14.04.1965

HOHLSPIEGEL

Das Oberlandesgericht Hamm entschied in einem Verfahren gegen eine Mutter, die ihre Tochter nicht zur Schule gehen ließ, weil deren Bruder an Mumps erkrankt war und die Mutter eine Übertragung des Ziegenpeters auf Mitschüler befürchtete, die Frau habe sich strafbar gemacht, denn Mumps sei keine ansteckende Krankheit. Der "Gesundheits -Brockhaus" über Ziegenpeter: "Hochinfektiöse Krankheit ... Wegen ihrer hohen Ansteckungsfähigkeit machen die meisten Menschen Mumps schon im Kindesalter durch."
Die vom Hauptvorstand der Gewerkschaft Öffentliche Dienste, Transport und Verkehr herausgegebene Mitgliederzeitschrift "das ötv magazin" in einem Artikel zum Thema "Auf dem Weg zum Polizeistaat?": "Der 'Mann von der Straße' spricht gelegentlich vom Polizeistaat, um vielleicht seinem Unmut Über eine gebührenpflichtige Verwarnung Luft zu verschaffen. Das ist nicht tragisch. Sofern sich Kriminelle dieses Begriffs bedienen, ist es nicht ernst zu nehmen. Diese Elemente sind ohnehin auf die Polizei nicht gut zu sprechen."
Nachdem sich motorisierte Besucher des ostaustralischen Badeortes Surfers Paradise bei der Kurverwaltung beschwert hatten, daß die Polizei Parkvergehen besonders scharf ahnde, beauftragte die Behörde eine Hosteß, in ablaufende Parkuhren Münzen einzuwerfen, um die Badegäste vor Strafmandaten zu schützen.
Weil die Speisepläne seiner Gastgeber
nicht aufeinander abgestimmt worden waren, mußte der britische Premierminister Wilson während seines Paris -Besuchs beim Mittagessen mit General de Gaulle und bei dem von Ministerpräsident Pompidou am Abend desselben Tages gegebenen Staatsbankett jedesmal Entenbraten verzehren.
Das Vatikanblatt "Osservatore Romano della Domenica" drohte katholischen Produzenten unzüchtiger Lichtspiele mit der Exkommunizierung, weil sich die Kirche "durch die skandalösen Filmproduktionen ihrer degenerierten Söhne" nicht kompromittieren wolle.
Um Papier einzusparen, verzichtete die Pekinger Postbehörde bei der Neuauflage des Telephonbuchs der Sechs -Millionen-Stadt darauf, die Adressen der Fernsprechteilnehmer anzugeben. Das Buch (Umfang: 183 Seiten) enthält 26 550 amtliche Rufnummern und 450 Privatanschlüsse.

DER SPIEGEL 16/1965
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