05.05.1969

„Wir werden am Galgen enden!“

Der Sieg über Polen stand etwa am 17. September 1939 fest, und vermutlich um diese Zeit faßte Adolf Hitler den Entschluß, mit den Westmächten gleich richtig "aufzuräumen".
Sicher ist, daß er sich am 20. September über sein Vorgehen klargeworden war. Denn er hatte Generaloberst Wilhelm Keitel, den Chef des Oberkommandos der Wehrmacht (OKW), bereits vor diesem Tag durch einen Adjutanten von seinem Entschluß unterrichten lassen, im Westen anzugreifen.
Der chamäleonhafte Chef des OKW, der sich sonst der kleinsten Stimmungsänderung seines Herrn sofort anpaßte, hatte diesmal einige Schwierigkeiten, das bedingungslose Vertrauen in Hitler aufzubieten, das er so oft anderen abverlangte. Keitel war tief erschüttert. Man merkte ihm deutlich an, daß er sich auch wegen der Reaktion des Oberkommandos des Heeres (OKH) Sorgen machte.
Wenn sogar der höchstgestellten Mediokrität der militärischen Führung Deutschlands aufging, wie riskant Hitlers Plan war, so muß dieses Risiko den anderen Militärs, die am 27. September vom "Führer" eingeweiht wurden, in seinem ganzen fürchterlichen Ausmaß klargeworden sein. Hit© 1969 Verlag C. H. Beck, München.
ler brachte auf seine gewohnt weitschweifige, mit Wiederholungen ausgeschmückte, gleichwohl aber eindrucksvolle Art eine lange Reihe von Argumenten für eine baldige Offensive vor, falls die Alliierten sich weigern sollten, Frieden zu schließen.
So wie er nur fünf Wochen zuvor jedes denkbare Detail aufgezählt hatte, das sich zugunsten eines sofortigen Angriffs auf Polen zurechtbiegen ließ, so griff er nun nach jedem Argument, das irgendwie die These stützte, daß militärisch gesehen die Zeit für die Alliierten arbeitete.
Daraus ergab sich der Schluß: entweder den Krieg, offensichtlich zu Hitlers Bedingungen, durch eine Übereinkunft mit den Alliierten zu liquidieren oder "den Feind niederzuschlagen, bis er niederbricht". Die Vorbereitungen für die Offensive, so Hitler, sollten nicht mehr als drei Wochen in Anspruch nehmen: "Wenn wir das nicht fertigbringen, verdienen wir, geprügelt zu werden."
Die Kommandeure wurden mit der Weisung entlassen, die Umgruppierung im Westen zu Ende zu führen und die Offensive vorzubereiten, die diesmal nicht nur gegen Belgien und Luxemburg, sondern auch gegen Holland geführt werden sollte. Hitler wollte so früh wie möglich informiert werden, wann die Offensive beginnen könne. Alle, die an jener schicksalhaften Zusammenkunft teilnahmen, scheinen die Reichskanzlei tief aufgewühlt verlassen zu haben. Was Hitler verlangte, muß für sie an Irrsinn gegrenzt haben:
Schon die Jahreszeit machte einen Strich durch Hitlers Rechnung. Selbst die gewaltigen Vernichtungsschlachten des Ersten Weltkriegs waren regelmäßig Mitte November im Schlamm der Schützengräben "erstickt". Einen Blitzkrieg-Feldzug zu starten, bei dem es entscheidend auf rasch bewegliche Waffen wie Panzer und Flugzeuge ankam, diese aber ausgerechnet in der nebligen Jahreszeit in vollstem Einsatz stehen würden, nahm sich wie blanker Wahnsinn aus.
Seit Jahren hatte man in den höchsten Kreisen die Aussichten für einen Krieg im Westen einhellig pessimistisch beurteilt. Mitte September hatte der stellvertretende Chef des Heeres-Generalstabes, General Karl-Heinrich von Stülpnagel, eine ausführliche Studie verfaßt, die mit der Feststellung schloß, ein Angriff auf Frankreichs Verteidigungslinie verspreche frühestens im Frühjahr 1942 Erfolg.
Die Möglichkeit, die rechte Flanke durch Belgien, Holland und Luzernburg vorstoßen zu lassen, wurde nicht einmal erwähnt. Offenbar war man der Ansicht, eine Ungeheuerlichkeit wie eine Neutralitätsverletzung à la 1914 komme keinesfalls in Frage.
Zwar stammten diese Beurteilungen sämtlich von Gegnern der hitlerischen Politik und wurden aus diesem Grund von vielen ihrer Kameraden mit Mißtrauen betrachtet, aber gleichwohl genossen diese Männer als Fachleute höchstes Ansehen. Dazu kam, daß selbst Offiziere, die meistens mit den Ansichten des "Führers" übereinstimmten, die Aussichten recht düster beurteilten.
Die militärische Persönlichkeit, von der man vielleicht zuallerletzt eine Auflehnung gegen Hitlers Politik erwartet hätte, war Generaloberst Walter von Reichenau, der einzige hohe Generalstabsoffizier, der sich vor 1933 auf die Seite der Nazis geschlagen hatte. In der Generalität galt er gemeinhin als "Hitlers Mann", in Oppositionskreisen als Opportunist und Postenjäger.
Doch war dieses Urteil nicht ganz korrekt. Reichenau erwies sich nun als weitaus unabhängiger im Denken und Handeln, als man es je erwartet hatte. Was Hitler an der Westfront vorhatte, wurde Reichenau am 10. Oktober bewußt, als er mit seinem Stabschef Friedrich Paulus im Rheinland eintraf, um General Curt Liebmann abzulösen, der bei Hitler als Defätist angeschwärzt worden war.
In einer Besprechung am Abend erfuhr Reichenau von seinem Vorgänger, die laufenden Vorbereitungen deuteten auf eine baldige Offensive durch Belgien und Holland. Reichenau war "wie vom Donner gerührt" (so Liebmann) und antwortete erregt, dies wäre "geradezu verbrecherisch" und er werde seinen ganzen Einfluß aufbieten, und zwar "heim Führer selbst", um derartiges zu verhindern.
In dieser Ansicht wurde Reichenau durch den Abwehr-Chef Canaris bestärkt, der fast unmittelbar danach die Stäbe an der Westfront besuchte. Ziel dieser Reise war, die Generäle zu offener Auflehnung gegen Hitlers Pläne im Westen aufzurütteln und Stimmung für einen Angriff auf das Regime selbst zu machen.
Canaris fand vielerorts Sympathie, ungleich schwerer aber war es, jemanden zu aktivem Handeln zu bewegen. Zu seiner Überraschung zeigte sich als einziger ausgerechnet der Mann, von dem er es am wenigsten erwartet hätte, bereit, Hitler entgegenzutreten -- Reichenau.
Es bedurfte nicht vieler Worte, ihn zu veranlassen, ein Memorandum an Hitler persönlich aufzusetzen, das den scheinheiligen Titel trug: "Die Sicherung des deutschen Sieges." Als Hitler am 30. Oktober bei einer Zusammenkunft mit Armeeführern seine feste Absicht bekundete, durch Holland vorzustoßen, hatte Reichenau als einziger den Mut, ihm scharf entgegenzutreten. In Oppositionskreisen ging die Rede, daß er sich sogar gegen die deutschen Greuel in Polen gewandt habe.
Am folgenden Tag führte Reichenau bei einem Treffen von Kommandeuren der Heeresgruppe B in Bad Godesberg den Chor der Gegner des Offensivplans an. Am 1. November war er bereits zum zweitenmal innerhalb von drei Tagen in Berlin, wo er nach einem Essen mit Hitler ausführlich den Standpunkt des OKH verteidigte.
Reichenaus mutige Überzeugung veranlaßte ihn zu einem der ungewöhnlichsten Alleingänge, die im Zweiten Weltkrieg unternommen worden sind, um Hitlers Pläne zu vereiteln. Der entscheidende Augenblick für ihn kam anscheinend am Nachmittag oder Abend des 5. November, an dem Hitler den Beginn der Offensive vermeintlich endgültig auf den 12. November festsetzte. Am 2. oder 3. und dann wieder am 5. November selbst hatte Reichenau abermals versucht, Hitler von seinem Vorhaben abzubringen, war aber auf taube Ohren gestoßen.
Das Vorgehen, zu dem der General sich nun entschloß, war höchst verwegen. Er kontaktierte den zivilen Chef der innerdeutschen Opposition, den Leipziger Ex-Bürgermeister Carl Goerdeler. Reichenau war offenbar genügend über Goerdeler orientiert, um zu wissen, wie sehr dieser das Regime haßte. Er nahm an, daß Goerdelers Auslandsverbindungen einen Kontakt mit England ermöglichen müßten.
Es wurde eine Zusammenkunft mit Goerdeler und seinem Vertrauten Fritz Elsas, früher zweiter Bürgermeister von Berlin, arrangiert, die nur am 6. November stattgefunden haben kann. Im Hause von Fritz Elsas enthüllte Reichenau Hitlers Absicht, den Angriff an der Westfront über die Niederlande und Belgien zu führen. Eine solche Offensive, erklärte er, sei völlig wahnsinnig." Was können wir tun, die zu verhindern?" fragte er.
Natürlich wußte er die Antwort selbst: die Engländer und oder die Holländer warnen, um sichtbare Verteidigungsvorbereitungen zu veranlassen, die dem deutschen Oberkommando zeigen würden, daß der Überraschungseffekt verloren war. Die Annahme schien berechtigt, daß man dann die Angriffspläne vorläufig auf Eis legen werde. Reichenau machte sogar noch Vorschläge, wie die Holländer ihre Gewässer in Verteidigungsbereitschaft versetzen könnten.
Nach diesem Auftritt verschwand Reichenau von der Bühne und überließ das weitere dem Oppositionsnetz. Er hatte richtig geschätzt, daß der Widerstandsbewegung, wenn auch aus ganz anderen Motiven, ebenso daran gelegen sei, kriegerische Auseinandersetzungen im Westen zu verhindern. Die Hoffnungen der Opposition konzentrierten sich auf eine Verständigung mit den Westmächten, die Hitlers Sturz erleichtern würde.
Glücklicherweise verfügte Elsas über eine Möglichkeit, die Warnung weiterzugeben. Er stand seit dem Jahr 1935 mit einem Geschäftsmann, Dr. Hans Robinsohn, Mitglied einer aktiven Widerstandsgruppe in Hamburg, in enger Verbindung. Unmittelbar nach der Kristallnacht im November 1938 war Robinsohn in letzter Minute die Flucht ins Ausland geglückt. Da seine Frau Halbdänin war, hatte er sich in Kopenhagen niedergelassen, wo er zu einem Glied in der Nachrichtenkette wurde, welche die deutsche Opposition mit England verband.
Am Nachmittag des 7. November überbrachte ein Mittelsmann von Elsas per Flugzeug Robinsohn die Nachricht, die auf Reichenau zurückging. Dr. Robinsohn handelte unverzüglich. Am nächsten Morgen gegen acht Uhr rief er in Stockholm an. Dort erreichte er Dr. Walter Jacobsen, gleichfalls politischer Flüchtling und skandinavischer Kontaktmann der Opposition, der mit dem Presseattaché an der britischen Gesandtschaft bekannt war. Ein verblüfftes "Wie soll ich das schaffen?" war Jacobsens erste Reaktion, als Robinsohn ihm sagte, er müsse irgendwie einen Vertreter Londons nach Kopenhagen schicken, weil Großbritannien "große Gefahr" drohe.
Jacobsen gab die Nachricht an den Attaché weiter. Als Robinsohn am nächsten Mittag in seine Wohnung zurückkehrte, erfuhr er von einem mysteriösen Telephonanruf. Bald rief es wieder an, und anschließend traf er sich in einem Café mit einem hochgewachsenen Mann mit Schnurrbart, der mit seiner Mütze wie Sherlock Holmes aussah.
Der sicherste Gesprächsort, der Robinsohn einfiel, war der Saferaum seiner Bank, und dort wurde schließlich, ohne jede Namensnennung, Reichenaus Botschaft übergeben. "Jetzt", sagte Robinsohn aufzeufzend, "hoffe ich, daß etwas geschehen wird."
"Nun, zuerst müssen wir eine Überprüfung vornehmen." "Was überprüfen?"
"Sie", lautete die beunruhigend Antwort.
Am Vormittag des nächsten Tages trafen sich die beiden Männer wieder in einem Café. Diesmal war der zuerst so reservierte Engländer freundlicher, "Wir haben Sie überprüft, und ich habe die Informationen weitergeleitet, Ich kann Ihnen außerdem sagen, daß Ihre Story auch von einer anderen Stelle bestätigt wird." Erst nach dem Krieg erfuhr Robinsohn, daß Reichenaus Nachricht auch über die Schweiz nach England gelangt war.
Der "Reichenau-Zwischenfall" bezeugt auf dramatische Weise, wie intensiv der Schock war, den Hitler seinen Spitzengenerälen versetzt hatte, Das spiegelte sich auch in der Haltung des Generals Walter Warlimont, eines Katholiken aus wallonischem Stamm. Ehemann einer Amerikanerin und Experte für die Kriegswirtschaft, der stellvertretender Chef des Wehrmachtführungsstabes war.
Für einen klardenkenden Offizier wie Warlimont lag das Hirnverbrannte an Hitlers Absichten klar auf der Hand. Über Keitels Weisung, kein Wort davon verlauten zu lassen, setzte er sich bewußt hinweg und gab die Informationen über die geplante Offensive im Westen sogleich ans OKH weiter.
Seine Opposition gegen das Vorhaben war von persönlichen wie von rein militärischen Gründen bestimmt; Beigien, durch das nach Hitlers Ankündigung der Vorstoß geführt werden sollte, war das Land seiner Vorfahren. lieber Verwandter und glücklicher Erinnerungen an viele Ferientage am Meer.
Zuerst erwog Warlimont, eine ausführliche kriegswirtschaftliche Studie zu verfassen. Das Vorhaben zerschlug sich, und so verfiel Warlimont auf eine andere Taktik: Er wollte versuchen, den belgischen König zu einem Vermittlungsangebot zu bewegen, das Hitler schwer ablehnen konnte.
Die Möglichkeit dazu ergab sich aus Warlimonis zwanzigjähriger Freundschaft mit Oberst Rabe von Pappenheim, dem deutschen Militärattaché in Brüssel, der seinerseits direkte Verbindung zu Generalleutnant van Overstraeten, dem Generaladjutanten des belgischen Königs Leopold III., hatte.
Wiederum erscheint Reichenau in einem interessanten Licht, denn er sprach Pappenheim, der ihn in seinem Hauptquartier in Düsseldorf auf suchte, sein volles Einverständnis mit diesem Plan aus. Es läßt sich nicht beurteilen, wie weit diese Versuche möglicherweise die Monarchen Belgiens und Hollands bestimmten, am 8. November den kriegführenden Mächten ihre Vermittlung anzubieten.
Wenn sich in Reichenaus und Warlimonts Schritten die Reaktion der militärischen Führungselite widerspiegelte, die keine Verbindung zur Opposition hatte, kann man sich leicht vorstellen, wie die politisch Unzufriedenen im OKH reagierten, als sie von den Plänen einer Offensive im Westen erfuhren.
Die volle Wirkung von Hitlers Ankündigung wurde freilich durch die Zusage abgeschwächt, während der Vorbereitungen für einen Angriff im Westen eine Friedensoffensive zu starten. Diese Taktik schlug er immer ein, wenn er die Widersacher seiner Pläne verwirren wollte. Sie schwächte ihre Proteste, indem sie ihnen Hoffnungen vorgaukelte; das wiederum verleitete sie dazu, nicht sofort eine härtere Position einzunehmen.
In seiner Reichstagsrede vom 6. Oktober machte er den Westmächten ein Friedensangebot, vorausgesetzt, sie ließen ihm in Polen freie Hand und gäben die 1919 verlorenen Kolonien zurück. Als Vorspiegelung, daß er sein möglichstes für den Frieden tue, war dieses Angebot im Inland wie im neutralen und kriegführenden Ausland von psychologischem Wert. Hitlers Verhalten in dieser Periode zeigt, daß er eine günstige Aufnahme kaum erwartete oder gar erhoffte und in Wahrheit ganz mit dem Plan einer Westoffensive beschäftigt war.
Am Morgen des 10. Oktober berief er abermals die Männer zu sich, denen er am 27. September erstmals seine Absichten enthüllt hatte. Noch einmal nannte er seine Gründe für einen Feldzug im Westen.
General von Leeb notierte in seinem Tagebuch: "Alle Anordnungen deuten darauf hin, daß man diesen Wahnsinns-Angriff unter Verletzung der Neutralität Hollands, Belgiens und Luxemburgs machen will. Die Rede Hitlers war also nur ein Belügen des deutschen Volkes."
Über derlei politischen Zynismus hätten viele Generäle vielleicht hinweggesehen, wenn er mit ihren militärischen Überlegungen zu vereinbaren gewesen wäre. Da er aber ihren Ansichten über das, was militärisch vernünftig war, widersprach und sie von einem Angriff an der Westfront nichts wissen wollten, kamen ihnen "moralische" Bedenken höchst gelegen. Selbst "Hartgesottene" wie Reichenau nahmen dieses Stichwort auf.
Seit zwei Jahrzehnten hatte die Behandlung, die man Belgien im Ersten Weltkrieg hatte widerfahren lassen, in Deutschland Skrupel verursacht. Auch vor dem Tribunal der Weltmeinung war der Fall ausführlich verhandelt worden und das Urteil zumeist gegen die "policy-makers" des Reiches ausgefallen. Das wog in den Augen der strengeren Gegner des Dritten Reiches doppelt schwer.
Zu ihnen zählten auch jene Widerständler, für die der Mangel an "Achtung vor der Meinung der Welt" einen der Hauptvorwürfe gegen das Regime bildete. Die moralisch sensibleren Angehörigen der Opposition sahen immer mehr Berechtigung, Feuer mit Feuer zu bekämpfen. Oberst Hans Oster, Stabschef der Abwehr und Motor der Opposition, hatte bereits eine Beziehung angeknüpft, die ein der Situation entsprechendes Vorgehen nahelegte.
1932 hatte er einen holländischen Offizier, Gijsbertus Jacobus Sas, kennengelernt. Aus der Bekanntschaft war eine Freundschaft geworden, als Sas aushilfsweise Militärattaché in Berlin wurde. Oster und er kamen häufig zusammen, duzten einander und führten lange Gespräche über aktuelle Probleme, wobei sie feststellten, daß sie in ihren Ansichten übereinstimmten.
1938 wurde Sas nach Den Haag zurückgerufen, um den Posten des Chefs der Operationsabteilung im niederländischen Generalstab zu übernehmen. Dann kam Hitlers Überfall auf die Rumpf-Tschechoslowakei, und über Europa ging eine Welle der Furcht hinweg. Der holländische Oberbefehlshaber, General Reynders, entsann sich der ausgezeichneten, offensichtlich aus wichtigen persönlichen Kontakten gespeisten Berichte, die Sas früher aus Berlin gesandt hatte.
So kehrte Sas, nun Oberst, im April 1939 als permanenter Attaché nach Berlin zurück. Er frischte seine alte Verbindung zu Oster wieder auf, und die holländischen Behörden wurden in den Erwartungen, die sie in Sas gesetzt * Am 5. Oktober 1939.
hatten, nicht enttäuscht. Ihm war es im wesentlichen zu verdanken, daß die Regierung in Den Haag bemerkenswert gut über die Ereignisse informiert war, die sich in den heißen Augusttagen 1939 in Berlin abspielten.
Am 28. September -- am Vortag hatte Hitler in der Reichskanzlei seine Offensivpläne für den Westen enthüllt -- lieferte Sas eine unheimlich prophetische Analyse: In etwa sechs Wochen, sagte er voraus, werde im Westen eine "gespannte Situation" eintreten. Diesmal würden die Beschränkungen des Schlieffenplans von 1914, demgemäß Deutschland seinen westlichen Vorstoß über Belgien und Luxemburg führte, nicht gelten.
Solche Aussichten konnten General Reynders schwerlich erfreuen, und die Sas-Aktien an der militärischen Börse von Den Haag erlitten ihren ersten Kurssturz. Obwohl Sas sich bewußt war, wie sehr er sich in die Nesseln setzte, ließ sich der Oberst weder in seinen Überzeugungen beirren noch in seiner Bereitschaft, offen zu sprechen. Ein paar Tage nachdem er seinen Bericht abgesandt hatte, bemerkte er zu Oster: "Nun, Sie werden sehen in Kürze haben wir die Spannung im Westen, und diesmal werden wir (Holland) der Gefahr nicht mehr entgehen. Wir bekommen dann den Aufmarsch durch den Westen, durch Holland."
Oster meinte, noch sei es nicht soweit. Aber er wolle versuchen, sich über die Lage zu informieren. Kurz danach kam Oster zu Sas und sagte ihm: "Nein, es ist noch nicht soweit, im Augenblick wird nur Belgien bearbeitet, aber wenn es soweit kommt, werde ich dich benachrichtigen."
Vierzehn Tage später erschien er wieder und berichtete Sas: "Mein lieber Freund, du hast recht gehabt, jetzt ist auch Holland an der Reihe." Sas unterrichtete pflichtgemäß Reynders, und von da an verschlechterten sich ihre Beziehungen immer mehr. Der General weigerte sich einfach, solche Hiobsbotschaften zu glauben, zumal Sas nicht mehr sagen konnte, als daß sein Informant ein höherer Offizier aus dem OKW sei, "dessen Gewissen es nicht zuließ, weiter mit der Gangsterbande zusammenzuarbeiten".
Reynders, Skepsis und Unmut über Sas teilten sich bald seinen Untergebenen mit und übertrugen sich besonders auf die Offiziere im Nachrichtendienst, die Sas' Berichte auswerteten. Durch puren Zufall erfuhr Sas von dem eigentlichen Zweck einer Reise, die Oberstleutnant Gijsberti Hodenpijl damals nach Deutschland unternahm.
Angeblich handelte es sich um eine Inspektionsreise, in Wahrheit war aber Hodenpijl von Oberst van de Plassche, dem holländischen Geheimdienstchef, beauftragt worden, Sas" Berichterstattung nachzuprüfen. Er schrieb aus Berlin, man dürfe Sas nicht ernst nehmen, da er übertreibe.
Der Attaché beschloß, sich ein für allemal Klarheit zu verschaffen. Am 5. November war er wieder in Den Haag und stellte van de Plassche zur Rede, der ihn seines vollen Vertrauens versicherte. Größere Offenheit fand Sas bei Hauptmann Kruls, dem Adjutanten des Kriegsministers, der ihn anschnauzte: "Was, dich ernst nehmen? Sieh mal, was hier steht!" Kruls zeigte ihm eine vertrauliche Mitteilung des Nachrichtendienstes, in der die Sas-Berichte mit Ausrufezeichen und herabsetzenden Bemerkungen lächerlich gemacht wurden.
Sas hatte genug und kehrte nach Berlin zurück, um seine Abberufung zu beantragen. Als er am 7. November frühmorgens dort eintraf, fand er eine Nachricht von Oster vor, der ihn bat, umgehend zu ihm zu kommen. Vor dem Haus bemerkte er einen Dienstwagen, und Oster war, ebenso ungewöhnlich, in Uniform.
Oster vertraute Sas an, der Angriff im Westen solle am 12. November beginnen und auch die Niederlande einschließen. Er selbst wolle sich an die Westfront begeben und Generäle aufsuchen, um sie möglichst zu einem Putsch zu bewegen und damit der Offensive zuvorzukommen. "Die Chance ist äußerst gering. Triff auf jeden Fall deine Maßnahmen."
Sas rief seine Frau in Den Haag an, damit sie eine Vorwarnung weitergeben könne. Er selbst traf am Morgen des 8. November dort ein und wurde sofort einer Art kleinem Ministerrat zugezogen, der aus Ministerpräsident Jonkheer de Geer, Außenminister van Kleffens, Kriegsminister Dijxhoorn und General Reynders bestand.
Der Militärattaché meinte später, er habe seinen Rapport vielleicht zu erregt vorgetragen und dadurch die richtige Wirkung verfehlt. Mit Ausnahme von Dijxhoorn zeigten sich die Kabinettsmitglieder höchst skeptisch und machten sogar einige sarkastische Bemerkungen auf Kosten von Sas.
Als der Attaché am nächsten Tag feststellen mußte, daß nichts geschah, überkam ihn die Verzweiflung. Er suchte Admiral Fürstner, den Chef der holländischen Flotte, dann den ehemaligen Ministerpräsidenten Colijn auf. Dieser war anscheinend erschrocken über seine Erregung. Er rief Reynders an und sagte ihm, der Attaché scheine überspannt zu sein, man solle ihm nicht glauben.
Daraufhin begab Sas sich zum Oberkommando der Armee, um mit General van Oorschot zu sprechen. Als auch dies zu nichts führte, kam es zu einem scharfen Wortwechsel, worauf Sas erregt rief: "Jetzt gehe ich zur Königin!" und die Tür hinter sich zuwarf. Im Schloß traf er einen Bekannten, Oberstleutnant Phaff, Adutant der Königin, der ihm verständnisvoll zuhörte, während Sas in der Antichambre auf eine Audienz wartete.
Kurz darauf erschien General van Ellemeet, Generaladjutant der Königin, und eröffnete Sas, Reynders habe soeben telephonisch Befehl erteilt, der Attaché dürfe nicht mit der Monarchin sprechen. So blieb Sas nichts übrig, als wieder zu gehen, allerdings nicht ohne Oberstleutnant Phaff sein Anliegen anzuvertrauen, das dieser Königin Wilhelmina meldete.
Der 12. November kam -- und verging, ohne daß etwas geschah! Sas hatte vermutlich Glück, daß er vom Kriegsministerium nur einen Verweis erhielt, weil er sich an Colijn gewandt hatte. Wieder nach Berlin zurückgekehrt, erhielt er von Oster immer wieder neue Termine, die Hitler für den Angriff festsetzte und bald darauf widerrief. Sas gab sie pflichtgemäß nach Holland weiter, wohl wissend, daß er sich mit jedem Alarmruf unbeliebter machte.
Hans Oster aber hatte die Entscheidung seines Lebens getroffen. Er hatte beschlossen, alles zu tun, um Hitlers verbrecherische Pläne zu vereiteln oder, wenn das nicht gelingen sollte, wenigstens deren Auswirkungen abzuschwächen.
Wie sehr er sich bewußt war, seinen persönlichen Rubikon überschritten zu haben, läßt sich an den Worten ermessen, die er am 8. oder 9. Oktober -- dem Tag, als er Sas zum erstenmal Hitlers Angriffspläne enthüllte -- zu seinem Freund und Kampfgefährten Franz Liedig sprach. Oster war mit Liedig auf dem Weg zu seiner Wohnung. Sie hielten kurz vor dem Sas-Domizil, und Liedig, der im Wagen geblieben war, machte sich Gedanken über die Schweigsamkeit seines sonst so gesprächigen Freundes.
Als Oster zurückkam und sie weiterfuhren, brach der Oberst plötzlich sein Schweigen mit einem so heftigen Ausbruch innerer Bewegung, daß die Worte unverständlich blieben. "Jetzt gibt es für mich kein Zurück mehr!" hörte Liedig ihn schließlich sagen.
Oster erzählte, was er getan hatte, und fügte hinzu: "Es ist viel einfacher, eine Pistole zu nehmen und jemanden über den Haufen zu schießen, es ist viel einfacher, in eine Maschinengewehrgarbe hineinzulaufen, wenn es um der Sache willen geschieht, als das, was zu tun ich mich entschlossen habe. Und wenn Sie je in die Lage kommen sollten, dann bitte ich Sie, bleiben Sie auch nach meinem Tode der Freund, der weiß, wie es um mich gestanden und was mich bewogen hat, Dinge zu tun, die andere vielleicht nie verstehen werden oder jedenfalls nie selbst getan haben würden."
Auch Sas spürte, wie sehr dieses Problem Oster beschäftigte. Er erinnerte sich vor allem an Osters Ausspruch: "Man kann nun sagen, daß ich Landesverräter bin, aber das bin ich in Wirklichkeit nicht, ich halte mich für einen besseren Deutschen als alle die, die hinter Hitler herlaufen. Mein Plan und meine Pflicht ist es, Deutschland und damit die Welt von dieser Pest zu befreien."
Oster war entschlossen, bis zum Äußersten zu gehen, Es gab nur einen Weg: das Regime durch einen Militärputsch zu stürzen. Aber man befand sich mitten im Krieg. Würde nicht der Kriegsgegner die Stunde des Hitler-Sturzes für sich ausnutzen? Man mußte also vorher mit dem Kriegsgegner verhandeln, und das hieß vor allem: geheimer Kontakt mit England.
Die Opposition sah sich in einer gewissen Zwangslage. Vor allen Dingen war es wichtig, daß eine Offensive an der Westfront verhindert wurde und man zugleich versuchte, die Verbindung mit London aufzunehmen und eine vorläufige Übereinkunft mit der britischen Regierung zu erreichen. Ein deutscher Angriff und ein sich daraus zwangsläufig entwickelnder Entscheidungskampf waren vom Standpunkt der Opposition aus katastrophal, gleichgültig, wie der Kampf ausging.
Ein Sieg Hitlers würde für Deutschland und für Europa die größte Katastrophe bedeuten. Eine Niederlage würde das Land einem ergrimmten und vermutlich rachedurstigen Feind ausliefern. Ein Patt -- wenn sich so etwas vorstellen ließ -- würde dazu führen, daß beide Seiten noch unnachgiebiger würden.
Jeder Tag, den die Opposition verlor, war für Hitler ein gewonnener Tag. Und wenn der Angriff erst begonnen hatte, war kaum zu erwarten, daß die Gewichte zwischen den Kriegführenden gleichmäßig verteilt bleiben würden. Jede Verbesserung der deutschen Position machte eine Erhebung im Lande schwieriger. War das Kriegsglück den Alliierten günstig, so würde die Bereitschaft zum Entgegenkommen in London und Paris entsprechend sinken.
Die Ziele der Opposition im Westen waren durch die Umstände eindeutig diktiert. Vor allen Dingen mußte man die Garantie erlangen, daß die Alliierten eine revolutionäre Situation nicht zu Offensivmaßnahmen benützen würden. Wenn das nicht gesichert war, müßten die Generäle zu Recht den Eindruck gewinnen, daß jedes Vorgehen gegen Hitler ein echter "Dolchstoß" wäre.
In zweiter Linie mußte man für den Frieden Zusicherungen einhandeln, die alle Alliierten einer Regierung nach Hitler gewähren würden. Damals wie später war man sich in den militärischen Kreisen nicht einig, was als annehmbar zu betrachten wäre. Für die Opposition ergab sich der logische Schluß, zu versuchen, in London möglichst viel herauszuholen und diese Ergebnisse dann den Schlüsselfiguren im OKH in möglichst attraktiver Form zu unterbreiten.
Mit dem Einverständnis des pensionierten Generalobersten Ludwig Beck, des Seniors der militärischen Opposition, entwarf Oster gemeinsam mit seinem politischen Berater Hans von Dohnanyi den Plan, die angesehenste Persönlichkeit in Europa als Vermittler einzuschalten niemand Geringeren als den neugewählten Papst Pius XII. Daß die drei Protestanten den Heiligen Stuhl wählten, war die Frucht höchst realistischer Erwägungen.
Seit Jahrhunderten war kein Papst so eng mit Deutschland verbunden gewesen wie Plus XII. Als Erzbischof war Eugenio Pacelli 1917 Nuntius in München geworden, wo er bei Verhandlungen über eine eventuelle Vermittlung des Papstes zwischen den Mittelmächten und den Alliierten sogleich seinen Takt und sein Einfühlungsvermögen demonstrierte.
Von 1920 bis 1929 war er dann Nuntius in Berlin. Als Kardinalstaatssekretär von 1930 bis 1939 widmete er den Beziehungen zu Deutschland viel Aufmerksamkeit. Und als er zum Papst gewählt wurde, behielt er von Anfang an die Leitung der deutschen Angelegenheiten ausschließlich sich selbst vor.
Er galt als ein Vorbild an Diskretion, Vertrauenswürdigkeit und diplomatischer Vernunft. Der preußische Ministerpräsident Otto Braun sprach von dem "ästhetischen Genuß", den es ihm bereite, "die Zähigkeit und geistige Elastizität" zu beobachten, "mit denen er (Pacelli) die Interessen Roms vertrat".
Man rühmte ihm kühles, kritisches Denken und einen geradezu körperlichen Widerwillen gegen Übertreibungen und allzu große Worte nach. Ebenso wichtig wie ihre Kenntnis des Charakters von Pius XII. war für Oster und seine Gefährten das feste Vertrauen in das Wohlwollen des Papstes gegenüber den Deutschen. In dieser Annahme täuschten sie sich nicht.
Im Juni 1945, nachdem er viel hatte erdulden und erleben müssen, was ihn durchaus gegen die Deutschen hätte einnehmen können, bemerkte Plus XII. zu den Anklagen gegen sie, er "habe Gelegenheit gehabt, die wertvollen Eigenschaften dieses Volkes kennenzulernen". Kurz danach hob er Bischof Graf von Galen, der vor ihm kniete, um den Kardinalshut zu empfangen, mit den geflüsterten Worten "Gott schütze Deutschland" auf.
Was freilich das Dritte Reich und seine wahren Absichten gegenüber der katholischen Kirche betraf, so hatte der Papst rasch alle Illusionen verloren. Durch seine eigenen Informationsquellen war Oster genau über die antinationalsozialistische Einstellung des Papstes orientiert. Oster wußte auch, daß der Papst einige Führer des Widerstands, vor allem Beck und Canaris, gut kannte. Als Nuntius hatte er mit den beiden eine Leidenschaft für das Reiten geteilt und war ihnen anscheinend gelegentlich bei frühmorgendlichen Ausritten begegnet.
Der Name Beck als Führer der Gruppe, die an den Vatikan herantrat, beeindruckte Pius XII. besonders. Auch Oster scheint der Papst von ähnlichen Begegnungen gekannt zu haben, betrachtete ihn aber wohl im wesentlichen als Sprachrohr von Canaris. So konnte er sich selbst ein Bild vom Format der Oppositionsführung machen und sich für sie gegenüber den Engländern verbürgen.
Schließlich war für die Widerstandsgruppe wichtig, daß der Bevollmächtigte, der dem Vatikan die Bitte überbringen sollte, dort gut bekannt und wohl angesehen war. Die Wahl war auf einen Deutschen gefallen, der für diesen Auftrag wie geschaffen schien: auf den 41jährigen Münchner Anwalt Dr. Josef Müller.
Er hatte schon seit langem eine Schlüsselrolle im katholischen Widerstand gegen den zunehmenden Druck des Nationalsozialismus gespielt. Mitglied der Bayrischen Volkspartei vor 1933 und Vertrauter Heinrich Helds, des letzten bayrischen Ministerpräsidenten vor der "Machtergreifung", stellte er seine juristischen und geschäftlichen Talente den bedrängten katholischen Institutionen mit unerschütterlicher Hingabe zur Verfügung. Müller war auch wiederholt von Oberhäuptern religiöser Orden, die in Rom ihre Zentrale hatten, um Unterstützung gebeten worden.
Eugenio Pacelli beauftragte Müller, mit dem Wiener Kardinal Initzer ein ernstes Wort zu reden, als dieser politisch naive Kirchenfürst beim "Anschluß" Osterreichs auf Hitler hereinfiel. Außerdem hatte der Kardinalstaatssekretär von Zeit zu Zeit Müllers Meinung zur Außenpolitik des Dritten Reiches eingeholt.
Dr. Josef Müller ist ein bayrischer Bauernsohn. Ein kühner Stoßtruppführer im Ersten Weltkrieg, ein zäher und schlagkräftiger Nahkämpfer in der Politik, ist er der Typ des Mannes aus dem Volke, den die Nationalsozialisten so gerne für sich reklamierten, der sie aber in Verlegenheit setzte, wenn er auf der Gegenseite stand.
Den populären Spitznamen "Ochsensepp legten ihm, wie er selbst erzählt, Klassenkameraden bei, weil er ein Paar Ochsen trieb, um sich als Gymnasiast durch Tagelohn etwas dazuzuverdienen. Seine oppositionelle Tätigkeit im Abwehr-Sektor des Widerstands beweist eine ungewöhnlich gute Konstitution und Nervenverfassung. Mit ihrer Hilfe vermochte er einem Druck zu widerstehen, dem ein Mann von sensiblerer Natur, wie Goerdeler, schließlich erlag.
Dr. Müller hatte überall in der Ewigen Stadt Freunde und Bekannte. So stand er zum Beispiel auf recht vertrautem Fuße mit Monsignore Ludwig Kaas, dem ehemaligen Vorsitzenden der Zentrumspartei und damaligen "economo" von St. Peter, einem der wenigen, die einen Schlüssel zu den päpstlichen Privatgemächern besaßen.
Von erstrangiger Bedeutung aber war, daß Müller kurz zuvor mit Pater Leiber SJ, dem wichtigsten persönlichen Gehilfen und Vertrauten von Plus XII., bekannt geworden war. Pater Leiber war 1924 in den Dienst des künftigen Papstes getreten und blieb ihm bis zu dessen Tod zur Seite.
34 Jahre lang war er Eugenio Pacelus rechte Hand und ging in selbstlosem Dienst auf, wie es von ihm erwartet wurde. Er war auf seine bescheidene Art eine verkleinerte Ausgabe seines majestätischen Herrn -- ein Vorbild an Verschwiegenheit und Diskretion, Eigenschaften, die sich in langen Jahren des Umgangs mit höchst geheimen Angelegenheiten noch verstärkt hatten.
So sahen die Männer aus, die Hans Oster für sein gewagtes Spiel zur Rettung Deutschlands einsetzen wollte. Entscheidend aber war, ob der "Ochsensepp mitwirken würde. Oberst Oster ließ Josef Müller nach Berlin rufen.
IM NÄCHSTEN HEFT
Papst Plus XII. vermittelt zwischen deutschen Widerständlern und England -- Ein SD-Spitzel in der Mönchskutte wird abgeschüttelt -- Die britische Regierung nennt ihre Friedensbedingungen

DER SPIEGEL 19/1969
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