10.04.2006

PSYCHOLOGIEGefühlte Dicke

Eine gestörte Körperwahrnehmung ist schuld, wenn gertenschlanke Frauen sich vor dem Spiegel drehen und missmutig nach Fettröllchen fahnden. Und Magersüchtige finden sich selbst dann noch zu dick, wenn kein Fitzelchen Speck mehr ihre Knochenkanten bedeckt. Dem anderen Extrem geht es offenbar genau umgekehrt, wie die Medizinerin Kimberly Truesdale von der University of North Carolina in Chapel Hill bei einer Biologentagung in San Francisco berichtete. Sie hatte Normalgebaute, Übergewichtige und Fettleibige befragt, wie sie sich selbst einordnen. Die ersten beiden Gruppen schätzten sich größtenteils realistisch ein. Die meisten Superdicken aber (satte 85 Prozent) erkannten nicht, dass sie die Grenzen der Moppeligkeit längst in Richtung Krankheit überschritten hatten. Die Selbsterkenntnis aber ist durchaus wichtig: Wer nicht wisse, dass er fettleibig ist, mahnt Truesdale, "hört wahrscheinlich auch nicht mit voller Aufmerksamkeit zu, wenn über die gesundheitlichen Konsequenzen geredet wird".

DER SPIEGEL 15/2006
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