06.02.2006

6. Februar 2006 Betr.: Titel

Der Umgang mit der besonderen Verletzlichkeit vieler Muslime ist schwierig - denn es dürfte sich kaum ein Gläubiger finden lassen, der eine bildliche Darstellung Allahs oder seines Propheten nicht als kränkend empfindet. So zog der SPIEGEL 1999 den heiligen Hass der Extremen mit wochenlangen Protesten und sogar Morddrohungen auf sich, als er einen Gemäldeausschnitt des deutschen Malers Theodor Hosemann aus dem Jahr 1847 zeigte, auf dem Mohammed mit einem Menschengesicht abgebildet wurde. Glaubensgrundsätze werden von vielen Muslimen streng befolgt. Können Muslime aber den Anspruch stellen, dass diese Regeln auch in laizistischen Staaten wie der Bundesrepublik oder Dänemark gelten? Nein. Ist die Erwartung anderer Religionen dennoch berechtigt, ihnen mit Respekt zu begegnen? Sicherlich. Der SPIEGEL hat in seiner Titelgeschichte "Wer war Mohammed?" (23/2001) auf das islamische Verbot, sich ein Bild des Propheten zu machen, Rücksicht genommen und ihn nur in Umrissen gezeigt: beim Ritt gen Himmel, das Gesicht als helle Fläche - die Miniatur eines persischen Künstlers aus dem 16. Jahrhundert (Seite 88).

DER SPIEGEL 6/2006
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