16.09.1964

NEU IN DEUTSCHLANDTonio Kröger (Deutschland/Frankreich).

Rolf Thiele, des deutschen Films gedankenverlorener Problem-Erotiker, hat dieser vierten Nachkriegs-Verfilmung eines Thomas-Mann-Werkes echte Mann-Zitate, aber mehr noch echten Thiele-Touch mitgegeben. Manns lübischer Patriziersohn, der zwischen Geist und Leben schwankt, trägt schwer am Geist und Lebensgefühl des "Labyrinth"- und "Venusberg"-Regisseurs: Aus der Kammer eines italienischen Freudenmädchens steigt Kröger (Jean -Claude Brialy) unversehens und symbolisch auf einen fein ornamentierten Friedhof; an die dänische Küste entwichen, wird ihm eine makaber glotzende Puppe vor die Füße gespült; Lübeck ist allemal von Nebeln umwabert und der moderne Mensch - will Thiele wissen - arg frustriert. Zum Drehbuch reichte Thomas Manns Tochter Erika wiederum die Hand, und auch Thieles Nadja (-"Rosemarie" "Lulu") Tiller ist, als Malweib Lisaweta, wieder dabei.
Brialy, Nadja Tiller

DER SPIEGEL 38/1964
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Tonio Kröger (Deutschland/Frankreich).

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