in die Presse kommt: Vor Jahren spekulierte er mit argentinischen Staatsanleihen. Als Argentinien plötzlich seine Schulden nicht mehr bedienen konnte, begann Engelsberger mit dem, was er "Campaigning" nennt. Er schaffte es bis zum Tee mit Argentiniens Finanzstaatssekretär. Das Geld bekam er zwar nicht zurück, aber in Argentinien sei er ein "Star". Die größte argentinische Zeitung machte ihn sogar zum Comic-Helden: Er ist der Klaus in Lederhose, der zwanghaft auf der ganzen Welt Staatsanleihen kauft.

DER SPIEGEL 2/2006
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