26.08.1964

USA / PRÄSIDENTEN-MORDESchüsse von hinten

Beide US-Präsidenten waren Vorkämpfer der Rassengleichheit. Beide wurden an einem Freitag ermordet. Beide starben durch einen Schuß in den Hinterkopf in Gegenwart ihrer Ehefrauen.
Der eine, Abraham Lincoln, wurde 1860, der andere, John F. Kennedy, 1960 ins Weiße Haus gewählt. Die auffallenden Ähnlichkeiten in Leben- und Tod der zwei Staatschefs veröffentlichte der republikanische "Newsletter" in der vorletzten Woche.
Die Parallelen gehen weiter. Die Nachnamen beider Opfer hatten sieben Buchstaben; sowohl Lincolns Gattin Mary als auch Jacqueline Kennedy verloren einen Sohn, als sie {First Ladys waren.
Die Namen des Lincoln-Mörders John Wilkes Booth und des Kennedy-Attentäters Lee Harvey Oswald haben ebenfalls die gleiche Buchstabenanzahl: 15. Beide wurden erschossen, bevor sie vor ein ordentliches Gericht gestellt werden konnten.
Die Nachfolger der ermordeten Präsidenten stammten beide aus dem Süden der Vereinigten Staaten und hießen Johnson: Andrew Johnson wurde 1808 geboren, der Demokrat Lyndon B. Johnson 1908.
Die letzte Parallele enthüllt den Grund für die historische Akribie des "Newsletter" der republikanischen Partei des Präsidentschaftskandidaten Barry Goldwater: Nach Lincoln-Nachfolger Johnson zog 1869 mit Ulysses S. Grant für zwei Amtsperioden ein republikanischer Präsident ins Weiße Haus ein, dessen Familienname mit G begann.
Lincoln
Booth
Andrew Johnson
Kennedy
Oswald
Lyndon Johnson
Ermordete US-Präsidenten, Attentäter, Präsidenten-Nachfolger.: Parallelen für G

DER SPIEGEL 35/1964
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