„ABER CHURCHILL, DEM TRAUE ICH ALLES ZU“

Als die Rote Armee an der Oder stand, noch nach der Jalta-Konferenz im Februar 1945, hegte Stalin einen Verdacht, der in seltsamer Weise den Illusionen Hitlers entsprach: daß Amerikaner und Briten in letzter Stunde die Front wechseln würden. Bestärkt durch Gerüchte und Falschmeldungen fürchtete Stalin, die Westmächte könnten nach einem Separatfrieden mit Hitler gegen die UdSSR marschieren. Die Indizien, die Stalins Mißtrauen begründeten, und seine Gegenmaßnahmen untersuchte der ungarische Historiker Dr. Peter Gosztony, Leiter der Schweizer Osteuropa-Bibliothek in Bern, für den SPIEGEL an Hand von Material, das im Westen bisher unbekannt geblieben ist.
Von Peter Gosztony

DER SPIEGEL 47/1969

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