24.04.2006

TV-Rückblick

Die Super Nanny
19. April, RTL
Erziehung ist Schwerstarbeit. Einer wie der 16-jährige Dominik aus dem pfälzischen Schifferstadt ist ein harter Brocken. Der Zuschauer sah, wie der gefährdete Jugendliche nur lacht, wenn er bei seinem rücksichtslosen Tun beobachtet wird. Er dröhnt zusammen mit seinen Freunden die elterliche Wohnung mit lauter Musik zu, herrscht seine hilflose Mutter wie eine Hausangestellte an und bewegt sich wie Rambo durch den öffentlichen Raum. Glaubhaft wirkte die Mischung aus Kindischsein und Dummdreistheit, mit der der Maurerlehrling sich über Regeln des Zusammenlebens hinwegsetzte. Die von RTL als Super Nanny eingesetzte Diplompädagogin Katharina Saalfrank guckte sich zunächst ziemlich gefasst die Rüpeleien des Knaben an, dann handelte sie. Mutter und Sohn mussten ihre Bedürfnisse niederschreiben und eine Art Friedensvertrag schließen. Schließlich wurde es ernst: Der widerborstige Dominik musste mit Saalfrank einen Jugendknast besuchen, mit Inhaftierten sprechen und sich in eine Zelle einsperren lassen. Die hohe Schule einer auf Einfühlung und Verständnis gebauten Erziehungsmaßnahme war das nicht. Dafür aber wirksam. So kleinlaut wie am Ende der Sendung hatte man Dominik zuvor nicht gesehen. Vielleicht hat Super Nannys Ausflug genützt.

DER SPIEGEL 17/2006
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