25.08.1969

VORMARSCH

FDP-Bundesgeschäftsführer Hans Friderichs will in seinem Wahlkreis auch in NPD-Veranstaltungen agitieren. Auf einer Pressekonferenz hatte der Freidemokrat seine Bereitschaft erklärt, mit dem NPD-Führer zu diskutieren. Daraufhin lud von Thadden Friderichs "freundlichst" ein, am kommenden Freitag zur NPD-Kundgebung nach Bad Münster am Stein (Rheinland-Pfalz) zu kommen, und sicherte dem FDP-Politiker "entsprechende Redezeit" zu. Friderichs nahm an, stellte jedoch zur Bedingung:
* "Gelegenheit zu einer echten Diskussion;
* "die Veranstaltung muß für jedermann zugänglich sein;
* "Zuhörer müssen Fragen stellen können;
* "kritische Teilnehmer dürfen nicht körperlich mißhandelt werden."
Der Freidemokrat verspricht sich von dieser Diskussion einen ähnlich spektakulären Erfolg wie von einer Podiumsdiskussion vor sechs Wochen in Bad Kreuznach, bei welcher der NPD-Bundestagskandidat Gustav Steppacher erklärt hatte, andere Nationen hätten Kriegsverbrechen begangen, die schlimmer gewesen seien "als normales Vergasen". Friderichs: "Den habe ich damals abgestochen. Mit den Leuten von der NPD muß man hart reden und nicht ausweichen, wie es jetzt SPD und CDU tun."

DER SPIEGEL 35/1969
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