04.12.1963

„UMSONST! UMSONST!“

Die Zuschauer lachten über eine Pointe auf der Bühne, der Leibwächter saß im Wirtshaus, als Abraham Lincoln, 56, am 14. April 1865 in der Präsidentenloge des Washingtoner Ford-Theaters von dem Schauspieler John Wilkes Booth, 26, durch einen Schuß in den Hinterkopf niedergestreckt wurde. Die rauchende Derringer-Pistole in der Hand, sprang der Attentäter an der entsetzten Präsidenten-Begleitung vorbei über die Logenbrüstung auf die drei Meter tiefer gelegene Bühne, brach sich dabei ein Schienbein, verhedderte sich im Vorhang, stürzte, kam wieder auf die Beine, stürmte zum Hintereingang
des Theaters, schwang sich auf sein Pferd und galoppierte in die dunkle Nacht hinaus. Der Haß des besiegten Südstaatlers und die Zwangsvorstellung, durch den ersten Mord an einem US-Präsidenten unsterblich zu werden, waren die Motive von Booth. Am 26. April 1865 wurde der Lincoln -Mörder - auf seinen Kopf waren 100 000 Dollar ausgesetzt - in einer Scheune bei Bowling Green, Virginia, gestellt. Soldaten legten Feuer an den Schuppen. Der Sergeant Corbett erschoß den Präsidenten-Mörder, als er vom Feuer ins Freie getrieben wurde. "Umsonst, umsonst! "waren seine letzten Worte.
Nach einem Sprung aus Lincolns Loge (o. r.) flüchtet Attentäter Booth
Booth-Steckbrief

DER SPIEGEL 49/1963
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