06.03.2006

DGBEngelen-Kefer will's wissen

Der Bundesfrauenrat der Gewerkschaft Ver.di distanziert sich von einem Positionspapier für den DGB-Bundeskongress im Mai, in dem der amtierenden Vizevorsitzenden Ursula Engelen-Kefer Unterstützung signalisiert wird, sofern sie erneut kandidiert. Engelen-Kefer ist jedoch nicht nominiert und soll durch das DGB-Vorstandsmitglied Ingrid Sehrbrock ersetzt werden. In diversen Medien, die das Dokument der Ver.di-Frauen offenbar mit Unterstützung aus Engelen-Kefers Umfeld erhielten, wurde das Papier als Beginn eines Machtkampfs an der DGB-Spitze gewertet. "Wir sind nicht richtig interpretiert worden und fühlen uns instrumentalisiert", sagt Monika Brandl, Vorsitzende des Ver.di-Bundesfrauenrates. Auch in der IG Metall gibt es offenbar keine Absichten, für Engelen-Kefer zu streiten. Auf der Sitzung des IG-Metall-Frauenausschusses im Februar unter der Vorsitzenden Kirsten Rölke sei die Personalie "kein Thema gewesen". Dennoch scheint die amtierende DGB-Stellvertreterin zu einer Kampfkandidatur entschlossen. "Ich habe in der Vergangenheit viel erreicht. Ich will auch in Zukunft noch viel erreichen", sagt Engelen-Kefer. Auf die Äußerung des Vorsitzenden der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten, Franz-Josef Möllenberg, Engelen-Kefer habe im Herbst des vergangenen Jahres selbst erklärt, "nicht mehr antreten" zu wollen, sagt die streitbare Gewerkschaftsfrau: "Ich habe nie Zweifel daran gelassen, dass ich auch in Zukunft für Gewerkschaftsinteressen eintreten will. Über die Form gibt es keine Festlegung." Intern werden ihre Aussichten, erneut zur DGB-Vize gewählt zu werden, als gering eingeschätzt. "Sie hat keine Chance", so ein DGB-Funktionär. "Die Messe Engelen-Kefer ist gesungen."

DER SPIEGEL 10/2006
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