06.11.1963

DEUTSCHLANDHASSEL-PROTEST.

In einem Brief
an den Intendanten des Westdeutschen Rundfunks hat Bundesverteidigungsminister Kai-Uwe von Hassel
gegen Leine WDR-Frauenfunk-Sendung über die Bundeswehr protestiert. In der ersten Folge der Sendereihe "Unser Sohn wird Soldat" hatte die Kriegeiwitwe und Mitarbeiterin der regierungsfreundlichen "Kölnischen Rundschau", Magda Gatter,
von deren fünf Söhnen gegenwärtig drei bei der Bundeswehr dienen, gegen den schlechten Einfluß der Kasernenhof - Pädagogik auf die Wehrpflichtigen gezürnt: "... all das Gerede von der Ordnung und Disziplin und Manneszucht, die man beim Militär lernt, ist dummes Zeug, denn dahinter steht das Tötenlernen... Kollektivstrafen sind zwar verboten, aber dafür nennt man sie jetzt 'erzieherische Maßnahmen'" Hassel an WDR-Chef Klaus von Bismarck: "Die Sendung hatte erschreckende Ähnlichkeit mit der sowjetischen Zersetzungspropaganda." Bismarck versicherte in seinem Antwortschreiben dem Verteidigungsminister, "daß in meinem Hause eine Disqualifizierung der Bundeswehr nicht zugelassen würde. Die Sendung ist der erste Teil einer Reihe, die sich mit hausbackenen und völlig unverfänglichen Fragen der Bundeswehr (Versicherung, Renten usw.) beschäftigt".

DER SPIEGEL 45/1963
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