07.10.1968

OLYMPIA / PLANUNGKampf im Hochland

In Kriegszeiten gilt für Olympische Spiele ein Waffenstillstand. In Friedenszelten bricht ein wahrer Krieg aus. Jean Giraudoux
Durch das Tannen- und Fichtendickicht am Lake Tahoe frästen sich kreischend Motorsägen. Bulldozer planierten in der Wildnis der kalifornischen Sierra Nevada eine 400 Meter lange Rundbahn; in Waldschneisen schachteten Arbeiter rechteckige Gruben aus.
Einige Tage später segelten Speere und Disken aus dem Urwald. Läufer in Renntrikots verschwanden bei jeder Runde zeitweise im Forst. Denn im Innenraum des Rennrunds waren von den Sportförstern nur wenige Bäume gerodet worden.
Amerikas Olympia-Planer hatten den Hochwald am Echo-Gipfel im Klondike-Tempo zum naturgetreuen Mexiko-Modell ausgeholzt. Die Wildnis lockte Amerikas Athleten-Elite, weil sie gerade so hoch gelegen ist (2240 Meter) wie Mexico City. Zugleich bot das Waldstadion ein Klima wie die Olympiastadt. in der am 12. Oktober die XIX. Olympischen Spiele beginnen sollen. Am
Lake Tahoe prüften die Trainer, "wie die Höhe dem Blut, den Beinen, den Lungen und den Minderwertigkeits-Komplexen" ("Sports Illustrated") der US-Stars bekäme.
Wie die USA hatte auch der Sowjet-Staat für 560 auserwählte Sportler in Tschekasor bei Jerewan ein Höhenlager errichtet. Und die Mexikaner unternahmen die größte Anstrengung ihrer Sportgeschichte, um sich für den olympischen Ernstfall zu wappnen.
Da trieb die mexikanische Studenten-Revolte in der Olympiastadt auf den Siedepunkt zu. Die Rebellen hatten sich entschlossen, das aufwendig-
* Deutsche Athleten bei Leistungs-Tests an sportmedizinischen Spezialgeraten. Sie messen bis zu zwölf verschiedene Körperfunktionen gleichzeitig, etwa die Sauerstoff-Sättigung des Blutes, die Muskelleistung und die Herzfrequenz bei verschiedenen Belastungsstuten.
ste Welt-Festival aller Zeiten zu sprengen (siehe Seite 147).
Währenddessen traf die bundesdeutsche Equipe truppweise ein -- mit 297 Olympioniken die viertgrößte (nach den USA, der UdSSR und Mexiko). Sie hatten "die olympische Hoch-Konjunktur in St. Moritz (Radfahrer, Schützen), auf dem Silvretta-See in Österreich (Ruderer, Kanuten), im mexikanischen Puebla (Schwimmer) und in Flagstaff, einem früheren Indianerdorf im US -- Staat Arizona (Leichtathleten, Boxer) geprobt.
Frankreichs de Gaulle warf 38 Millionen Mark aus und ließ statt eines Asthma-Sanatoriums in Font Romeu (1850 Meter) eine Sport-Hochburg in den Fels hauen. In den Pyrenäen rüstete Frankreichs Fähnlein zum Marsch auf Mexiko.
Das hochalpine Muskelspannen zielte auf die ersten olympischen Höhenspiele. Erstmals kämpfte die Sportler-Hautevolee in einer Höhe, in der Flachländler viermal atmen müssen, um so viel Sauerstoff aufzunehmen wie in der Ebene mit drei Atemzügen.
Die Großmächte des Sports begegneten dieser atemraubenden Herausforderung durch die kostspieligsten Medaillen-Manöver der Olympia-Chronik. 16 Millionen Mark stifteten Mäzene für den Höhenflug des US-Teams, 25 Millionen Mark investierte die Sowjet-Union, die Bundesrepublik über sieben Millionen Mark.
Nur Länder, die in der Lage sind.
"die Ausbildung der Astronauten für ihre olympische Esquadron nachzuahmen" ("L'Express", Paris), werden mit Sicherheit Medaillen ergattern. So war es 1960 in Rom: Amerika und die Sowjet-Union heimsten 77 von 152 Goldmedaillen ein. 1964 in Tokio fielen ihnen 40 Prozent des Goldschatzes zu. In Mexiko wird wieder jeder zweite Olympiasieger ein Russe oder Amerikaner sein.
Auch die Deutschen aus Ost und West rücken mit eingespieltem Troß aus Funktionären, Trainern, Betreuern und Ärzten an. Sie bringen Masseure, Schuh-Spezialisten, Pferdepfleger, Koch, Waffenmeister und Hufschmied mit. Ohne sie kämpfen Sportler so aussichtslos wie eine vom Nachschub abgeschnittene motorisierte Armee im Dschungelkrieg.
Erstmals treten die Deutschen bei Olympischen Sommerspielen doppelt auf, zwar hinter einer Fahne, aber mit zwei Mannschaften und zusammen 545 Athleten -- dem größten Aufgebot aller Nationen. Ihre olympischen Vorleistungen und Weltranglisten-Plätze verbürgen ihnen nach Russen und Amerikanern die meisten Medaillen. Den Bundesdeutschen trauen die Experten wenigstens 19 Medaillen zu, dem DDR-Kollektiv sogar 20, darunter jeweils vier goldene. Günstige Umstände und glückliche Auslosung könnten die deutsche Medaillen-Beute auf 50 Medaillen anschwellen lassen.
Um den Rest kämpfen wenige Nationen, die das olympische Wettrüsten im Vierjahres-Rhythmus durchgehalten haben. Wenigstens 90 der teilnehmenden 119 Länder und die meisten der 7230 Sportler starten bei der bisher größten Olympiade ohne Chance auf einen Olympiasieg.
Als der französische Baron Pierre de Coubertin die Olympischen Spiele wieder einführte, sorgten sich die Funktionäre 1896 in Athen um genügend Sportler. Jedermann durfte antreten. Sogar für die Matrosen der Schiffe, die zufällig im Hafen von Piräus ankerten, hatten die Olympia-Oberen ein Hindernisschwimmen organisiert. Nur 285 Sportabenteurer aus 13 Nationen reisten an; einige trampten wie der deutsche Radfahrer Goederich in Bremserhäuschen.
Keine Staatskasse der Welt subventionierte die Vorbereitung des Athen-Abenteuers. Der Amerikaner James Brendan Connolly -- später schrieb er Seeräuber-Romane -- ersprang im ersten Dreisprung-Wettbewerb seines Lebens die Goldmedaille. Sein Landsmann Robert Garrett siegte mit dem ersten vorschriftsmäßigen Diskus, den er in die Hand nahm.
Talent und Kraft genügten zum Olympiasieg. Der Deutsche Karl Schuhmann hatte schon zwei Turn-Medaillen gewonnen. Anschließend meldete er für das Ringer-Turnier und errang seine dritte Plakette. Der Hamburger Fritz Traun scheiterte im 800-Meter-Lauf. Medaillenhungrig tat er sich mit dem englischen Touristen J. P. Boland zusammen und gewann Gold im Tennis-Doppel.
Die meisten Laufsieger der ersten Olympischen Spiele würden sich mit ihren Zeiten heute nicht mehr für die Endläufe deutscher Jugendmeisterschaften qualifizieren können. Doch Opas Sport starb zwischen den beiden Weltkriegen. Statt dessen entstand der Hochleistungssport, "der Bruder der Arbeit", wie der spanische Philosoph Ortega y Gasset definierte.
Zuerst unterstützte das Dritte Reich seine Athleten-Garde mit unüblichem Aufwand. Erfolg: Die Deutschen überflügelten bei den Olympischen Spielen 1936 in Berlin die bis dahin in der Nationen-Wertung überlegenen Amerikaner. Deutschlands 33 Goldmedaillen (USA: 24) wurden als nationale Errungenschaft gefeiert.
Nach Hitlers Beispiel pumpten später die Sowjet-Union und die von ihr abhängigen Staaten mit Millionen aus der Staatskasse ihr Ansehen in den internationalen Sportstätten auf. 1952 debütierten die Sowjets wohlvorbereitet auf der Olympia-Bühne. 1956 überholten sie die Amerikaner schon in der Nationen-Wertung. Später entdeckten die unabhängigen Länder der Dritten Welt den PR-Wert des Kampfes um Meter, Sekunden und Kilos. Das olympische Wettrüsten begann.
Unter immer größeren Kosten drillten prestigebedachte Nationen ihre Olympia-Kadetten. Sie schalteten die wissenschaftliche Forschung ein und zogen zur Kontrolle Mediziner heran. Rekordverheißende Erfindungen der Techniker und bessere Trainings-Methoden trieben die Entwicklung voran.
Als erste hatten finnische Langstreckenläufer ihre Siege methodisch vorbereitet. Sie legten 1925 bis zu 385 Trainings-Kilometer zurück -- im Jahr und, da sie ihre Kräfte im Training zu verschleißen fürchteten, großenteils nur im Marschtritt. Vor Mexiko bewältigten Langstreckler wie etwa der Russe Leonid Mikitenko bis zu 750 Kilometer -- pro Monat und im Lauf.
Der neunfache Goldmedaillen-Gewinner Paavo Nurmi härtete sich zuerst durch eine Art von Intervall-Training. Mit der Stoppuhr in der Hand wiederholte er schnelle Läufe nach kurzen Erholungspausen. Das Finnen-Training garantierte sicheren Vorsprung: Zwischen 1920 und 1936 sammelten die Finnen im 5000- und 10 000-Meter-Lauf acht von zehn möglichen Goldmedaillen. Nurmis Siegesserie während der Hallen-Saison in Amerika mobilisierte die öffentliche Meinung der USA für einen Dollar-Kredit an Finnland.
Woldemar Gerschler, ein Dresdner Lauf-Trainer, verfeinerte Nurmis Methode. Er hatte erkannt, wie Lauf-Leistungen schneller stiegen: Wenn Mittel- und Langstreckler im Training statt ihrer Renn-Distanz kürzere Strecken möglichst oft und nach möglichst kurzen Pausen wiederholten.
Bei einem Volkslauf in Dresden entdeckte er ein vielversprechendes Talent: Rudolf Harbig. Gerschler bereitete ihn auf 800-Meter-Rennen vor. Aber er ließ ihn bis zu elfmal hintereinander 100 Meter spurten. 1939 und 1941 stellte Harbig drei Weltrekorde auf. Seine 800-Meter-Bestzeit bestand 16 Jahre.
1952 erkämpften Intervall-Läufer in Helsinki aufsehenerregende Erfolge. Der unbekannte luxemburgische Gerschler-Schüler Josy Barthel überspurtete im 1500-Meter-Finale alle Favoriten, und Emil Zatopek aus der CSSR erlief sogar drei Goldmedaillen. Der CSSR-Oberst quälte sich im Training bis zu 60mal über 400 Meter, gelegentlich übte er in Militärstiefeln.
Viele Läufer hielten die stupiden Aschenbahn-Spurts nicht durch. Da ersann ein australischer Trainer, Percy Wells Cerutty, eine neue Methode. Sie verband hartes Training mit Abwechslung und schonte zudem Sehnen und Gelenke. Sein Muster-Schüler Herbert Elliott erkletterte Berge, lief durch seichtes Wasser, watete durch Morast und stampfte zweiundvierzigmal einen sandlgen Hügel Im Trainingscamp Portsea hinauf. Bei den Spielen in Rom wurde er Olympiasieger.
Im 800-Meter-Endlauf überrannte ein Außenseiter im schwarzen Trikot und mit pfundschweren Dornenschuhen seine fünf Rivalen. Selbst Experten blätterten verschämt im Programm nach: Der Überraschungssieger hieß Peter Snell und siegte für Neuseeland.
Als die besiegten Favoriten seine Trainings-Methode erforschten, verdoppelte sich die Verblüffung: Snell, der sie wie ein Sprinter auf der Zielgeraden niederspurtete, hatte sich wie ein Marathonläufer vorbereitet. Sein Trainer Arthur Lydiard ließ ihn täglich 20 oder 40 Kilometer über hügelige Straßen stampfen.
"Ich dachte, ich schaffe es nie", klagte Snell, "nach dem Training habe ich sogar vor Erschöpfung geweint." 1964 erkämpfte er zwei Goldmedaillen. Seine Dauerlauf-Methode verbreitete sich über die Welt.
Von den Läufern entlehnten andere Sportarten die erfolgverheißenden Trainings-Methoden. Ein Ratzeburger Studienrat führte im Rudern das Intervall- und Dauer-Training ein: Karl Adams Achter-Crew wiederholte im Training die 560 Meter lange Teststrecke auf dem Küchensee sechsmal oder ruderte bis zu 16 Kilometer. Ihr Boot nannten sie Galeere, ihre ausladenden Riemen Kohlenschaufeln. Adam wurde der erfolgreichste Ruder-Trainer der Welt. Nach seinen Plänen sammelte die bundesdeutsche Bootsflotte und ihr Flaggschiff, der "Gold-Achter", 33 Goldmedaillen bei Olympischen Spielen, Welt- und Europameisterschaften.
Der hochgeputschte Leistungs-Standard nötigte alle Spitzensportler, das ganze Jahr hindurch täglich zu trainieren. Solange Kälte und Eis das übliche Freiluft-Training behinderten, verordneten Ihnen Trainer ausgeklügelte Hallen-Programme.
Schließlich ergänzten die Stars aller Sportarten ihr Pensum durch ein intensives Krafttraining. Sie richteten sich moderne Folterkammern mit einem Arsenal aus Hanteln, Bleiwesten und Eisenschuhen ein. Das Leichtathletik-Zentrum in Leverkusen, in dem auch Zehnkampf-Weltrekordler Kurt Bendlin sich auf Mexiko vorbereitete, kaufte für 12 000 Mark die neueste amerikanische Kraftmaschine.
Einige Leichtathleten, wie der polnische Diskus-Weltrekordler Edmund Piatkowski, brachten es sogar -- gleichsam als Abfallprodukt ihres Krafttrainings -- zu Meisterschaften im Gewichtheben. Kugelstoßer wuchteten wöchentlich 100 Tonnen -- etwa das Gewicht von 100 Porsches.
Wissenschaftlich geschulte Trainer haben alle bekannten Methoden zu einem komplexen Training verschmolzen, Diskus-Weltrekordlerin Liesel Westermann übte 1967 nicht nur 4500 Probe-Würfe; außerdem spurtete und sprang sie. Der Einer-Ruderer Jochen Meißner skullte vor Mexiko täglich bis zu 20 Kilometer auf dem Rhein und Altrhein; zusätzlich stemmte er Gewichte. Ringer klopoten Griffe an lebensgroßen Stehaufmännchen und lockerten sich in Gymnastik-Stunden.
Zunehmend vervollkommneten die Sportler auch ihre Wettkampf-Technik. Die Schwimmer wenden nicht mehr wie früher nach dem Anschlag, sondern vollführen vor dem Beckenrand einen Salto im Wasser und stoßen sich mit den Beinen ab. Die Salto-Wende spart bei jedem Richtungswechsel zwei bis drei Zehntelsekunden.
Im herkömmlichen Scher-Stil, aufrecht, die Beine wie Scheren-Flügel über die Leine schneppernd, vermochte kein Hochspringer zwei Meter zu überspringen. Erst als sie ihren Körperschwerpunkt tiefer verlagerten und sich gleichsam liegend über die Latte wälzten, schnellten die Springer über Höhen bis zu 2,28 Meter. Die originellste Stil-Variante erfand der US-Student Richard Fosbury: Er drehte der Latte nach dem Absprung den Rücken zu, hechtete -- den Kopf voran -- hinüber, knickte die Knie an und warf die Arme hoch. So überquerte er 2,21 Meter. In Mexiko zählt er zu den Favoriten.
Auch die 100-Meter-Sprinter trainierten härter und gezielter denn je -- aber mit dem geringsten Erfolg. Sie verbesserten den Weltrekord während der letzten 32 Jahre nur um drei Zehntelsekunden. Der wahre Grund für die schnelleren Zeiten waren freilich überwiegend technische Neuerungen: leichtere Rennschuhe, Startblöcke und elastische Bahnen. Sprintschnelligkeit ist sowenig antrainierbar wie es blaue Augen oder eine Hakennase sind.
Während eines 100-Meter-Lautes entspricht das zentrale Nervensystem einem hochbelasteten "vieldrähtigen Telegraphenamt", verglich der Mainzer Professor und frühere deutsche Meister Dr. Manfred Steinbach. Der Sprinter beschleunigt sich aus der Ruhestellung in Sekundenfrist auf etwa 40 Stundenkilometer. Er atmet während des Rennens nur einmal. Aber bei jedem der 45 bis 50 Schritte, mithin etwa fünfmal pro Sekunde, müssen sich die Muskeln spannen und entspannen. Deshalb stoßen nur Sprinter zur Sonderklasse vor, deren zentrales Nervensystem überdurchschnittlich schnell reagiert.
Trainingsfleiß bietet keinen Ersatz. So verhalf auch jahrzehntelanger Aufwand den sowjetischen Star-Trainern bis 1967 zu keinem überragenden Sprinter. Weil Trainings-Tricks kaum Einfluß auf Sprinter-Rekorde haben, erscheint der Einfluß technischer Neuerungen um so schlüssiger:
* Der Leipziger Oscar Quarg trug 1908 als erster Nagelschuhe. Sie waren noch mehr als 300 Gramm schwer. Dornenschuhe aus Känguruh-Leder wiegen inzwischen weniger als 100 Gramm. Die jüngsten Spezialschuhe aus der Bundesrepublik für Kunststoff-Bahnen haben 42 bis 68 Dornen. Mit ihnen unterboten Amerikaner jüngst bei der ersten Probe zwei Weltrekorde (2OO, 400 Meter).
* 1929 startete der Amerikaner George Simpson erstmals von Startblöcken. Sie wurden erst 1937 offiziell zugelassen. Der ungarische Professor Dr. Mysangyi maß in Reihenversuchen den durchschnittlichen Zeitgewinn: ein bis zwei Zehntelsekunden.
* Seit etwa 1960 entstanden Kunststoff-Bahnen wie Tartan (Quadratmeterpreis: bis 220 Mark) oder Rekortan. Sie federn elastischer als Aschenbahnen, sind wetterfest und nahezu wartungsfrei. Den Zeitvorteil schätzte der 100-Meter-Olympiasieger von 1960, Armin Hary, auf zwei bis drei Zehntelsekunden. Zudem begünstigte die Sprinter von jeher eine "archaische Methode der Zeitmessung", wie die französische Sportzeitung "L'Equipe" kritisierte: die Handstoppung, Dabei beträgt die natürliche Reaktions-Verzögerung ein bis zwei Zehntelsekunden. Das erwies die elektrische Stoppuhr, die ausnahmsweise bei den Olympischen Spielen 1964 in Tokio offiziell galt.
Der Schwarz-Amerikaner Robert Hayes siegte nach Elektro-Messung in 10,0 Sekunden. Zwei Handzeitnehmer hatten ihn -- inoffiziell -- mit 9,9, ein dritter hatte ihn mit 9,8 Sekunden gestoppt. Vor allem um den Schein ansteigender Leistungen zu wahren, bilesen die Funktionäre das Elektro-Uhren-Experiment ab. So erkannten sie auch die handgezeiteten Weltrekordläufe der drei US-Neger Charles Greene, Jim Hines und Ronnie Ray Smith von 9,9 Sekunden an. Elektrische Uhren hatten ihre wirkliche Laufzeit kontrolliert: 10,0 und 10,1 Sekunden.
In anderen Sportarten ergänzten sich intensives Training und technische Erfindungen. Den Stabhochspringern verbürgten sie höchste Schubkraft. Bis 1942 schwangen sie sich mit Bambusstangen über Höhen bis zu 4,77 Meter. Während des Zweiten Weltkriegs versiegte der Bambus-Nachschub. Findige Skandinavier behalfen sich zuerst mit elastischem Schweden-Stahl. An den Ersatz-Rohren schraubten sie sich höher als zuvor. Der Amerikaner Robert Gutowski bezwang als bester Stahl-Stäbler 1957 die Rekordhöhe von 4,81 Meter,
Dann entdeckten Chemiker das Höhen-Elixier: den Kunststoff Glasfiber, aus dem sie überaus elastische Stäbe produzierten. Er schnellte die Athleten mit einem zusätzlichen Katapult-Effekt empor und ermöglichte Rekord-Aufschwünge von bisher 5,41 Meter: Inzwischen liefern Spezialfirmen maß-. gefertigte Stäbe von unterschiedlicher Elastizität, die dem Körpergewicht des einzelnen Katapultspringers angepaßt sind.
Ähnlich manipulierten Konstrukteure an Kugel, Diskus, Hammer und Speer. Ohne die vorgeschriebenen Maße zu ändern, verlagerte der Amerikaner Frank Held beispielsweise den Schwerpunkt seiner Speere. Er fertigte seine verdickten Metall-Zigarren (Preis: etwa 250 Mark) für verschiedene Leistungsklassen bis zu 80 und für mehr als 80 Meter. Bei Gegenwind segelten Speere auf dem Luftpolster weiter als 90 Meter.
Sowjetische Boxer schlagen sich mit Trainings-Robotern herum, die Härte und Genauigkeit der Schläge anzeigen. Polnische Basketballspieler üben gegen einen Maschinenmann. Er Ist vor dem Korb postiert und reagiert automatisch auf Angriffs- und Abwehr-Aktionen.
Für die Radfahrer entwarf die Industrie immer leichtere Rennräder. Sie wiegen nur noch zwölf Kilo -- ein normales Herrenrad 19 Kilo. Rennreifen sind schon 240 Gramm leicht. Kanusportler paddeln schneller in makellos glatten Kunststoff-Booten, Segler heißen hauchdünne Segel aus Chemiefasern an Masten aus Leichtmetall.
Schwimmrekorde fallen vorwiegend in aufgeheizten Hallen-Becken, die in voller Ausstattung um 20 Millionen Mark kosten. Zudem mischen die Veranstalter möglichst Salzwasser bei, um die Tragfähigkeit zu erhöhen. Die Bundesrepublik verfügt in Helgoland über ein Meerwasser-Bassin. In Mexiko schwimmen die Olympioniken allerdings in Süßwasser, Überlaufrinnen und Plastikbehälter an den Bahnbegrenzungen (Preis: 12 000 Mark) schlucken den Wellenschlag der Wettkämpfer.
Vor allem die Amerikaner trieben die Entwicklung im Schwimmsport voran. Um möglichst frühzeitig viele Talente zu erfassen, führten sie ein Altersgruppen-Programm ein, das schon für achtjährige Kinder Wettkämpfe vorsah. So nahm die Zahl der Wettkampfschwimmer seit 1950 von 25 000 auf mehr als 500 000 zu.
George Haines, der erfolgreichste Schwimmtrainer der Welt, leitet in Kalifornien den "Santa Clara Schwimm-Club", das wichtigste US-Schwimmerzentrum. Er behauptete: "Fünf Jahre sind das richtige Anfangsalter."
Die Mobilmachung im Kinderbassin trug den Amerikanern die Weltherrschaft im Schwimmsport ein. Ihnen gehören 18 von 29 Weitrekorden auf den olympischen Strecken. 1964 fielen ihnen von 56 möglichen Medaillen 37 zu, darunter 16 goldene. Vor acht Jahren kraulte der Olympiasieger die 100 Meter in 55,2 Sekunden. Bei den Olympia-Ausscheidungen in diesem Jahr bewältigten 20 US-Krauler die 100 Meter in weniger als 55 Sekunden. Amerikas Weltrekord-Mädchen würden Johnny Weißmüller, dem Olympiasieger von 1924 und ersten Tarzan-Darsteller, auf 400 Meter um eine Bahnlänge (50 Meter) davonkraulen.
Sowjetrußlands Schwimmer hatten den Anschluß verpaßt. Sie gewannen von 1952 bis 1960 nur zwei Bronzemedaillen. Da setzten sie 1961 einen Dreistufen-Plan ins Werk: Zuerst schickten sie Trainer nach Amerika um moderne Übungs-Methoden zu studieren. Zugleich veranstalteten sie Massen-Wettbewerbe, um Talente herauszufischen. Dann eröffneten sie Schwimmer-Internate, an denen die fähigsten Trainer unterrichteten. Schließlich reichten sie die Trainings-Programme des Nationalkaders an alle Schwimmer-Zentralen weiter. So gewannen sie ständig Nachwuchs aus der Provinz.
Innerhalb von fünf Jahren hangelten sich die sowjetischen Schwimmer auf den zweiten Platz nach den USA, Bei den Europameisterschaften 1966 ernteten sie die ersten Plan-Früchte: zwölf Goldmedaillen.
Als sich die ersten Erfolge der systematischen Schwimmerschulung abzeichneten, knüpften die Sportsowjets ein dichtes Netz zur Talentsuche in allen anderen Sportarten. Dazu funktionierten sie 1963 ihre Spartakiaden von Massen-Turnfesten zu Leistungs-Tests um. Die besten der Bezirke qualifizierten sich für die Spartakiade der 15 Unionsrepubliken und für die Endkämpfe in Moskau. 1967 verzeichnete die Spartakiade-Statistik insgesamt 50 Millionen Starts.
Ständig trainierten 900 000 Talente in 2197 speziellen Kinder- und Jugendsportschulen. In einer Spezialanstalt drillt seit 1965 Igor Nowikow -- ein neunmaliger Weltmeister -- 700 Jungen für den Modernen Fünfkampf. Sein Sport-Gymnasium verfügt über eine Reitbahn, eine Schwimmhalle und einen Schießstand. 1967 siegten die Nowikow-Novizen schon bei der Junioren-Weitmeisterschaft.
Zehn Prozent der russischen Spitzensportler fielen zuerst während der Militärdienstzeit auf. So wurde ein Trainer auf Leonid Mikitenko aufmerksam: Als Grenzsoldat im Pamir hechelte er kilometerlang hinter Suchhunden her. Inzwischen ist Mikitenko UdSSR-Meister und Rekordier im Langstreckenlauf. Wladimir Trussenjew hatte niemals Leichtathletik betrieben, bevor der Lehrgangsleiter eines Offiziers-Lehrgangs den muskelstrotzenden Flügelmann zu einem Militär-Sportfest abkommandierte. Trussenjew warf einige Jahre später Diskus-Weltrekord.
Die Funktionäre sammelten alle medaillenträchtigen Jung-Sportler nach der Schulentlassung in wenigen Zentral-Klubs. Dort arbeiteten die besten der 175 000 sowjetischen Berufstrainer für jeden Athleten einen sogenannten Perspektivplan aus. Er legt die sportliche und parallel dazu die berufliche Entwicklung auf Jahr und Monat im voraus fest. Wer hinter dem Plan zurückbleibt, scheidet aus den Zentralklubs aus.
Stars, die alle Ziele erreichen wie Hochspringer Walerij Brumel, der plangerecht die Weltrekordhöhe von 2,28 Meter überquerte, rückten zum "Meister", zum "Verdienten Meister" und endlich zum "Internationalen Meister des Sports" auf.
Sie genießen die Privilegien freier Wohnung und Beköstigung, kassieren Stipendien und Leistungs-Prämien. Vor allem dürfen sie Auslands-Einladungen annehmen, die in westlichen Ländern Spesen in harter Währung und Preise wie Radio-Geräte oder Photoapparate verbürgen. Der sowjetische Speerwurf-Olympiasieger und Weltrekordler Janis Lusis startete in diesem Jahr in zwölf vorolympischen Wettkämpfen achtmal im Ausland, nicht einmal in seiner Heimatstadt Riga.
Im Konkurrenzkampf gegen die Bundesrepublik perfektionierte die DDR das russische Auswahl- und Schulungs-System. An der DDR-Spartakiade beteiligten sich 1968 insgesamt 2,6 Millionen Jugend-Sportler. Die besten von ihnen trainieren in 16 Kinder- und Jugend-Sportschulen. Schon zwölfjährige Kinder kämpfen um offizielle Jugend-Meisterschaften und Rekorde. Spezialschulen bildeten auch die zur Zeit weltbeste Hochspringerin Rita Schmidt, 17, aus.
In der Bundesrepublik bieten die Bundesjugendspiele (Beteiligung: 6,5 Millionen Schüler) die Chance, rechtzeitig Talente auszusieben. Aber die Klubs und Verbände nutzen sie kaum. Das erste Sportinternat wurde kürzlich In Malente (Holstein) gegründet.
Den Rahmen, innerhalb dessen die Talente sich zur Höchstleistung entfalteten, steckte eine neue Fakultät ab -- die Sportmedizin. Sie gab den Start frei zum Hochleistungs-Marathon. Sportärzte stellten fest, daß leistungswillige Athleten viel höhere Belastungen ohne sichtbare Schäden aushielten, als sie früher für möglich gehalten hatten, Durch einen Zufall stieß Professor Dr. Herbert Reindell aus Freiburg auf die erste bahnbrechende Entdeckung der Sportmedizin.
Er hatte als Student fast täglich stundenlang gekickt und war kilometerweit gelaufen. Da warnte ihn ein Arzt: "Sie haben nicht mehr lange zu leben. Ihr Herz ist anomal groß." Doch Reindell spürte keinerlei Krankheits-Symptome. Deshalb reizte ihn die Diagnese zu eigener Forschung. Das Ergebnis verblüffte ihn und die Fachwelt: Training und Wettkampf blähen das Pumpwerk zum Sportlerherzen auf. Normalherzen messen etwa 600 Kubikzentimeter -- die Körper-Kraftwerke von Radrennfahrern bis zu 1200, soviel wie der Hubraum eines 1200-VW-Käfers.
Wie das Herz pumpten auch Sportler-Lungen mehr und schneller. Zatopek vermochte mit einem Zug bis zu 4,8 Liter Luft einzuatmen. Die Berliner Ruder-olympia-Sieger Im Vierer mit Steuermann schöpften 5,8 bis sechs Liter Sauerstoff aus den 150 bis 160 Litern Luft, die sie pro Minute einzusaugen vermochten. In der Regel ermöglichen nur Übergrößen die Höchstleistungen im Langstreckenlauf, Rudern und Radfahren. Dazu schwellen Herz und Lunge erst in einem mindestens vier Jahre währenden Training an. Die Langleister dürfen sich freilich nicht zur Ruhe setzen. Sie müssen auch nach dem Ende ihrer Laufbahn weitertraben, bis sich ihre Organe wieder auf normalen Umfang zurückentwickelt haben.
"Die Athletik wird immer mehr zum wissenschaftlichen Experiment", kommentierte der Sportmediziner und frühere Europameister Dr. Adolf Metzner. "Manchmal sind Sportler die Versuchskaninchen", räumte Medizin-Professor Dr. Gadermann ein.
Bis in das Sportlerherz hinein stieß der Schweizer Professor Dr. Gottfried Schönholzer durch die Arm-Vene den Herz-Katheter -- eine dünne Sonde. Dann stülpte der Leiter des Eidgenössischen Forschungszentrums in Magglingen Schweizer Mexiko-Kandidaten Sauerstoffmasken über das Gesicht und ließ sie an den Pedalen eines Standfahrrades strampeln. Dabei untersuchte er, wie das Blut im Herzen auf die Belastung reagierte.
In Hamburg entwickelten Gadermann und Metzner das erste Instrument, das Messungen während des Trainings oder Wettkampfes erlaubte. Wieder hatte ein Zufall den Anstoß gegeben: 1955 funkte ein Schiff vom Atlantik das Elektrokardiogramm eines Kranken über Norddeich-Radio in die Hamburger Universitäts-Klinik. Nun versuchte das Ärzte-Team die drahtlosen Herz-Nachrichten auf den Sport zu übertragen. Sie hefteten Sportlern Elektroden eines gebastelten Miniatur-Senders auf die Brust und nahmen die Signale während des Laufes mit einem Empfänger auf.
Als erste entwickelten sowjetische Ärzte eine ähnliche Apparatur. Inzwischen bedienen sich die Raumfahrtzentren in den USA und der UdSSR der Telemetrie" um Astronauten während ihrer Erdumkreisungen zu überwachen. Die Ergebnisse des Fernmeßverfahrens warfen wiederum konventionelle Vorstellungen um. Früher hatten die Ärzte bei Läufern unmittelbar nach Rennen 130 Pulsschläge pro Minute gezählt. Eine höhere Schlagzahl, so glaubten die meisten, würde die Athleten überfordern. Die neuen Geräte bewiesen, daß die Herzschlag-Frequenz sofort nach dem Ende der Belastung unerwartet rasch abnahm.
Während eines scharfen Trainings oder Rennens beschleunigte sich die Herzarbeit -- wie bei Astronauten und Koitierenden -- auf 180 oder sogar 200 Schläge. Folgerten die Sportärzte: Das Training fördert die Leistungsfähigkeit erst, wenn das Sportler-Herz mindestens 170 mal pro Minute tuckert.
Über ihr Meßinstrument halten die Trainer nun gleichsam drahtlos die Hand am Puls ihrer Langstrecken-Läufer. Das Tempo und das Trainings-Pensum gerannen zu einer mathematischen Gleichung, in die sie Faktoren wie das Alter und den Trainingszustand des Athleten einsetzten.
Nach den Forschungs-Ergebnissen des Berliner Professors Dr. Harald Mellerowicz, eines früheren Meistersprinters, läßt sich errechnen, um wieviel Dauerleistungen unter hoher Luftfeuchtigkeit und Hitze leiden. Marathonläufer liefen bei 36 Grad im Schatten -- eine Temperatur, die auch in Mexiko auftreten kann -- zehn bis 15 Prozent langsamer. Außerdem büßten sie bis zu zehn Prozent ihres Körpergewichts ein. Tips des Wissenschaftlers: Hitzetraining in der Sauna, luftdurchlässige, knapp geschnittene Trikots" Fruchtsaft und Wasser mit Meersalz während des Rennens.
Die körperliche Behinderung des amerikanischen Hammerwerfers Harold Connolly öffnete der Chemie einen Weg zum Sport: Den Athleten behinderte ein sieben Zentimeter verkürzter linker Arm. Connolly schluckte das Muskel-Stärkungsmittel Dianabol, um sein Handicap durch mehr Muskelkraft auszugleichen. Er stellte Weltrekorde auf, errang 1956 die Goldmedaille und qualifizierte sich für seine vierte Olympiade in Mexiko.
Inzwischen päppeln immer mehr Werfer ihre Muskeln mit Dianabol. Es ist durch die üblichen Doping-Kontrollen nicht nachweisbar. Allerdings verursachte es mehrfach ungewollte Selbstverstümmelung. Der Schwede Norman Bruch verbesserte zwar nach ausgiebigen Dianabol-Dosen seine Leistungen im Kugelstoßen und Diskuswerfen um Meter. Aber vor den Olympischen Spielen versagten die von der zusätzlichen Muskelmasse überdehnten Sehnen. Die gleiche Verletzung setzte auch den früheren US-Zehnkampf-Weltrekordler Russell Hodge vor Mexiko außer Gefecht.
Die sogenannten Anabolika, zu denen das Dianabol zählt, lassen nicht nur Muskeln schwellen. Sie vermehren außerdem die roten Blutkörperchen, die den Sauerstoff in die Muskeln und Zellen transportieren.
Bei den bisher umfangreichsten Höhenversuchen auf dem Aconcagua in den argentinischen Anden testete das Berliner Ärzte-Ehepaar Dr. Elisabeth und Dr. Hans Albrecht ein Serum, das eine noch wirksamere Höhenanpassung ermöglichte: das Solcoseryl der Baseler Firma Solco.
Drei Tage alten Kälbern wird Wasser in die Venen gespritzt. Einen Tag später werden sie getötet. Aus dem Kälber-Blut gewinnen die Pharmazeuten das Höhenserum. Es bildet besonders viele und große rote Blutkörperchen und steigert die Leistungskraft von Flachländern in Höhenregionen mehr als es natürliche Anpassung vermöchte.
Den Albrechts half die Substanz, in 6200 Meter Höhe bis zu 13 Stunden täglich zu arbeiten. Sie erforschten an 42 argentinischen Soldaten die Wirkung des Sauerstoffmangels. Schließlich erklommen sie -- ohne Sauerstoffmaske -- den 7021 Meter hohen Aconcagua-Gipfel.
"Von Doping kann keine Rede sein", bekräftigten die Albrechts. "Es handelt sich um eine natürliche Medizin gegen die Höhenkrankheit." Auch Solcoseryl ist nicht durch Doping-Tests nachzuweisen. Die Sowjets stellten nach dem gleichen Verfahren ein Höhen-Medikament aus Ziegenblut her. Noch bevor das Schweizer Mittel in Pillenform verkauft wurde, versuchte schon ein polnischer Mittelsmann, in Berlin größere Mengen aufzukaufen.
Einige Medaillen-Anwärter bedürfen der Pillen und Prognosen aber alle brauchen wissenschaftlich geschulte Trainer, um ihre Energien rationell in Höchstleistungen umzusetzen. Als einer der ersten entwickelte der amerikanische Olympiatrainer Robert Kiphuth ungebräuchliche Methoden. Vor 40 Jahren stülpte er sich eine Tauchermaske über den Kopf und hüpfte ins Wasser. Von unten her spähte er die Bewegungsfehler seiner Schwimmer aus. Moderne Wettkampf-Becken sind inzwischen mit Unterwasser-Fenstern ausgestattet.
Zu den nützlichsten Trainerwaffen gehören die Glasaugen der Filmkameras. Als die Sowjetrussen nach dem Zweiten Weltkrieg ihre sportliche Selbstisolierung aufgaben, mußten sie den Vorsprung des internationalen Sports in der Trainingslehre aufholen. Geduldig verfolgten sie Amerikas Weltrekordsprinter und deutsche Ruderer bei Olympischen Spielen mit surrenden Kameras. Wochenlang nisteten sie sich beim Training der ungarischen Fechter-Elite ein.
In der Bundesrepublik fertigte der Leichtathletik-Fachmann Toni Nett Lehrfilme von den besten jeder Disziplin an. Sie gelangten bis zu entlegenen Dorfvereinen. Seine Phasen-Photos verbreitete die Fachzeitschrift "Leichtathletik" in 40 Länder.
Das französische Leistungszentrum Joinville bei Paris kaufte die jüngste TV-Errungenschaft an: ein Filmspeichergerät, das die aufgezeichnete Aktion sofort wiederzugeben vermag. So merzte beispielsweise der startschwache schwarze Sprint-Europameister Roger Bambuck seine Fehltritte beim Start aus.
Die Sportplaner der UdSSR sammeln, sichten und verwerten die Trainingsweisheit der ganzen Welt in 16 Athletik-Akademien. Allein das "Zentralinstitut für Körperkultur und Sport" in einem ehemaligen Palais Katharinas der Großen in der Moskauer Uliza Kasakowa bildete 40 000 Trainer aus und veröffentlichte bislang etwa 2000 Lehrbücher.
Als die weltbesten Kugelstoßer aus den USA 1965 zum Länderkampf in Kiew antraten, verfolgten volkseigene Kameras jede Muskelzuckung der Gäste. Dann analysierten die roten Experten: US-Weltrekordler Matson beschleunigte die Kugel auf 14 Meter pro Sekunde -- die besten Russen nur auf 13,7. Matson wuchtete das Eisen aus einer Abflughöhe vor. 2,25 Meter. Der Russe Karasjew warf aus 2,06 Meter ab. Matson siegte mit 20,27 Meter -- Karasjew schaffte nur 19 Meter.
Der russische Weitsprung-Europameister Igor Ter-Owanesjan vermutete einen Fehler in seinem vorletzten Anlaufschritt. Er trennte die Teilphase heraus und übte sie aus dem Stand, im Gehen und im Lauf, bis der Bewegungsablauf sich flüssig in den Sprung einfügte. Ter-Owanesian sprang Weltrekord. Auch der russische Hochsprung-Weltrekordler Brumel zergliederte methodisch seine Übung und fügte sie dann aus einzelnen Phasen wieder zusammen. Er übersprang seine Körpergröße von 1,85 Meter um 43 Zentimeter.
Amerikanische Trainer setzten Computer ein, um den komplizierten Bewegungsablauf im Stabhochsprung zu analysieren. Das Drahthirn rechnete an einem extremen Beispiel vor, daß der technisch unfertige Probe-Springer statt der fehlerhaft bewältigten 4,72 Meter ohne die Mängel 5,02 Meter hätte überqueren können. Läufer benötigten bei guter Koordination ihrer Bewegungen 15 Prozent weniger Sauerstoff gegenüber verkrampft trabenden Anfängern.
Technik, Stil und Taktik vermögen Trainer zu manipulieren. An ihren Achillesfersen sind Meister und Rekordler jedoch verletzlicher denn je. "Der große Sport fängt da an", hatte schon Bertolt Brecht gespöttelt, "wo er längst aufgehört hat, gesund zu sein."
Auch der Leichtathletik-Trainer Bert Sumser -- früher Betreuer der Olympiasieger Hary und Willi Holdorf -- glaubt, daß "die Grenzen des zumutbaren Trainings in vielen Disziplinen erreicht sind". Viele Sportler haben die Grenze bereits ungewollt überschritten -- und spürten es an gerissenen Sehnen und deformierten Gelenken. Das jüngste Weltrekord-Kapitel ist zugleich eine ernüchternde Kranken-Chronik.
Noch niemals spurtete, schwamm und stemmte die Elite der Athleten unter aufmerksamerer Beobachtung der Sportmediziner als gegenwärtig. Und doch kletterte die Zahl der Verletzungsopfer höher denn je.
Bei einem täglichen Laufpensum von 15 bis 25 Kilometern spannten schon Mittelstreckler ihre Achillessehnen während eines Trainingsmonats mehr als 300 000 mal; Marathonläufer traben monatlich 1000 und mehr Kilometer, etwa die Strecke von Flensburg bis Basel. Viele überdehnten die Sehnen bis zum Zerspringen -- wie DDR-Rekordler Hermann Buhl und der zweifache Ost-Berliner Olympia-Zweite Hans Grodotzki. Beide mußten ihre Aschenbahn-Karriere vorzeitig beenden.
Heizungen der Achillessehne hemmten die bundesdeutschen Europarekordier Franz-Josef Kemper, Bodo Tümmler und Harald Norpoth in ihren Olympia-Vorbereitungen. Der zweimalige äthiopische Olympiasieger Bikila Abebe suchte ärztliche Hilfe in Freiburg. Haile Selassies einziger Gold-Kandidat unterbrach sein Training wegen einer Achillessehnen-Entzündung.
"Die Ellenbogen früherer Speerwurf-Olympiasieger", beschrieb Sportmediziner Metzner, "gleichen im Röntgenbild einer Mondlandschaft." Hunderte von Gewaltwürfen verformten auch den Ellenbogen des Zehnkämpfers Bendlin wie ein Gelenk, das ständig gegen eine Tischplatte gedroschen wird.
Hochspringer verschleißen beim Abstemmen und Strecken neben der Achillessehne vor allem die Knie. Dem deutschen Olympiasechsten Ralf Drecoll barst die Achillessehne. Der mehrmalige Deutsche Meister Wolfgang Schillkowski deformierte durch das Training sein Knie. Wegen einer Knie-Verletzung schied auch Dieter Prollius, der beste DDR-Kugelstoller, aus dem Olympia-Kollektiv aus. Alle drei starten nicht in Mexiko.
Athleten, die sich im Krafttraining überheben oder mit mangelhafter Technik Zentnerlasten stemmen, gefährden Rückgrat und Bandscheiben. Der Hamburger Zehnkampf-Favorit von 1964, Manfred Bock, verpaßte seine Olympia-Chance durch eine Rückenverletzung. Weltrekordler Bendlin lag nach einer Rückgrat-Absplitterung tagelang nahezu bewegungslos.
Den US-Mittelstrecken-Weltrekordler Jim Ryun hielten die Fachleute für den sichersten Mexiko-Favoriten. Da überfiel ihn im Frühjahr Mononukleose -- eine krankhafte Veränderung im Blut. Ryun setzte acht Wochen mit dem Training aus. Bei den Ausscheidungen in South Lake Tahoe scheiterte er im 800-Meter-Lauf und qualifizierte sich nur mit Mühe für die 1500-Meter-Distanz.
Eine Nierenerkrankung warf den zweimaligen Europameister Manfred Matuschewski aus dem Olympia-Training, nachdem er sich durch eine Gewaltanstrengung qualifiziert hatte. Kolumbiens einziger Medaillen-Kandidat, Langstreckler Alejandro Mejia, zog sich ein Magengeschwür zu -- eine bei Langläufern häufige Erkrankung.
"Der Hochleistungssport", warnte Höhenforscher Albrecht, "setzt heute pathologische Belastungen voraus." Albrecht hält dauernde Schäden etwa an der Leber oder im Blut der Leistungssportler für denkbar. Beweise gibt es -- vorerst -- nicht. Denn das Training einiger Spitzensportler nahm erst in den letzten Jahren selbstquälerisches Ausmaß an. Die bisherigen Statistiken ergaben für frühere Meistersportler die gleichen Lehenschancen wie für den Durchschnitt der Bevölkerung.
Dagegen glaubt der Mainzer Sportmediziner Steinbach nicht an Dauerschäden durch die Athletik. "Hör auf mit dem Leistungssport", tröstete er verletzte Stars, "und du bist gesund." Sportverletzungen, argumentierte der Weitsprung-Olympiavierte von 1960, seien nur im Wettkampf, nicht aber im Berufsleben hinderlich.
Jedenfalls lassen berstende Sehnen die gegenwärtigen Grenzen der Belastbarkeit erkennen. Neue Traumrekorde bedürften entweder technischer Tricks, der Höhen-Begünstigung wie sie in Mexico City in allen Schnellkraft-Wettbewerben, die weniger als eine Minute dauern gegeben ist oder noch größerer und kräftigerer Athleten. Denn das zunehmende Wachstum -- die Akzeleration -- hatte schon erheblichen Anteil am Rekordsturm der letzten Jahre. Gegen die gedrungenen Turnbrüder von 1900 schlugen die Mexiko-Athleten gleichsam zu Garde-Hünen aus.
Männer wuchsen seit der Jahrhundertwende im Durchschnitt um 6,6 Zentimeter größer, ihre Muskelkraft schwoll um 13 Prozent, und sie vermögen ebensoviel mehr Sauerstoff aufzunehmen. 1928, so beschrieb der amerikanische Professor Ernst Jokl*, traten zum olympischen Endkampf Kugelstoßer von durchschnittlich 1,82 Me-
* Ernst Jokl: "The Physiological Basis of Athletic Records". Charles Thomas Publisher, Springfield, Illinois; 147 Seiten; 8,50 Dollar.
ter Größe und 80 Kilo Gewicht an; 1964 stampften Kolosse von durchschnittlich 1,90 Meter Größe und 109 Kilo Gewicht in den Betonkreis.
Aber anders als die unbefangenen Frühzeit-Sportler quälen sich die hünenhaften Athleten der Gegenwart vielfach mit beklemmenden Ängsten. Vom Versagen eines gezerrten Muskels kann im Olympiajahr abhängen, ob sie sich vier Jahre vergebens geschunden haben. So salben sie ihre Leiber mit Massageöl und verpacken sie in hautengen, imprägnierten Trainingstrikots. Wie ein um seine Stimme besorgter Heldentenor vor der Premiere mummeln sie ihren Hals in Frottee. Muskelbepackte Stars, die das TV-Volk in Werbespots als Sinnbilder strotzender Gesundheit anstrahlen, lauschen in Wirklichkeit hypochondrisch auf jedes Zucken und Ziepen.
"Ich kann mich kaum bewegen und habe Schmerzen im Rücken". ächzte Jesse Owens vor einem Wettkampf im Jahre 1935. "Jedes Beugen oder Bücken ist mir eine Qual." Sein Teamgefährte Charles Beetham lachte ihn aus: "Du bist o. k." Owens trat an. Er stellte an einem Nachmittag vier Weltrekorde auf, eine Leistung, die bisher kein Leichtathlet wiederholte.
"Der Unterschied zwischen guten und hervorragenden Sportlern", behauptete der britische Europameister und Barfußläufer Bruce Tulloh, "liegt auf psychologischem Gebiet." Der Mainzer Psychiater Steinbach entdeckte bei seinen Forschungen über die Motive der Leistungssportler" daß sich vor allem einzelgängerische Sonderlinge und Charaktere vom Typ des Aileinunterhalters durchsetzen.
Viele Sportmeister sind unsicher und plagen sich mit Hemmungen. Sie erhoffen sich durch sportliche Erfolge Geltung und Anerkennung, wollen sich selbst bestätigen und ihre eigenen Spannungen abbauen. So führte der US-Neger Lee Evans, der Welt schnellster 400-Meter-Läufer, seinen Glanzstart auf einen Schuß-Komplex zurück. Seit ein weißer Farmer hinter ihm hergefeuert habe, löse jeder Startschuß einen Fluchtreflex aus.
Einige Sportler trachten körperliche Defekte zu kompensieren. Wilma Rudolph, die dreifache US-Olympiasiegerin von 1960, hatte beispielsweise an den Folgen der Kinderlähmung gelitten.
Wie Sisyphus placken sich die Sport-Idole an einer Aufgabe ab, die sie niemals endgültig zu lösen vermögen. "In der Minute, in der ein Rennen vorüber ist", charakterisierte der australische Langstrecken-Weltrekordler Ronald Clarke, "beginnst du von neuem." Menschenkundige Betreuer teilen deshalb mit ihren Athleten Berufssorgen und Ehezwist, ertragen ihre gelegentlichen Star-Allüren und päppeln ihr Selbstbewußtsein. Mitunter greifen sie zu ungewöhnlichen Mitteln. Als die Leistung des polnischen Dreispringers Jan Jaskolski im Olympiajahr unerklärlich abfiel, sein Gewicht jedoch um sieben Kilo zunahm, befahl der Trainer ihm, wieder zu rauchen. Nun springt er wieder so weit wie früher.
Der US-Trainer Haines hielt seine überwiegend jugendlichen Schwimmer bei Laune, indem er Indianertänze aufführte oder mit Schlips und Kragen ins Becken sprang. Niemals korrigierte er einen Fehler, ohne zugleich eine gelungene Einzelheit zu loben. Sowjetische Funktionäre rüsteten einige Medaillen-Kandidaten in Tokio moralisch auf, indem sie die Sportler in Limousinen mit "CD"-Schildern ins Stadion kutschierten.
DDR-Trainer Heinz Birkemeyer kürzte vor wichtigen Wettkämpfen heimlich die Trainingsstrecken seiner Meister-Sprinterinnen. Sie erzielten ungewöhnlich gute Resultate und gewannen an Selbstsicherheit. Bis 1958 hatte Sprinter Hary alle Rennen gegen seinen Kölner Rivalen Manfred Germar verloren. Trainer Sumser kurierte ihn bei der Europameisterschaft in Stockholm vom Germar-Komplex, indem er ihm suggerierte, er laufe abgetrennt wie durch einen Tunnel. Hary siegte und wurde Europameister.
Zum erstenmal war Hary locker und gelöst gelaufen, wie der Olympiasieger von 1956, Robert Morrow, der seine Unterlippe sogar im 100-Meter-Sprint herabhängen ließ. In Hemingways Kurzgeschichte "Der Unbesiegte" tat der Held "einfach das Richtige. Seine Augen bemerkten etwas, und sein Körper führte ohne Nachdenken die richtigen Maßnahmen aus. Wenn er darüber nachdachte, war es schon aus mit ihm".
Einige Stars trachteten sich durch autogenes Training zu entkrampfen. Box-Olympiasieger Cassius Clay suggerierte sich und der Welt: "Ich bin der Größte." Er wurde es. In Australien versetzten Trainer einige Schwimmer in Hypnose und Todesangst und mobilisierten ihre Kraftreserven, indem sie angreifende Haie vortäuschten.
Auch erfahrene Athleten verkrampfen im Startfieber, wenn sie einer lärmenden, manchmal feindseligen Menge gegenübertreten und von Photo- und TV-Objektiven bei jeder Regung beäugt werden. Dann flüchten sie in ein Ritual aus starren Gewohnheiten, das ihre Aufmerksamkeit völlig beansprucht. Umständlich pellen sie sich vor jedem Sprung aus dem Trainingsanzug und wechseln die Schuhe. "Frisch rasiert, verliert", glauben sie und tragen jahrelang dasselbe gestopfte, verwaschene Hemd -- wie beispielsweise der Olympia-Zweite Carl Kaufmann -, in dem sie ihren größten Erfolg errungen hatten.
Die DDR-Sportführung schützte ihre Medaillenanwärter durch einen Sondererlaß vor vermeidbarer Nervenbelastung: Die Staatspresse durfte keinen Vorschußlorbeer über Olympia-Favoriten verbreiten.
Ausgekochte Wettkampf-Routiniers zermürben nervenschwache Rivalen zusätzlich durch psychologische Tricks. US-Hammerwerfer Connolly verlegte im Training während der Olympiade 1956 seinen Abwurf unbemerkt einige Meter vor. Dann schockte er seine Gegner durch vermeintliche 70-Meter-Würfe. Connolly siegte. Der frühere deutsche Hürdenmeister Bert Steines kauerte sich vor wichtigen Rennen in die Startblöcke seiner Gegner und bedeutete ihnen: "Damit kannst du nicht gewinnen." Nur der spätere Weltrekordler Martin Lauer drohte zurück: "Noch einmal, und ich trete dir in die Beine."
Gewitzte Funktionäre setzen ihre stressgeplagten Athleten so kurz wie möglich unkontrollierbaren Einflüssen aus, wie sie vor allem in der zwangsläufigen Enge eines Olympischen Dorfes herrschen. Wie 1964 in Tokio, wo sie eine Gold- und eine Bronzemedaille erkämpften, bezogen die deutschen Zehnkämpfer deshalb auch in Mexiko ein Ausweich-Quartier. Amerikas Athleten kapselten sich bis zu dieser Woche in South Lake Tahoe ab. Auf die Minute genau probten sie dort den Olympia-Fahrplan der acht Leichtathletik-Tage von Mexiko. Die Funktionäre wollten von ihren Mexiko-Manövern sogar den australischen Weltrekordler Clarke ausschließen. Er beabsichtigte, sich mit den Amerikanern vorzubereiten, weil Australien kein Höhenlager vorgesehen hatte. Erst nach der Intervention Präsident Johnsons durfte er mit den Amerikanern trainieren.
Die Mannschaft der Bundesrepublik -- von der deutschen Pharma-Industrie mit Medikamenten im Werte von 200 000 Mark versehen -- reiste letzte Woche aus ihren Höhen-Quartieren in das Olympische Dorf. Der "Fachausschuß für Umgangsformen" beriet die deutschen Olympia-Gäste über die Etikette In Mexiko. "Greifen Sie stets zu, wenn man Ihnen das Nationalgetränk Tequila kredenzt", empfiehlt der Olympia-Knigge. "Einer wird Sie nicht umwerfen."
In den nächsten zwei Wochen wird den ehrgeizigen Olympioniken kein Tequila schmecken. Denn im Kampf der Waden und Gelenke muß sich erweisen, ob sie für Sieg oder Niederlage trainiert haben -- bis zu Blut, Schweiß und Tränen. Die Sportbeamten der reichen Nationen bangen, ob sich der Millionen-Etat für Technik" Forschung und Sportmedizin in Form von Olympia-Gold amortisieren wird. Und die DDR-Funktionäre zagen, ob ihr Sportler-Kollektiv der Favoritenrolle gerecht werden wird und erstmals bei Olympischen Spielen die Bundesdeutschen überflügelt.
Beim Einmarsch In das Olympia-Stadion von Mexico City stoßen die beiden deutschen Mannschaften jedenfalls gemeinsam die vorgesehene Ordnung um. Zur Eröffnungs-Zeremonie am Sonnabend rücken 117 Nationen in Viererreihen ein -- die doppelten Deutschen aber in Sechserblocks, um den ihnen zugemessenen Marschraum nicht zu überziehen.

DER SPIEGEL 41/1968
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