Doch die Mörder leben

Der Österreicher Simon Wiesenthal führt seit 22 Jahren einen fanatischen und erfolgreichen Ein-Mann-Feldzug gegen geflohene NS-Verbrecher. Er entdeckte den geheimen Aufenthaltsort Adolf Eichmanns, spürte den KZ-Kommandanten Franz Stangl auf, sicherte die Spuren zu dem KZ-Arzt Josef Mengele und half dabei, weitere 800 Fälle von Kriegsverbrechen aufzuklären. Die eigene und die Leidensgeschichte des jüdischen Volkes spielten dem heute 58jährigen Architekten aus Galizien die Rolle eines „Detektivs in Sachen Gerechtigkeit“ zu: Er überlebte das KZ-Martyrium in 12 verschiedenen Lagern, 89 Verwandte fielen Hitlers Ausrottungsmaschine zum Opfer.
Von Simon Wiesenthal

DER SPIEGEL 33/1967

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