25.04.1966

Ernsl Günther Herzberg

Ernst Günther Herzberg, 42, FDP-Landtagsabgeordneter und Berufsschullehrer aus dem westfälischen Münster, dessen vierjähriger Sohn von einem Onkel einen unvollständigen (im Dritten Reich gefertigten) "Stabil-Baukasten" geerbt hatte, bemühte sich in mehreren Spielwarengeschäften und bei seinen Freunden vergeblich um weitere Bau-Elemente. Der Freidemokrat annoncierte deshalb in der "Münsterschen Zeitung": "Gebrauchter Stabil-Baukasten gesucht". Wenig später verkaufte ein Bekannter dem Inserenten für 20 Mark einen aus dem Zweiten Weltkrieg stammenden, vollständigen Baukasten. Als Herzberg den Karton zu Hause aufmachte, fand er einen Zettel mit dem Aufdruck: "Aufgrund der Beschlagnahme wegen des Krieges fehlen vier Autoreifen 84 B. Sie erhalten die Reifen drei bis sechs Monate nach Beendigung des Krieges gegen Vorlage des Gutscheins von uns kostenlos ersetzt." Herzberg: "Wir können den Kasten trotzdem gut gebrauchen. Ich sage wir, weil ich auch heute noch damit spiele. Mein Sohn schafft das noch nicht allein. Ich baue am liebsten Kräne."

DER SPIEGEL 18/1966
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