13.03.1967

Scheidung auf italienisch

Von Peter Tompkins
1. Fortsetzung
Der italienische Rundfunk meldete den Sturz Mussolinis und die Ernennung Badoglios zum neuen Regierungschef Italiens am späten Abend des 25. Juli 1943.
Das Volk freute sich -- denn jede Änderung schien eine Wendung zum Besseren zu sein.
In Pyjamas und Morgenröcken liefen die Menschen auf -- die Straße, sie achten, weinten und umarmten einander.
Bilder und Büsten des Duce wurden von Wänden und Piedestalen gerissen und zerschlagen, und sogar die Feuerwehrmänner schlossen sich dem Jubel an: Sie kletterten auf ihre langen Leitern und entfernten die faschistischen Embleme von hohen Gebäuden.
Und in Turin marschierten Zehntausende zum größten Gefängnis der Stadt, zerschlugen das Gefängnistor und befreiten etwa 400 politische Gefangene. König Viktor Emanuel, sein Haushaltsminister Acquarone und Marschall Badoglio befürchteten, daß das Volk, das da für Freiheit und Demokratie demonstrierte, auch gegen die Fortsetzung des Krieges an der Seite Deutschlands auftreten könnte.
Badoglios Tagesbefehl war unmißverständlich: "Italien ist hart getroffen, hält aber dem gegebenen Wort die Treue." Und er enthielt eine Drohung: Deutsche Rechte: Molden-Verlag, Wien.
"Jeder, der die öffentliche Ordnung zu stören. wagt, wird unerbittlich bestraft."
Badoglio verhängte den Belagerungszustand, proklamierte das Kriegsrecht und ordnete Ausgehverbote an. Dem General Mario Roatta befahl er die Veröffentlichung eines Rundschreibens, in dem es hieß:
"Jede Störung der öffentlichen Ordnung, sogar die kleinste und von welcher Seite immer, stellt Verrat dar, sie kann die schwersten Folgen haben und unverzüglich vergolten werden. Wenn die militärischen Behörden gegen Gruppen oder Individuen einschreiten, haben die Truppen in Gefechtsgliederung vorzugehen und das Feuer zu eröffnen, und zwar aus Granatwerfern und ohne vorherige Warnung, so, als ob sie gegen feindliche Truppen zu kämpfen hätten."
Als ob dieser Befehl nicht schon genügte, wurde auch noch angeordnet, daß jeder Soldat, der auch nur die kleinste Geste der Solidarität mit Demonstranten zeigte oder den Feuerbefehl nicht sofort ausführte, an Ort und Stelle zu erschießen sei.
Zu einem ersten schweren Aufruhr kam es in der Lombardei: Die Bevölkerung demonstrierte gegen die Fortsetzung des Krieges und für sofortigen -- Frieden mit den Alliierten. Bei der "Wiederherstellung der Ordnung" wurden 300 Zivilisten erschossen.
In Bari feierten Antifaschisten den Sturz Mussolinis und paradierten durch. die Straßen. Die Polizei feuerte auf die Demonstranten und tötete 23 Menschen. Auch in anderen Ortschaften eröffneten Badoglios Truppen das Feuer auf unbewaffnete Antifaschisten und metzelten sie nieder.
Der König wollte den Faschismus gar nicht beseitigen. Dem Generalarzt Zingales, der ihn behandelte, vertraute er an: "Mussolini kann noch nützlich sein. Nach ein paar Jahren Pause wird er wieder an die Macht kommen."
Und auch Badoglio -- in Mussolinis Sicht "beinahe 20 Jahre lang ausgezeichneter Faschist" -- wollte nicht alle Brücken abbrechen. Er schickte Mussolini, der in einer Kaserne unter Bajonett gehalten wurde, um Mitternacht ein Billett, in dem es hieß:
"Der unterzeichnete Regierungschef wünscht Euer Exzellenz darüber zu informieren, daß alles, was Ihnen widerfahren ist, nur in Ihrem Interesse geschah, da Gerüchte über ein Komplott gegen Ihre Person in Umlauf sind. Der Regierungschef bedauert dies ..."
Badoglio und der König waren weit entfernt von irgendwelchen demokratischen Vorstellungen, und obwohl, die Kabinettsmitglieder der neuen Regierung angeblich nur Beamte waren, bestand das Kabinett dennoch aus erprobten Faschisten. Mehrere Minister waren Exminister Mussolinis, und auch mit anderen exfaschistischen Bonzen wurde eifrig verhandelt, denn man war sich darüber klargeworden, daß viele Helfer notwendig sein würden, um die Monarchie zu erhalten.
Der König fürchtete aber nicht nur einen Aufstand gegen die langjährigen Förderer des Faschismus -- er befürchtete auch einen deutschen Gegenschlag. So bat er, anstatt Verhandlungen mit den Alliierten einzuleiten, überraschenderweise Adolf Hitler um ein Treffen. Er wollte beim Führer erreichen, was Mussolini bei seinem Treffen mit Hitler in Feltre nicht vorzubringen gewagt hatte: die einverständliche Kündigung des Bündnisses mit Deutschland.
Und Acquarone ersuchte sogar noch um die Überstellung von zwei weiteren deutschen Divisionen nach Italien -- zur Verstärkung der Front gegen die Alliierten.
Das war des Königs politisches Spiel: Obwohl er -- auf lange Sicht -- mit den Alliierten verhandeln wollte, war er doch der Meinung, daß er so umfangreiche deutsche militärische Unterstützung wie nur möglich brauchte, um dann bei den Alliierten "in Ehren" die besten Bedingungen für Italien aushandeln zu können. Aber nicht einmal das italienische Oberkommando war bereit, eine solche Perfidie zu schlucken; schon gar nicht der General Castellano.
Castellano rebellierte gegen diese Politik. Er kannte sie "die schlimmste Lösung", denn sie würde "die Armee und das Land entehren". In seinem geheimen Tagebuch vermerkte, er:
"Angesichts der Tatsache, daß der Bruch mit den Deutschen früher erfolgen wird, als die Alliierten. zu landen imstande sein werden, müssen wir einen Aufenthaltsort bestimmen, um die Regierung unverzüglich dorthin zu transportieren. Denn sonst gehen das Risiko ein, daß wir eines düsteren Morgens, ohne König und ohne Regierung dastehen."
Und hinsichtlich der Reaktion Hitlers schrieb Castellano geradezu prophetisch: "Man darf die Bosheit dieses Mannes nicht außer acht lassen, nicht die Ausbrüche seines Charakters, des Charakters eines Hitzkopfes. Es ist uns eine Notwendigkeit, jeden zu bestrafen, der seine Linie verläßt; er besitzt den Sadismus, eines Kriminellen, der nur allzu glücklich wäre, das Blut des italienischen Volkes, das er verachtet, fließen sehen zu können."
Castellano hatte recht: Hitler wollte den König, den er den "kleinen Verräter" nannte, nicht treffen. Der König erfuhr auch bald, daß die Deutschen ihn zu stürzen gedachten.
Mussolinis Sturz hatte die Deutschen überrascht. Und Viktor Emanuels Erklärung, Italien wolle den Krieg an der Seile Deutschlands weiterführen, erschien Hitler als, offensichtliche Lüge. Bei einer Lagebesprechung im Führerhauptquartier am Abend des 25. Juli sagte er: "Sie erklären, sie kämpfen, aber das ist Verrat" (siehe Kasten Seite 98).
Hitler wollte die italienische Regierung jedoch zur Fortsetzung des Krieges zwingen, und er war bereit, die Apenninenhalbinsel in ein Schlachtfeld und in eine Pufferzone zur Abschirmung Deutschlands zu verwandeln. Um dieses Ziel zu erreichen, kamen er und sein Stab überein, das Land stufenweise mit deutschen. Truppen zu besetzen.
Pläne zur Besetzung Italiens -- für den Fall seiner Abtrünnigkeit -- waren vom Oberkommando der Wehrmacht unter dem Decknamen "Alarich". ausgearbeitet. Generalfeldmarschall Rommel erhielt den Auftrag, im Falle eines Zusammenbruchs den Befehl über alle auf der Halbinsel stationierten Streitkräfte zu übernehmen.
Am 25. Juli um 23 Uhr gab Hitler den Befehl, das Unternehmen "Alarich" durchzuführen. Als Vorwand dienten dem OKW die Bitten des Comando Surpremo um mehr deutsche Truppen. Rommels Heeresgruppe B rückte gegen Norditalien vor.
Um Rommels Streitkräfte zu verstärken, zog Hitler die 1. SS-Panzer-Grenadier-Division unter dem Kommando des Obergruppenführers Sepp Dietrich von der russischen Front ab. Hitler hoffte, daß der Anblick dieser handfesten SS-Männer die abgesetzten Faschisten anfeuern würde, noch einmal an Deutschlands "Seite zu den Waffen zu greifen.
Eine der größten Sorgen des Führers galt dem Schicksal seines Diktator-Kollegen. Er gedachte ihn zu befreien und als Chef einer neofaschistischen Regierung unter deutschem Protektorat einzusetzen. SS-Hauptsturmführer Otto Skorzeny erhielt den Befehl, den Aufenthaltsort des Duce ausfindig zu machen und Mussolini um jeden Preis zu befreien*.
Während Hitler und Rommel den Italienern mißtrauten, hoffte Generalfeldmarschall Albert Kesseiring, der sämtliche deutsche Truppen südlich von Rommeis anmarschierenden Divisionen befehligte, mehr zu gewinnen, wenn er die offensichtliche Bereitwilligkeit der italienischen Regierung durch Zusammenarbeit ausnutzte, als wenn er eine Krise heraufbeschwor, die ins Chaos führen konnte.
Ein Feuerkampf in Rom und Umgebung würde den Verkehr nach Süden
* Um die Fahndung der Deutschen zu erschweren, wurde Mussolini zunächst auf die Insel Ponza und sodann nach Maddalena geschafft. Schließlich internierten ihn die Italiener auf dem unzugänglichen Gran Sasso. Am 12. September 1943 landeten acht deutsche Lastensegler auf dem Plateau, und Skorzeny entführte Mussolini in einem "Fieseler Storch". Nach einem Treffen mit Hitler gründete der Duce in SaiS eine neofaschistische Regierung. Im April 1945 wurde er in der Nähe von Dongo von kommunistischen Partisanen erschossen. Seine Leiche wurde auf dem Piazzale Loreto in Mailand an den Füßen aufgehängt.
beeinträchtigen, den Nachschub und die Verstärkung aufhalten und die deutschen Truppen in Süditalien der Gefahr aussetzen, abgeschnitten zu werden.
Also schlug Kesseiring vor, gute Beziehungen zur Regierung Badoglios zu pflegen, wenigstens so lange, bis die Deutschen ihre Divisionen, die sie in Italien brauchten, friedlich dorthin verlegt hatten.
Und Badoglio hoffte immer noch, er gönnte die Zustimmung der Deutschen zu einer einverständlichen Lösung des Achsenbündnisses erwirken -- wozu weder Mussolini noch der König imstande gewesen wären. Also bat er, von Hitler empfangen zu werden, und wies -- um ein Zeichen seines guten Willens zu geben -- Generalstabschef Ambrosio an, zwei deutschen Divisionen, die an der Grenze aufgehalten worden waren, den Einmarsch nach Italien zu gestatten.
So tat Rommels Heeresgruppe B mit italienischem Einverständnis den ersten Schritt ins Innere Italiens.
Badoglio hoffte auf eine aufrichtige Aussprache mit Hitler und lehnte es ab, sich den westlichen Alliierten anzunähern. --
Um Badoglios deutschfreundliche Pläne zu unterstützen, flog Hitlers alter Militärattaché, General von Rintelen, von Rom ins deutsche Hauptquartier. Dort berichtete er dem Führer, daß ihm Badoglio als alter Soldat das Wort gegeben habe, den Krieg an Deutschlands Seite fortzusetzen (siehe Kasten Seite 101).
Aber Hitler und Rommel glaubten Beweise dafür zu haben, daß die Italiener bereits geheime Gespräche mit den Alliierten führten.
Am 29. Juli um ein Uhr nachts hatte der deutsche Sicherheitsdienst ein langes Telephongespräch zwischen Churchill und Roosevelt abgehört. Churchill sagte, er wolle mit, dem italienischen König Kontakt aufnehmen, und Roosevelt erwiderte, daß er ebenfalls "mit Emanuel Fühlung nehmen" wolle, obwohl er nach nicht wisse, wie das zu bewerkstelligen sei.
Die Italiener wußten es gleichfalls nicht.
Der König beklagte einmal gegenüber seinem Adjutanten, daß es in diesem Krieg nicht wie im Ersten Weltkrieg sei, als die Kriegführenden noch über die neutralen Staaten miteinander in Verbindung treten konnten. Die Schweizer, die Spanier, auch die Schweden waren diesmal sehr vorsichtig, um sich nicht Hitlers Unwillen zuzuziehen. Und die Alliierten hatten qualifizierte Agenten zum Zweck der Kontaktaufnahme bis dahin nicht ausgeschickt.
Sie arbeiteten lediglich. Waffenstillstandsbedingungen für Italien aus. Das Resultat der Verhandlungen zwischen Briten und Amerikanern war ein sonderbarer Kompromiß in Form- zweier verschiedener Entwürfe:
> Der erste war kurz und bezog sich auf militärische Bedingungen, wie die Amerikaner sie guthießen.
> Der andere war lang und drakonisch. Hinter ihm stand Churchill. Bei späteren Verhandlungen sollte· den Italienern zunächst nur der erste und danach der zweite Entwurf unterbreitet werden.
Unterdessen geriet die Regierung Badoglin unter erneuten Druck der Antifaschisten, die den Marschall zu einem Waffenstillstand mit den Alliierten zwingen wollten. Die Arbeiterführer drohten wieder mit Streiks. Zu. allem drohte ein deutscher Coup durch Rommels Truppen. So erscheint es kaum verwunderlich, daß italienische Politiker von einer neuen Bartholomäusnacht zu träumen begannen.
Und nun, wahrend der ersten Tage im August suchten die verschiedensten Leute in Rom Mittel und Wege, um mit den Alliierten Fühlung zu nehmen. In ebenso fieberhafter wie komischer und dilettantischer, Geschäftigkeit entsandten -- zum Teil voneinander unabhänggig -- Königshaus, Regierung und Oberkommando diplomatische und militärische Unterhändler in neutrale Länder.
Zunächst berieten der König und Badoglio sich mit ihrem frischgebackenen Außenminister Raffaele Guariglia. Der ehemalige Botschafter in Ankara erbleichte: Er hatte noch weniger Mut als seine Chefs. Dann beschloß er,- den sichersten und einfachsten Weg. zu gehen: Er versetzte den jungen Botschaftsrat Marchese d'Ajeta aus dem Vatikan nach Libanon. Der Marchese, Royalist und Sohn einer Amerikanerin, sollte in der portugiesischen Hauptstadt mit den Alliierten erste Fühlung nehmen.
Er flog am 2. August. Zwei Tage später wurde er eingeladen, den britischen Botschafter in -- Portugal, Sir Ronald Campbell, in dessen Privatresidenz aufzusuchen.
D'Ajeta erklärte Sir Ronald, der König und Badoglio zunächst die Absicht gehabt hätten, mit den Alliierten Frieden zu schließen. Sie -- hätten sich dann aber gezwungen gesehen, scheinbar an der Seite des Achsenpartners auszuharren, sonst hätten die Deutschen das Land besetzt. Die. Deutschen seien -- bereits im Begriff, Italien zu überfluten.
Der Faschismus sei ausgemerzt, beteuerte der -Italiener. Die Macht-hätten der König Und jene Patrioten, die mit ihm entschlossen sind, einen Wall gegen den Bolschewismus zu bilden. -.
D'Ajeta beschwor den Botschafter, die Alliierten sollten den König und Badoglio nicht verraten, sonst würde das Land in einem Blutbad ertrinken. Er bat auch, die Alliierten möchten dach Rom nicht mehr bombardieren, seit -- wUrden sie einen Volksaufstand entfesseln und damit den Deutschen einen Vorwand liefern, einzumarschieren und -- jedermann- niederzumetzeln.
Nach der Darstellung d'Ajetas hatten die Deutschen nicht nur eine Panzerdivision vor den Toren Roms stationiert, sondern es zogen auch noch 10 000 mit Maschinengewehren bewaffnete Soldaten durch die Straßen der Hauptstadt. Es wäre am besten? wenn die Alliierten dem König und Badoglio helfen wollten, den Schein einer Kriegführungen Deutschlands Seite aufrechtzuerhalten.
Zum Zeichen seines guten Willens erklärte er sich bereit, dem Botschafter am Tage seiner -- Abreise die deutsche Schlachtordnung in Italien mit Namen, Stärke und -- Bestimmungsort jeder einzelnen deutschen Einheit zu übergeben. Errötend teilte d'Ajeta dann Campbell mit daß Guariglia in dieser Stunde auf der Fahrt nach Tarvis sei, um dort Ribbentrop zu treffen und ihm zu versichern, daß Italien das Bündnis mit Deutschland achte und keinerlei Verhandlungen mit den Alliierten führe*.
Diese Eröffnung war für Campbell genug. Von nun an war er eisig. Niedergeschlagen mußte d'Ajeta nach Rom berichten, daß seine Mitteilungen kalt aufgenommen worden seien und die Alliierten weiterhin auf einer " bedingungslosen Kapitulation" Italiens bestehen würden.
Doch Rom setzte seine Suche nach der leichteren Lösung fort. Als nächster sollte ein weiterer unauffälliger Berufsdiplomat Fühler ausstrecken, und so wurde Alberto Berio als Generalkonsul nach Tanger versetzt.
Obwohl in Tanger jeder Hotelpage und jeder Zuhälter einfacher, zweifacher und dreifacher Spion war, konnte Berio erst nach geraumer Zeit mit den Briten Kontakt aufnehmen.
Die einander bekämpfenden Agenten hatten ein Hotelarrangement getroffen: Die Mitglieder der Achsen-Missionen stiegen im Rif-Hotel ab, die Briten und deren Alliierte nahmen mit dem Hotel Minzah vorlieb.
Schließlich konnte Berio mit einem -- britischen Agenten ein nächtliches Rendezvous im "Chemin des Amoureux" arrangieren. Dort berichtete er ihm, was man ihm in Rom aufgetragen hatte:
Die Alliierten sollten begreifen, daß Italien eine gewisse Ruhepause brauche, um sich sowohl gegen die Deutschen als auch gegen die Kommunisten abzusichern und das Land zu reorganisieren, und daß die Alliierten deshalb die Bombardierung Italiens einstellen sollten. Die Alliierten sollten Italien überhaupt nicht mehr angreifen; sondern gegen den Balkan oder einen be-
* Für die deutsch-italienische Begegnung, die am 6. August im Salonwagen des italienischen Außenministers auf der Bahnstation Tarvis stattfand, hatte Hitler besondere Sicherheitsmaßnahmen verfügt. "Als der deutsche Sonderzug (mit Ribbentrop und Keitel) auf dem Bahnhof einlief, stand hinter jeder Trennwand zwischen den Fenstern der D-Zugwagen -- ein SS-Mann mit einer Maschinenpistole im Anschlag bereit, berichtet General Walter Warlimont, Stellvertretender Chef des Wehrmachtführungsstabes. weitere Hitler-Anordnungen: "Nur gemeinsam auftreten, keine getrennten Verhandlungen führen und unter -- keinen Umständen etwas essen oder trinken, ehe nicht die Gastgeber damit vorangegangen wären."
liebigen anderen Punkt Europas vorstoßen, um, den deutschen Druck auf Italien zumildern.
Der britische Agent antwortete, er würde das alles weitergeben.
Berio blieb neun Tage und neun Nächte ohne Antwort. Er vertrieb sich die Zeit, lauschte den Darbietungen des städtischen Orchesters, das täglich Querschnitte aus Rossinis Opern spielte, und bewunderte -das Spiel der Lichter im Wasser der Springbrunnen.
Endlich traf er -- selbstverständlich wieder um Mitternacht -- einen anderen britischen Agenten. Der schrieb auf die Rückseite einer Speisekarte:
"Es ist notwendig, daß Marschall B. versteht, daß wir nicht verhandeln können, sondern auf bedingungsloser Kapitulation bestehen müssen. Das bedeutet, daß die italienische Regierung sich in die Hände der· beiden alliierten Regierungen geben soll, die dann ihre Bedingungen nennen werden."
Nachdem Berio diese Antwort nach Rom gedrahtet hatte, erhielt er von dort nur eine verstümmelte Meldung: "Rom kann nicht verhandeln ... ist Gefangener der Deutschen ..."
So blieb auch diese Aktion ergebnislos.
Mittlerweile waren die von Rommel geplanten Truppenbewegungen in Italien nahezu abgeschlossen. Die 1. SS-Panzer-Grenadier-Division "Leibstandarte SS Adolf Hitler" war in den Militärbezirk Parma eingedrungen. Im gleichen Raum lagen zwei Infanteriedivisionen.
Der italienische Generalstabschef Ambrosio suchte den König auf, um ihm klarzumachen, wie lebenswichtig es sei, nun endlich einen militärischen Gesandten zu den Alliierten zu schicken. Der Mann sollte von Rom über Madrid nach Lissabon reisen, um dort Verhandlungen einzuleiten.
Der König willigte ein, bestand jedoch darauf, daß dieser Offizier kein Beglaubigungsschreiben mitnehmen dürfe, weil er von den Deutschen verhaftet werden könnte und die sich dann am König rächen würden.
Ambrosio betraute mit dieser Aufgabe den Brigadegeneral Castellano -- den denkbar ungeeignetsten Mann für einen diplomatischen Auftrag. Castellano sprach nicht englisch, hatte seine Heimat Sizilien nur selten verlassen und keine Ahnung von den Finessen diplomatischen Verhandelns.
Badoglio empfing ihn überhaupt nicht vor seiner Abreise. Guariglia traf ihn nur kurz -- um ihn zu warnen, ja nicht in die Hände der Deutschen zu fallen, weil das "den Tod jedermanns in der Regierung" bedeuten würde.
Castellano erhielt keine detaillierten Instruktionen, sondern lediglich einige Anweisungen: Er solle mit Offizieren des anglo-amerikanischen Generalstabs Fühlung nehmen, um herauszubekommen, was sie mit Italien vorhätten. Er solle ihnen klarmachen, daß Italien sich in einer entsetzlichen militärischen Lage befinde -- von Deutschen de facto besetzt und außerstande, sich ohne Hilfe der Alliierten von den Hitler-Truppen zu befreien. Schließlich sollte er ihnen beibringen, daß nur eine Landung nördlich von Rom die ganze Situation änderil könnte.
Castellano erhielt auch kein Beglaubigungsschreiben, sondern lediglich eine Empfehlung des britischen Botschafters beim Heiligen Stuhl, Sir D'Arcy Osborne, der ihn beim britischen Botschafter in Madrid, Sir Samuel Hoare, einführen sollte.
Und Badoglio wollte ihm auch keinerlei Vollmacht erteilen. So konnte er im Falle einer Panne -- entweder bei den Deutschen oder bei den Alliierten oder gar bei beiden -- die Mission Castellanos jederzeit ableugnen.
Aber der Brigadegeneral wurde getarnt: Er sollte als "Signor Raimondi vom Finanzministerium" in Begleitung einiger Herren vom Außenministerium reisen, "um in Lissabon eine aus Chile zurückgekehrte italienische Mission zu treffen". --
Als "Raimondi" auf dem Bahnhof Termini den Zug in Richtung Turin bestieg, befand sich unter den anderen italienischen Beamten ein Mann namens Franco Montanari (der einst als Konsul in Honolulu und im italienischen Konsulat in Manila tätig war und sich später als ein Neffe Badoglios entpuppte).
Auf der Fahrt ergab sich für Castellano keine Gelegenheit, mit Montanari ins Gespräch zu kommen -- er fand sie in Madrid. --
Während des Zwischenaufenthalts in der spanischen Hauptstadt wollte Castellano unbedingt mit dem britischen Botschafter Kontakt aufnehmen; er erhoffte sich davon bessere Bedingungen für Lissabon: Er könnte die italienische Botschaft meiden, wo man ihn möglicherweise schnell erkennen würde.
Castellano und die anderen Herren kamen zu Mittag des 15. August in der spanischen Hauptstadt an. Eine außergewöhnlich- starke Hitzewelle ließ die Quecksilbersäule auf 46 Grad ansteigen. Die Beamten des Außenministeriums wollten während des Aufenthalts in der Stadt den Prado besuchen. Als sie im -- Museum umherwanderten, bildeten sich vereinzelte kleine Gruppen. So konnte Castellano an Montanari herantreten.
Er flüsterte ihm ins Ohr: "Ich bin nicht der, für den Sie mich halten. Ich bin General Castellano. Ich muß den britischen Botschafter in Madrid unbedingt noch heute sehen. Ich weiß, daß Sie Englisch sprechen. Bitte kommen Sie mit mir ... Ich ersuche Sie, mir Ihr Ehrenwort zu geben, daß Sie niemandem etwas erzählen ..."
Die beiden schlichen aus dem Museum, nahmen ein Taxi und fuhren zur Britischen Botschaft, wo sie die private Adresse des Botschafters erhielten. Ein anderes Taxi brachte sie vor zwei versperrte Tore, hinter denen ein Garten lag.
Zu dieser Zeit pflegte sich der größte Teil des diplomatischen Korps an der See aufzuhalten, und es war reiner Zufall, daß Sir Samuel als einziger Botschafter in der Stadt geblieben war,
Doch die Frau des spanischen Portiers schüttelte den Kopf. Auch der Portier selbst, schließlich aus seiner Siesta gerissen, war störrisch. Erst der Butler des Botschafters, telephonisch ans Gartentor gebeten, willigte ein, die Herren anzumelden -- wobei die Visitenkarte von Sir D'Arcy Osborne sich als überaus nützlich erwies.
Bald kam der Butler zurück: Der Botschafter wünsche die Herren zu empfangen.
Sir Samuel, ein imposanter alter Herr mit weißem Haar und in elegantem Sommeranzug, begrüßte seine Gäste mit einem Lächeln und mit ausgestreckten Händen. Als Castellano sich vorstellte, sagte Hoare, er verstehe sehr gut Italienisch; er habe als Botschafter in Italien gedient und dort sehr viele Freunde.
Während der folgenden Unterredung machte bare sich zahlreiche Notizen, bat aber Castellano und Montanari, sich keine zu machen.
Nach einer späteren Darstellung Hoares erweckte Castellano den Eindruck, in der Lage zu sein, an Ort und Stelle Waffenstillstandsbedingungen zu vereinbaren, unter denen sich die italienische Armee unverzüglich den Alliierten anschließen würde.
Nach seiner eigenen Darstellung aber teilte Castellano dem Botschafter mit, er sei von seiner Regierung entsandt worden, um die Anglo-Amerikaner lediglich über die besondere Lage Italiens zu informieren und ihnen begreiflich zu machen, daß Italien außerstande sei, das Bündnis mit den Deutschen zu lösen oder sich allein gegen die Übermacht der Deutschen zu verteidigen.
Hoare fragte, ob die Kündigung des italienischen Bündnisses mit den Deutschen und Italiens Teilnahme am Krieg gegen das Reich von irgendeiner Bedingung abhingen. Castellano wiederholte, er habe nur militärische Fragen zu erörtern und keinerlei Vollmacht, über politische Probleme zu verhandeln.
Hoare kündigte die Entsendung von Stabsoffizieren nach Lissabon an und empfahl Castellano, den britischen Botschafter in der portugiesischen Hauptstadt um Schutz zu bitten: Lissabon wimmle von deutschen Spionen.
Am späten Abend des 16. August trafen Castellano und Montanari in Lissabon ein. Am nächsten Morgen stahlen sie sich aus ihrem Hotel, nahmen ein Taxi und fuhren zur Britischen Botschaft. Sir Ronald Campbell, ein eleganter, zurückhaltender, typisch britischer Diplomat, eröffnete Castellano, daß London kaum in der Lage sei, seine Mission als offiziell zu betrachten; er besitze ja nicht einmal ein Beglaubigungsschreiben.
Castellano antwortete: Es sei eben gefährlich, mit einem solchen Papier zu reisen.
Campbell wiederholte seine Zweifel: Diplomatische Annäherungen von nichtbeglaubigten Persönlichkeiten seien bislang stets ergebnislos verlaufen. Er bat Castellano, in seinem Hotel auf eine Nachricht für einen Herrn "du Bois" zu warten.
Am nächsten Tag erhielt General Eisenhower im Hauptquartier der Alliierten die Anweisung, unverzüglich zwei Stabsoffiziere nach Lissabon zu entsenden. Eisenhower entschied sich für seinen eigenen Stabschef, Generalmajor Walter Bedell Smith, und für den englischen Brigadegeneral Kenneth William Dobson Strong.
Die beiden Stabsoffiziere empfingen die Kapitulationsbedingungen für Italien und die Anweisung: Die italienische Regierung habe bedingungslos zuzustimmen und auf das "Gerechtigkeitsgefühl" der Alliierten zu vertrauen. Datum und Stunde der Einstellung der Feindseligkeiten sollten die Italiener erst zu einem späteren Zeitpunkt erfahren.
Die italienische Regierung sollte in einem von Eisenhower zu bestimmenden Augenblick eine Proklamation veröffentlichen und das Volk aufrufen, mit den Alliierten zusammenzuarbeiten, gegen die Deutschen zu kämpfen und deutsches Eigentum zu vernichten.
Smith und Strong flogen am 18. August nach Lissabon. Dort nahmen sie ein erfrischendes Bad und frühstückten Eier, frisches Obst und frische Milch. In der Manier eines James-Bond-Romans verließen sie ihr Quartier durch die Lieferantentür und wechselten in der Stadt mehrere Male das Taxi, um die Gestapo abzuschütteln. So erreichten sie die Residenz des britischen Botschafters.
Am Morgen des 19. August erhielten Castellano und Montanari die Nachricht an "du Bois": Sie wurden zu einem Rendezvous um 22.30 Uhr aufgefordert.
Unerkannt klopften sie an die Tür der britischen Botschafterresidenz. Der Botschafter begrüßte sie in der Halle, führte sie in einen Salon und verschwand durch eine Tür. Einige Minuten später tat sich eine andere Tür auf, und herein traten, hinter Campbell, drei Zivilisten: die Generale Smith und Strong und der amerikanische Geschäftsträger in Lissabon, George F. Kerman. Sie grüßten die Italiener mit einem Kopfnicken, und die Italiener erwiderten den Gruß auf die gleiche Weise.
Smith setzte sich an einen Tisch, breitete darauf einige Papiere aus, lud die anderen mit einer Geste ein, gleichfalls Platz zu nehmen, setzte eine Brille mit Stahlfassung auf und las mit Stentorstimme die Bedingungen des militärischen Waffenstillstands herunter:
Unverzügliche Einstellung der Feindseligkeiten, Einstellung jedweder Hilfeleistung an die Deutschen, Freilassung der Gefangenen, intakte Übergabe der Flotte und der Luftwaffe, Erlaubnis für die Alliierten, italienisches Gebiet als Brückenkopf zu benutzen.
Die Reaktion Castellanos war Verwunderung. Er erklärte, sein Auftrag bestehe lediglich darin, den Alliierten die politische Situation in Italien klarzumachen, ihnen Italiens Teilnahme am Krieg gegen die Deutschen anzubieten und die geeignetste Methode zur Zusammenarbeit festzusetzen. Er habe jedoch keinen Auftrag, mit ihnen über einen Waffenstillstand zu reden.
Smith antwortete, er habe nur Befehl, die Bedingungen der Alliierten bekanntzugeben. Diese Bedingungen könnten abgelehnt oder angenommen, jedoch nicht diskutiert werden.
Nachdem Smith und Strong diese Aufgabe ausgeführt hatten, wollten sie Castellano nur noch politische und militärische Nachrichten entlocken, etwa über die Operationspläne der Deutschen.
Aber auch Castellano hatte Fragen. Er wollte Zeitpunkt und Ausmaß der alliierten Landung ausschnüffeln -- denn die Italiener wollten ja sichergehen, daß die Alliierten genügend Kräfte im Norden an Land setzten, damit es der italienischen Regierung möglich würde, sich ungefährdet von der einen Seite auf die andere zu schlagen.
Smith bedauerte: Dies sei militärisches Geheimnis.
Schließlich vereinbarte man für den 31. August ein zweites Zusammentreffen irgendwo auf dem von den Alliierten besetzten Sizilien.
Um sicherzugehen, daß seine Aufzeichnungen über die Unterredungen mit Hoare, Campbell, Smith und Strong unentdeckt nach Italien kamen, händigte Castellano sie in versiegeltem Umschlag dem italienischen Botschafter in Chile aus, der gerade in Lissabon eingetroffen war. Der Botschafter nahm an, es handle sich um Zahlen der italienischen Goldreserven, und steckte den Umschlag ein.
Doch hätten der König und seine Verschwörer nicht so manisch um ihre Sicherheit gebangt, hätte Castellano die ganze Zeit über mit seinen Chefs in Rom in Verbindung bleiben können. Denn im Stab des italienischen Botschafters in Lissabon war ein Radiomechaniker untergebracht, der einen Geheimsender und eine geheime Chiffre besaß, so daß er jederzeit eine geheime Verbindung mit Rom herstellen konnte.
Aber davon hatte nicht einmal der Botschafter eine Ahnung -- und so mußte Castellano darauf warten, mit den Beamten, mit denen er nach Lissabon gereist war, irgendwann nach Rom zurückfahren zu können.
Während Castellano in Lissabon wartete und nichts von sich hören ließ, wurden die Verschwörer in Rom von Tag zu Tag besorgter. Badoglios Zustand war so kritisch, daß der König sich bereits nach einem Stellvertreter für ihn umsah. Jedenfalls sprach Acquarone, der Minister für den königlichen Haushalt, mehrere Militärs und Diplomaten an und sagte zu ihnen: "Halten Sie sich bereit."
Um seine Absetzung zu verhindern und gleich noch ein paar persönliche Feinde verschwinden zu lassen, setzte Badoglio Gerüchte von einem bevorstehenden Coup der "fünften Kolonne" in Umlauf. So konnte er auch gleich noch seinen alten Rivalen Cavallero in Festungshaft nehmen lassen*.
Währenddessen hatten die nach Italien verlegten deutschen Truppen die besten Positionen bezogen. Kesselring hatte nördlich und südlich von Rom zwei mächtige Verteidigungslinien ausgebaut.
Die 3. Panzer-Grenadier-Division lag in Viterbo. Die 2. Fallschirmjägerdivision des Generals Kurt Student war um Practica di Mare konzentriert. Und in Rom selbst gingen 10 000 Deutsche spazieren -- zwar in Zivil, doch mit automatischen Waffen ausgerüstet.
* Marschall Graf Ugo Cavallero war von Dezember 1940 bis Januar 1943 italienischer Generalstabschef: als Nachfolger Badoglios und vorganger Ambrosios. Auf Befehl Kesselrings wurde er am 11. September 1943 von Fallschirmjägern aus der Haft befreit und in das Hauptquartier des deutschen Oberbefehlshabers gebracht. Am nächsten Morgen saß er dort tot im Garten. Todesursache laut Kesselring: Selbstmord.
Insgesamt hatte Kesselring im Raum Rom etwa 60 000 Mann unter Waffen.
Und von Castellano kam noch immer keine Nachricht aus Lissabon.
Am 18. August wurde General Carboni zum neuen Chef des Militärischen Geheimdienstes ernannt. Sofort ordnete er an, daß ihm an jedem Morgen alle neuen Informationen vorzulegen seien, und zwar nicht dechiffriert.
Zwei Tage später erhielt er folgende Meldung: "Der Portier des Palazzo Vidoni (Sitz des Comando Supremo) und manche von General Castellano bevorzugte Damen sagen, daß der General nach Spanien und Portugal gereist sei, um mit den Alliierten Waffenstillstandsverhandlungen zu führen."
Carboni begann, sich über Castellanos Mission Sorgen zu machen.
Und der König sorgte sich um die Zukunft Italiens, nachdem die Alliierten Mailand, Turin und Neapel bombardiert hatten.
Nun faßten die aufgeregten Verschwörer einen Beschluß, der zur Folge haben mußte, daß die Alliierten an der Glaubwürdigkeit Castellanos zweifelten und sich fragten, ob die Italiener nicht einfach nur ihre Pläne herausfinden wollten, um den Deutschen Tips geben zu können:
Voneinander unabhängig, schickten sie weitere Beauftragte nach Lissabon.
Das Oberkommando der Streitkräfte entschied sich für den General Giacomo Zanussi, einen Monokelträger und gebildeten Stabsoffizier, der im Umgang mit der internationalen Gesellschaft seine Erfahrungen hatte.
Doch weder Generalstabschef Ambrosio noch General Roatta wagten, die Verantwortung für Zanussis Reise zu den Alliierten zu übernehmen -- denn sie fürchteten, die Deutschen könnten dahinterkommen -, und so mußte Carboni als Auftraggeber fungieren.
Damit die Mission Zanussis von den Alliierten auch als authentisch anerkannt würde, sollte ein hochgestellter britischer Kriegsgefangener den Gesandten nach Lissabon begleiten.
Zanussi verlangte vom Kommandanten eines Gefangenenlagers den "besten Kriegsgefangenen", und ohne Zögern antwortete der Kommandant: "De Wiart." Der hatte aber nur einen Arm und nur ein Auge und konnte von den Deutschen also sofort als Generalmajor Sir Adrian Carton de Wiart erkannt werden.
König Viktor Emanuel -- dem es zunächst nur darum ging, um Einstellung der Bombenangriffe zu bitten -- hatte inzwischen gleichfalls seinen Mann gefunden: Er beauftragte den Grafen Dino Grandi, nach Lissabon zu reisen.
Ein Zufall, würdig einer Hollywood-Verfilmung, vereinte die Männer an Bord derselben Maschine nach Madrid: Zanussi mit dunkler Brille, de Wiart mit verbundenem Auge, Grandi gleichfalls mit dunkler Brille.
Grandi, der sogar bis nach Quebec weiterfliegen sollte, um dort mit Churchill zu verhandeln, blieb in Lissabon hängen: Die amerikanische Presse bezeichnete ihn als den "italienischen Darlan", und Präsident Roosevelt vereitelte seine Mission.
Auch Zanussi hatte kein Glück. Als er in Lissabon auftauchte, wurde er -- trotz der Proteste seines Begleiters de Wiart -- mit größtem Mißtrauen behandelt. Schon die Tatsache, daß er Stabschef bei General Roatta war, wog schwer: Roatta war dem alliierten Geheimdienst als eindeutig deutschfreundlich bekannt.
Die Engländer setzten Zanussi in ein Flugzeug und schafften ihn ins Hauptquartier nach Algerien. Dort beauftragte Eisenhower seinen Stabschef Bedell Smith, festzustellen, ob Zanussi tatsächlich Vollmachten habe.
Die Antwort aus Rom besagte, der offizielle Abgesandte sei Castellano.
Als Bedell Smith das hörte, wollte er Zanussi verhaften und auf der Stelle erschiellen lassen. Doch der war inzwischen nach Sizilien geflohen, von wo er nach Italien zurückzureisen hoffte.
Castellano kehrte am 27. August nach Rom zurück. Er setzte einen detaillierten Bericht auf und ging, mit Carboni, zu Badoglio. Im Büro des Marschalls trafen die beiden auch den Außenminister Guariglia.
Castellano schildert die Atmosphäre der Besprechungen in seinem geheimen Tagebuch folgendermaßen:
"Ich berichtete kurz und bündig und las die Waffenstillstandsbedingungen vor. Der Marschall machte den Eindruck eines Schwachsinnigen. Guariglia entgegnete, wir könnten nicht um Waffenstillstand bitten, denn täten wir das. würden die Deutschen uns niedermetzeln. Erst wenn die Alliierten ihre Linien gefestigt hätten, sollten wir die Waffen strecken."
Ohne seine Meinung zu äußern, entließ Badoglio die Offiziere und sagte, die Entscheidung liege beim König.
Mehr Verständnis fand Castellano beim Generalstabschef Ambrosio. In dessen Begleitung suchte er noch einmal Badoglio auf, aber dort war ihm Guariglia zuvorgekommen. In einer Note äußerte Guariglia die Hoffnung, daß die Alliierten, falls ihnen Italien die Unterstützung auf dem Festland verweigerte. den Kampf gegen eine große Zahl deutscher Divisionen erwägen müßten; es würde ihnen dann vorteilhaft erscheinen, irgendwo anders, etwa auf dem Balkan oder im Süden Frankreichs. an Land zu gehen; dadurch würden die deutschen Truppen aus Italien herausgesogen werden, und Italien könnte den Krieg in aller Ruhe beenden.
Nachdem Castellano die Note gelesen hatte, schrieb er in sein Tagebuch: "In dieser Situation -- mit einem Schwachsinnigen als Regierungschef und einem Feigling als Außenminister -- können wir keine Fortschritte erzielen."
Um Guariglias Einfluß auf Badoglio entgegenzuwirken, wandten Castellano und Ambrosio sich direkt an Badoglios Chef, den König. Als Ambrosio die königlichen Räume im Quirinal verließ, machte er Castellano gegenüber ein Zeichen, daß seine Unterredung mit dem König negativ verlaufen sei. Der König wollte es Badoglio als dem Regierungschef überlassen, zu entscheiden. ob die Waffenstillstandsbedingungen angenommen oder abgelehnt werden sollten.
Nun schrieb man schon den 29. August. Es war der Tag, an dem aufgrund der Vereinbarung zwischen Castellana und den Alliierten gemeldet werden sollte, ob die Italiener die Bedingungen annahmen oder nicht.
Badoglio fragte Castellano, ob es nicht möglich sei, den Alliierten eine Antwort zu übermitteln, die weder ein klares Ja noch ein klares Nein enthielt. Castellano erwiderte, das sei unmöglich. Nun verlor Badoglio seine Beherrschung. Castellano schildert die Szene:
"Badoglio warf mich hinaus. Er sagte, dies alles seien Fragen für die Regierung, und ich solle mich entfernen, ich war verblüfft und sprachlos über das unmanierliche Benehmen des alten Marschalls und fand keine Erklärung dafür. Warum wohl ist der alte Mann so böse geworden? Es bleibt ein Geheimnis, oder es ist einfach Gehirnerweichung!"
Aber schon am nächsten Tag lächelte Badoglio wieder. Denn er und Guariglia hatten zusammen mit dem König einen Plan ausgearbeitet, wie sie sich in Sicherheit bringen konnten, ohne mit den Deutschen in Kämpfe verwickelt zu werden und dennoch mit den Alliierten einen Waffenstillstand schließen zu können.
Sie wollten eine weitere Verhandlung einleiten -- und zwar wollte Badoglio die Alliierten über folgendes informieren: Wenn sie bereit wären, mindestens fünfzehn Divisionen -- möglichst zwischen Civitavecchia und La Spezia -- an Land zu setzen, um zwischen Rom und Rommeis Heeresgruppe B einen Keil zu treiben, dann wären die Italiener bereit, die Waffen zu strecken. Sollte sich aber die Landung als Fehlschlag erweisen oder kämen die Alliierten mit zu schwachen Kräften daher, dann würden die Italiener Widerstand leisten, um den Deutschen keinen Vorwand für Sanktionen zu geben.
Am 30. August wurde Castellano zu Badoglio beordert und erhielt folgende Instruktionen: Er solle am nächsten Tag zu seiner vereinbarten Unterredung nach Sizilien fliegen, den Alliierten eine Note vorlegen und sie um die Annahme des darin enthaltenen italienischen Vorschlags bitten.
In den frühen Morgenstunden des 31. August starteten Castellano und Montanari auf dem römischen Flughafen Centocelle in einer dreimotorigen Savoia Marchetti. Um 9 Uhr landeten sie auf dem sizilianischen Flugplatz Termini Imerese bei Palermo.
Strong erwartete sie. Mit einer kleinen amerikanischen Maschine flogen sie nach Cassabile bei Syrakus. Von hier wurden sie in ein Alliiertenlager in einen Olivenhain gebracht. Bedell Smith empfing sie.
Castellano kam gleich auf den wesentlichen Punkt seiner Mission zu sprechen: Wenn die Alliierten mit den von Badoglio vorgeschlagenen fünfzehn Divisionen landeten, wären die Italiener in der Lage und sofort bereit, den Waffenstillstand zu verkünden.
Smith sagte: Wären die Alliierten in der Lage, so starke Kräfte an Land zu setzen, dann hätten sie den Italienern keinen Waffenstillstand angeboten, sondern das Land einfach erobert.
Der Amerikaner setzte dem Italiener auseinander, daß die Invasion mit oder ohne italienische Hilfe stattfinden und keineswegs fehischlagen werde, denn sie sei geplant worden, als die Alliierten noch angenommen hatten, sowohl gegen die Deutschen als auch gegen die Italiener kämpfen zu müssen.
Hier könne nicht gefeilscht werden, meinte Smith, die Italiener müßten die Bedingungen annehmen oder ablehnen.
Als schließlich mit Diskussionen nichts mehr zu erreichen war, bat Castellano um die Erlaubnis, nach Rom zurückfliegen und sich mit seiner Regierung beraten zu dürfen.
Smith willigte ein, erinnerte Castellano jedoch daran, daß er keinen weiteren Aufschub mehr gewähren könne. Die Allierten würden bis 1. September, 24 Uhr, warten. Bis dahin müsse klarsein, ob Italien die Bedingungen annehme oder ablehne.
Sofort nach seiner Landung in Rom begab sich Castellano in Badoglios Büro im Palais Viminale. Er berichtete. Außer dem Marschali waren noch Ambrosio, Guariglia und General Carboni anwesend. Castellano teilte mit, daß von. einer Landung nördlich Roms keine Rede sein könne, wohl aber von einer an einem nicht genannten Punkt südlich der Hauptstadt.
Der Waffenstillstand solle zur Zeit der Hauptlandung verlautbart werden. Bezüglich der Daten der Verschiedenen Landungen seien die Alliierten ziemlich zugeknöpft gewesen.
Badoglio sagte nichts. Ambrosio meinte, er sehe keine andere Lösung, als die Bedingungen anzunehmen. Carboni war anderer Meinung. Da die Alliierten nichts schriftlich niedergelegt hatten, führten sie, so argwöhnte er, einen großen Bluff im Schilde und mißtrauten den Italienern ganz offensichtlich. Obwohl er der Meinung war, daß Italien den Alliierten gegenüber loyal vorgehen müsse, bestand er auf besonderen Bedingungen: Castellano sollte nach Sizilien zurückgeschickt werden, um genau präzisierte Bedingungen beizubringen, über die hinaus Italien zu nichts verpflichtet sein sollte.
Nun teilte Castellano den Anwesenden mit, daß die Alliierten -- um die italienischen Streitkräfte bei der Verteidigung der Hauptstadt zu unterstützen -- zur Zeit der Hauptlandung in der Nähe Roms eine Luftlandedivision absetzen würden.
Hierauf wurde beschlossen, die Waffenstillstandsbedingungen grundsätzlich anzunehmen, jedoch unter der Sonderbedingung, daß die Alliierten den Italienern einige Tage Pause gewährten, damit sie Zeit gewinnen, ihre Truppen aufmarschieren zu lassen; der Waffenstillstand sollte dann etwa am 15. September bekanntgegeben werden.
In den späten Nachmittagsstunden erteilte endlich auch der König seine Zustimmung. Über einen Geheimsender erhielten die Alliierten am Abend des 1. September die Nachricht, daß die italienische Regierung die Bedingungen annehme und Castellano in den Morgenstunden des 2. September auf Sizilien landen werde.
Sie trafen sich wieder im Olivenhain. Castellano berichtete Smith und Strong, daß seine Regierung die Waffenstillstandsbedingungen grundsätzlich annehme, jedoch bitte, sie nicht vor dem 15. September verkünden zu müssen.
Smith zeigte keine Lust, lange zu verhandeln. Er fragte Castellano, ob er bereit sei, den Waffenstillstand an Ort und Stelle durch seine Unterschrift zu ratifizieren.
Castellano war bestürzt. Er beteuerte, keine Vollmachten zu haben, irgend etwas zu unterschreiben.
Smith sagte, er brauche eine Unterschrift, und zwar sofort.
Castellano wiederholte, daß er nichts unterschreiben könne, solange er von seiner Regierung keine Vollmachten dazu erhalte.
So wurde eine Meldung nach Rom gefunkt.
Dann suchte Smith Eisenhowers politische Berater Robert Murphy und Harold Macmillan auf in der Hoffnung, daß sie Castellano überreden könnten. Man
* Am 3. September 1943 im Alliiertenlager Cassabile auf Sizilien. Links: General Smith. Rechts, in Zivil: Castellano und Montanari. Dahinter General Strong.
kam überein, General Alexander solle Castellano unter Druck setzen, indem er ihm auseinandersetzte:
Sollte der Waffenstillstand an diesem Nachmittag nicht unterzeichnet werden, würde er seine gesamte Luftwaffe gegen Rom einsetzen.
General Alexander folgte dem Rat der politischen Mitarbeiter. Er legte volle Uniform an, mit allen Auszeichnungen, und glänzende Kavalleriestiefel. Dummerweise stand sein Zelt hinter dem der Italiener, und so mußte er, um zum Zelt Castellanos zu gelangen, in seiner schönen Uniform über eine staubige Steinmauer am Ende des Lagers klettern.
In der imposanten Begleitung mehrerer Offiziere erschien er dann sehr stilvoll in Castellanos Zelt, Castellano, der einfache Brigadegeneral, hatte einen blauen Anzug an.
Als Alexander zu sprechen begann, wurde Castellanos Begleiter Montanari blaß. Er übersetzte die Drohung Alexanders, daß Rom dem Erdboden gleichgemacht werden würde.
Alexander schlug mit dem Stock gegen seine Kavalleriestiefel und warnte die Italiener. Die Alliierten, so sagte er, könnten viel größere Verwüstungen anrichten als die Deutschen. Dann machte er auf den Absätzen kehrt und verließ das Zelt.
Den ganzen Tag gingen die Italiener nervös auf und ab. Aus Rom kam kein Wort. Endlich, um 16.30 Uhr des nächsten Tages, also am 3. September, traf eine kurze Mitteilung ein: Castellano wurde die Vollmacht erteilt, die Waffenstillstandsbedingungen im Namen der italienischen Regierung zu unterzeichnen.
In den späten Nachmittagsstunden suchte Eisenhower Castellano auf und teilte ihm mit, daß die Entscheidung der Italiener für Italien die einzig mögliche Lösung sei und daß die Alliierten diese Geste honorieren würden. Da er jedoch wußte, daß den Italienern ein Streich gespielt wurde, lehnte er es ab, dieses "krumme Übereinkommen" selbst zu unterzeichnen, er beauftragte damit den allzeit gehorsamen Bedell Smith. Eisenhower wußte -- und Castellano wußte es nicht -, daß auf höherer Ebene eine machiavellistische List vorbereitet worden war: die List mit den zwei Waffenstillstandsbedingungen. Dadurch, daß Castellano die eine Bedingung unterschrieb, war er an die zweite gebunden. Und den zweiten -- den langen -- Text der Bedingungen hatte man dem Italiener nicht gezeigt, bevor die erste Formulierung nicht unterschrieben war. Denn man hatte zu Recht befürchtet, daß die Italiener keine der beiden Waffenstillstandsbedingungen unterzeichnen würden, sollten sie sich erst mal vergegenwärtigt haben, worauf sie sich durch die Annahme der "bedingungslosen Kapitulation" eingelassen hatten.
Die Septembersonne warf lange Schatten über den Olivenhain. Als die Italiener sich dem Zelt näherten, in dem die Dokumente unterschrieben werden sollten, sahen sie zwei Zivilisten, die sich in Hemdsärmeln davonschlichen: Murphy und Macmillan.
Das Zelt war von einer einzigen Lampe beleuchtet. Castellano trug einen dunklen Zweireiher, Montanari einen zerknitterten Leinenanzug.
Castellano setzte seine Brille auf und las den ihm bereits bekannten Text durch. Dann nahm er seine Füllfeder und unterschrieb das Dokument im Namen der italienischen Regierung. General Smith, in einem Khaki-Anzug, den Hemdkragen offen, das Haar zerzaust, unterschrieb es im Namen der Alliierten.
Als den Italienern dann der zweite, der lange Text der Waffenstillstandsbedingungen überreicht wurde, durchflog Castellano die vielen geheimen Klauseln und war außerstande, ein Keuchen des Entsetzens zu unterdrücken.
Aber es gab kein Zurück mehr, die bedingungslose Kapitulation war unterschrieben. In einem Begleitschreiben wurde Castellano davon unterrichtet, daß die "langen" Bedingungen durch die Unterzeichnung der "kurzen" automatisch in Kraft getreten seien.
Am Ende dieser zweifelhaften Zeremonie wurde Whisky gereicht, aber kein Toast ausgebracht.
Am nächsten Tag wurde Castellano nach Tunesien geflogen und in einer Villa in der Nähe von Eisenhowers Hauptquartier bei Karthago untergebracht. Offenbar sollte er den Alliierten bei der Entwicklung der Invasionspläne gegen sein Land behilflich sein.
Sein Verhalten zeigte, wie sehr er vom Trick der Alliierten mit den zweifachen Bedingungen enttäuscht war. Jedes Mal, wenn er einem alliierten Offizier vorgestellt wurde, schlug er die Hacken zusammen und murmelte in seinem sizilianischen Dialekt:
"In dè natiche!" -- "Leck mich am Arsch!"
IM NÄCHSTEN HEFT
Der König bricht sein Wort -- Italienischer Geheimbefehl: "Aktionen gegen die Deutschen!" -- US-General Taylor auf Erkundung hinter den deutschen Linien -- Eisenhower verkündet den Waffenstillstand Die Deutschen marschieren auf Rom -- Der König flieht
Von Peter Tompkins

DER SPIEGEL 12/1967
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