17.03.1965

„WIR SIND DAS HERZVOLK EUROPAS“

Erzbischof Gröber in einem Hirtenbrief an die Soldaten im Felde 1939:
Zum großen deutschen Volk gehört ihr als seine Wache und seine Wehr. Blut, Sprache, Kultur, naturhafte Liebe und andere Beziehungen tiefsinnigster Art verbinden euch mit ihm. So lebt ihr aus dem Volk. Das Volk lebt hinwiederum aus euch. Denn ihr seid der machtvolle Schutzwall, der in schwerster Bedrängnis unser Volk und Vaterland umschirmt. Alle andern Wälle sind tot. Sie leben und kämpfen, sie donnern und sprühen erst durch euch.
Ihr schenkt mit eurem Soldatentum dem Volk das Wertvollste, das ihr besitzt: Zeit, Schweiß, Willenskraft, Gehorsam, Liebe und Geist. Und wenn es das Schicksal will: eure Gesundheit, euer Blut und euer Leben.
Mehr könnt ihr dem Volk und Vaterland kaum geben. Und ihr leistet
diesen alles umfassenden Dienst als Pflicht vor Gott, übernommen durch einen Eid! Aus Pflicht, die aber keine leidig erzwungene Haltung sein soll, sondern soldatischer Charakter, d. h. ein überlegtes und mannhaftes: Ich will!
Fällt der eine oder andere von euch, so ist das weit mehr als nur die Entrichtung der menschlichen Schuld an den Allbezwinger Tod. Es ist letzte Hingabe an das Vaterland und Volk. Soldatentod ist damit Opfertod. Opfertod ist Heldentod. Heldentod ist ehrenvoller Tod, ein Ruhmeskranz, der auch das Grab des unbekannten Soldaten aus der Dankbarkeit des Volksgenossen schmückt.
Militärbischof Rarkowski am 15. Juni 1940:
Wir alle wissen, daß durch die kriegerischen Entscheidungen der Gegenwart die Gestaltung der Zukunft unseres Volkes in stärkstem Maße beeinflußt wird. Dieses Wissen muß wie ein heiliges Feuer in uns brennen und uns zu entschlossenen Kämpfern für unseres Volkes Ehre und Freiheit machen. In mehr als tausend Jahren haben deutsche Heere einen unvergleichlichen Waffenruhm geerntet. Sie haben durch die mächtige Sprache der Tatsachen erwiesen, daß das Christentum der heroischen und soldatischen Haltung Raum läßt und ihre Entfaltung begünstigt.
Der katholische Theologe M. Laros 1940:
Es hat jetzt keinen Sinn, den Fragen des gerechten Krieges nachzusinnen und überall ein Wenn und Aber anzubringen. Jetzt heißt es für den einzelnen handeln, sein Bestes tun im Glauben an die Sache seines Volkes. Dafür kann man keine mathematischen Beweise verlangen. Dann wäre es kein Glaube mehr, sondern eine Berechnung, und der Dienst am Volke ist auf Glaube und Vertrauen, nicht auf Berechnung gestellt. Das ist heute bei allen Patrioten selbstverständlich.
Bischof Galen am 4. Juli 1940:
Wir alle fühlen gerade jetzt uns angetrieben, in gemeinsamen Dankesliedern öffentlich Gott dem Herrn unsere Huldigung darzubringen, der unseren Soldaten die Kraft und den Mut gegeben hat, jene glorreichen Siege zu erringen, die zum Waffenstillstand in Frankreich und damit zu einer Belebung der Hoffnung auf baldigen Frieden geführt haben.
Militärbischof Rarkowski am 29. Juli 1941:
Kameraden! Wer will es bezweifeln, daß wir Deutsche nunmehr das "Herzvolk Europas" geworden sind, und zwar in einem Sinne, der weit über geographische oder geopolitische Erwägungen hinausgreift? Wie schon oft in der Geschichte ist Deutschland in der Gegenwart zum Retter und Vorkämpfer Europas geworden ... Viele europäische Staaten wissen es, daß der Krieg gegen Rußland ein europäischer Kreuzzug ist.
Erzbischof Gröber am 5. März 1942:
Laßt mich zuerst von ihrem Ruhm mit eindringlichen Worten sprechen. Sie (die Soldaten der Wehrmacht) starben für unser deutsches Vaterland. Also für etwas überaus Herrliches und ganz Großes, wenn es auch nicht das Allerhöchste und Allerletzte auf der Stufenleiter der Werte ist, die ein an Gott glaubender Mensch besteigt... Ja, Gottlob! Unsere toten Helden starben als Sieger. Nur selten in der ganzen Weltgeschichte waren Armeen so sieggewohnt und ruhmgekrönt, wie jene, in deren Reihen sie bis zur Fahnenhissung auf stürmisch eroberten Gebieten kämpften und fielen.
Katholischer Feldgottesdienst: "Der Krieg gegen Rußland ist ein Kreuzzug"

DER SPIEGEL 12/1965
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