25.04.1966

BRUNO KREISKY

Bruno Kreisky ist - nach dem 1964 verstorbenen Altbundeskanzler Julius Raab - der international angesehenste Nachkriegs -Politiker Österreichs. Der langjährige Außenminister, der vor Jahren als Kandidat für den Posten des Uno -Generalsekretärs galt, sitzt seit der letzten Woche auf der Oppositionsbank. Die Sozialistische Partei (SPD), deren stellvertretender Vorsitzender der Sohn einer böhmischen Industriellenfamilie ist, erlitt bei den Wahlen am 6. März die schwerste Niederlage seit 1945. Die Volksportei (ÖVP), bis dahin Koalitionspartner der SPO, zog mit einer Viertelmillion Stimmen und elf Mandaten Vorsprung davon. Der im schwedischen Exil geprägte liberale Sozialdemokrat Kreisky, Jahrgang 1911, sieht als Hauptursache der Wahl-Schlappe die Umarmung der SPD durch Osterreichs Kommunistische Partei, die mangels eigene. Chancen ihren Wählern empfohlen hatte, sozialistisch zu wählen. SPÖ-Chef und Vizekanzler Bruno Pittermann hatte sich von einigen zehntausend KP-Stimmen die Mehrheit erhofft und deshalb die kommunistische Anbiederung trotz großer Bedenken seiner Parteifreunde, insbesondere Kreiskys, nicht zurückgewiesen.

DER SPIEGEL 18/1966
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