15.01.1968

ZITATE

Die "Saarbrücker Landeszeitung":
Der Artikel ("Nur Negatives", SPIEGEL 1/1968) beginnt mit dem Satz: "Wo Deutschland am frömmsten und am ärmsten ist, sind seine Journalisten am lahmsten und am zahmsten -- an der Saar." Dann erfährt man, in unserem Land gäbe es keine kritischen Tageszeitungen, auch die Redakteure des heimischen Rundfunks riskierten kein offenes Wort zur Landespolitik, und nur zwei Journalisten finden Gnade. "Wenn einmal Kritisches und Kurioses von der zu 74 Prozent katholischen Saar nach draußen dringt, wurde es von zwei Nicht-Katholiken gemeldet Wer den Artikel liest, der merkt, was suggeriert werden soll: Es ist die Rede von einem angeblich "zurückgebliebenen Zwergstaat"" der mehrheitlich von Katholiken bewohnt wird, und nach dem Bild, das der SPIEGEL seinen Lesern zeichnet, geht es dort hinterwäldlerisch zu. Aber in diesem Land kann ein deutliches Wort gesagt werden. Es gibt dort Kritik und Antwort auf die Kritik.
Die "Saarbrücker Zeitung":
Es geht um den SPIEGEL. Und es geht um die Saarländer. Der SPIEGEL hat als vielzitiertes Nachrichtenmagazin besonderen Lesereiz und auch besondere Verdienste. Der Reiz beruht vor allem darauf, daß oftmals nach sehr aufwendigen Recherchen der Öffentlichkeit Tatsachen mitgeteilt wurden, die bis dahin unbekannt waren. Die Verdienste: Wenn auf diese Weise Vorgänge aufgedeckt wurden, die vertuscht werden sollten. In der letzten Ausgabe teilte der SPIEGEL nun mit, was er über die Saarländer ermittelt hat. Nämlich, sie seien "am frömmsten und am ärmsten" in Deutschland. Was wir unseren Lesern hiermit bekanntgeben, damit sie endlich erfahren, wie sie sind. Widerspruch ist zwecklos. Es hat im SPIEGEL gestanden. Und der SPIEGEL ist ja für die Sorgfalt seiner Recherchen bekannt.
Öffentliche Erklärung des Saarländischen Journalistenverbandes:
In dem Artikel "Nur Negatives" ... sieht der Vorstand des Saarländischen Journalistenverbandes (SJV) den Versuch, alle saarländischen Journalisten -- mit zwei Ausnahmen -. auf bösartige Weise in der Öffentlichkeit herabzusetzen. In einer Erklärung bedauert der Vorstand, daß eine ganze Berufsgruppe unter völliger Mißachtung der gebotenen Solidarität und Kollegialität unter Journalisten kollektiv von dem Nachrichtenmagazin verleumdet und diffamiert wurde ... Die saarländischen Journalisten weisen entschieden jeden Angriff auf ihre persönliche und berufliche Ehre und jeden Versuch zurück, sich von Unberufenen zu einem Nachweis ihrer Qualifikation drängen zu lassen. Vielmehr stellen sie sich und ihre Arbeit ständig und ausschließlich dem Urteil ihrer Leser, Zuhörer und Zuschauer.

DER SPIEGEL 3/1968
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