25.04.1966

HOH LSPEGEL

Aus dem "Würzburger Katholischen Sonntagsblatt" (Herausgeber: der Päpstliche Geheimkämmerer Dr. Holzapfel): "Die südkoreanische Regierung (lehnt) die zugesagte Entsendung weiterer Truppen auf den Kriegsschauplatz (in Vietnam) ab. Dafür sollen erneut 15 000 amerikanische Soldaten aus der Bundesrepublik abgezogen werden. An sich schadet es manchen Boys nicht, wenn sie den harten Dschungelkrieg kennenlernen, statt daß sie in der Bundesrepublik Friedhöfe schänden, Taxichauffeure überfallen und Mädchen vergewaltigen."
Die US - Fluggesellschaften wollen ihren im Februar eingeführten Brauch, Jugendliche im Alter von 12 bis 21 Jahren zum halben Preis auf jenen Plätzen zu befördern, die kurz vor dem Abflug nicht besetzt sind, wieder aufheben, weil Jugendliche ständig unter falschen Namen telephonisch Plätze buchen und später die reservierten Sitze einnehmen.
Im 70 Kilometer nördlich von Helsinki gelegenen Zentralgefängnis von Riihimäki, das in Finnland als beispielhaft für modernen Strafvollzug gilt, wurden zur Erbauung der Häftlinge Skilanglauf-Meisterschaften ausgetragen. Rennpiste: der 640-Meter-Rundkurs entlang der Gefängnismauer.
Aus einem während der Osterfeiertage von der Luxemburger "Föderation der zwangsrekrutierten Naziopfer" an alle in den Zwergstaat einreisenden Deutschen verteilten Flugblatt: "Luxemburg wurde innerhalb von 70 Jahren, entgegen allen internationalen Abkommen, von den deutschen Eroberern dreimal überfallen, geplündert und ausgeraubt. Besonders in den Jahren 1940 - 45 wurde es von den Nazihorden tyrannisiert, gemartert und geschändet ... Bist du einer von diesen Verbrechern, so bitten wir dich, das Land schleunigst zu verlassen. Du bist hier unerwünscht! Nach den letzten Ereignissen können und dürfen wir nicht vergessen.! Das Luxemburger Volk war zur Verzeihung bereit, doch die Haltung deiner Regierung in Fragen der Zwangseinziehung sowie die brutale Nein-Antwort Bonns (zu Entschädigungsforderungen) ... haben alle Anstrengungen zunichte gemacht."
Aus der Zeitschrift "Rechtsprechung zum Wiedergutmachungsrecht": "Die Kammer (Landgericht Nürnberg-Fürth) ist der Auffassung, daß F. (der Zeuge) als Laie nicht imstande war, die Steine bei bloßer Betrachtung einwandfrei als Brillanten zu identifizieren. Selbst die belgische Königin Fabiola mußte sich, als sie die ihr vom spanischen Staatschef Franco geschenkte Krone zur Umarbeitung zu einem Juwelier brachte, sagen lassen, daß die in dieser Krone befindlichen Steine nicht Brillanten, sondern Steine aus Glas waren."

DER SPIEGEL 18/1966
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