15.01.1968

LAGEBESPRECHUNG

Kurt Georg Kiesinger hat eine Neuerung im Kanzleramt eingeführt: Jeden Dienstagmorgen macht er mit einem engen Berater-Kreis "Lagebesprechung". Teilnehmer: der Staatssekretär und alle Abteilungsleiter des Palais Schaumburg, die beiden Presseamts-Chefs Diehl und Ahlers, der Staatssekretär des Verteidigungsministeriums, begleitet von einem Offizier der Unterabteilung S II im Führungsstab (Feindnachrichten, Abwehrfragen), ein AA-Staatssekretär und ein Vertreter von Ex-General Gehlens Bundesnachrichtendienst. Zunächst halten Ahlers oder Diehl einen längeren Einführungsvortrag über nationale und internationale Nachrichten und Kommentare. Dann ergänzen oder erweitern die anderen Teilnehmer diese Berichterstattung. Die Lagebesprechungen des Bundeskanzlers, die aus täglichen Konferenzen während der Nahostkrise entwickelt wurden, unterscheiden sich von den täglichen Lagebesprechungen des amerikanischen Präsidenten oder den früheren Lagebesprechungen Hitlers (zweimal täglich) in einem wesentlichen Punkt: Kiesinger gibt keine Weisungen; er läßt sich nur informieren -- letzten Dienstag beispielsweise von Ahlers über einen Artikel Rudi Dutschkes gegen Rudolf Augstein.

DER SPIEGEL 3/1968
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