20.11.1963

NEU ERSCHIENENMichel Leiris: „Mannesalter“.

Erst 17
Jahre nach der französischen Veröffentlichung erscheint dieses Bekenntnisbuch des heute 62jährigen Ethnologen vom Pariser Musée de l'Homme in Deutsch ein psychoanalytisches Protokoll der Impotenz, das Schriftsteller (wie Camus, Sartre, die Beauvoir) fasziniert hat. In der Erwartung, rigorose Ehrlichkeit und schriftstellerische Präzision "müßten meine Mittelmäßigkeit als Modell aufwiegen", setzt Leiris die in Frankreich jahrhundertealte, von Montaigne über Rousseau bis Genet reichende Tradition eines literarischen Exhibitionismus fort. Die Beschreibung des eigenen Versagens und der Feigheit wird fast wieder zu einer Sache des Mutes; der Schriftsteller wird, nach dem Wunsch von Leiris, zum Verwandten des Stierkämpfers, der bei seiner Arbeit das Leben riskiert, aber auch die Blamage. (Hermann Luchterhand Verlag, Neuwied; 280 Seiten; 19,80 Mark.)

DER SPIEGEL 47/1963
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Michel Leiris: „Mannesalter“.