25.08.1969

ENTWICKLUNGSHILFE

Francos Spanien will sich seine Panzerwaffe selber schmieden -- mit deutscher Hilfe. Madrid wartet derzeit auf das endgültige Preisangebot für 300 "Leopard"-Panzer. Die Panzer sollen in einem chronisch defizitären staatlichen Stahlwerk an der Biskayaküste hergestellt werden. Davon erhoffen sieh die Spanier zweierlei Vorteil:
* Prestigegewinn für die Renommier-Stahlküche des Regimes und
* niedrigere Panzerpreise wegen niedriger Löhne.
Beide Hoffnungen dürften sich nicht erfüllen. Deutsche Industrielle bezeichnen das Stahlwerk als "völlig verrotteten Laden". Überdies gehören die Arbeiter der Provinz Asturien zu den streikfreudigsten Spaniens. Belgier und Holländer, ebenfalls "Leopard"-Kunden, machten zudem die Erfahrung, daß ihre teilweise selbstmontierten Panzer erheblich teurer sind, als wenn sie komplett in Deutschland gekauft worden wären. Auch politische Hindernisse sind vor einem Vertragsabschluß noch zu überwinden: Weder Bonn, das den Export von Kriegswaffen ins Nicht-Nato-Land genehmigen muß, noch London, das wegen der Spannungen um Gibraltar kaum einer Lieferung der britischen "Leopard"-Kanone an Madrid zustimmen dürfte, haben bisher ihr Plazet gegeben.

DER SPIEGEL 35/1969
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