25.08.1969

Datum: 25. August 1969 Betr.: Recht, Werbung

Das Landgericht München I, 18. Zivilkammer, hat "in Sachen Dr. h. c. Franz Josef Strauss ./. Augstein Rudolf" wegen Widerrufs, genauer "wegen Nichtvornahme der Handlungen", zu denen er verurteilt worden ist, eine Geldstrafe von 10 000 Mark festgesetzt, und so haben's die Zeitungen gemeldet. Die Vorgeschichte ist bekannt: Rudolf Augstein ist verurteilt, durch eine eigenhändig unterzeichnete Erklärung Behauptungen zu widerrufen, die er vor fünf Jahren nicht einmal aufgestellt, wohl aber zitiert hatte. Das Bundesverfassungsgericht ist gebeten zu prüfen, ob eine solche Zumutung mit den Artikeln des Grundgesetzes vereinbar sein kann. Die Entscheidung steht aus, doch hat eine Verfassungsbeschwerde keine aufschiebende Wirkung, und der Kläger kann einstweilen das zu seinen Gunsten ergangene Urteil durchzusetzen versuchen -- durch sogenannte Beugestrafen, das sind Geldstrafen in unbeschränkter Höhe oder Haft bis zu sechs Monaten (Strauss-Anwalt Ossmann: "Ich bin der Meinung, dass eine Geldstrafe nicht mehr ausreicht"). Natürlich sind auch gegen solche Beschlüsse Beschwerden zulässig; die Beschwerde ist eingelegt.
Jeder vierte SPIEGEL-Leser ist SPIEGEL-Sammler, aber nach über zwanzig Jahrgängen eines Hamburger Nachrichtenmagazins wird der Platz im Regal oder auch in der
Bodenkammer zuweilen schon knapp. Manche wünschen sich deswegen, wie sie schreiben, einen dünneren SPIEGEL, einen Jahrgangsband, in dem die wichtigsten Ereignisse summiert sind- oder größere Wohnungen. Was die Redaktion diesen Wünschen schuldig bleiben muss, hat die Werbeabteilung des SPIEGEL für ihre Kunden zuwege gebracht, Sie hat für die Jahrgänge 1966, 1967 und 1968 drei Sammelbände herstellen lassen, in denen solche Beiträge zusammengefasst sind, die sich mit der Industrie und ihren Produkten, mit Märkten und Agenturen, mit Wirtschaftlichem insgesamt befasst haben. Die Bände sollen den Kunden der Anzeigenabteilung als eine Art Nachschlagewerk dienlich sein, ihr Register bestätigt aber auch der Redaktion Aufmerksamkeit. Im Jahre 1968 sind demnach zumindest 1261 Firmen und Institutionen im Wirtschaftsteil des SPIEGEL analysiert, zumindest erwähnt worden, viele von ihnen mehrmals (das Volkswagenwerk zum Beispiel 53mal), sind 39 Agenturen genannt, sind 226 Zeitungen und Zeitschriften zitiert worden, Viele hundert Produkte stehen im Register, 1966 von Abgasentgiftungsgerät bis Zanker Waschmaschine VA 5 E, 1967 von Aachener Printen bis Zuse Computer, 1968 von Adalin bis Zyklon B.

DER SPIEGEL 35/1969
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