08.05.2006

HIRNFORSCHUNGKoffein macht friedlich

Ein oder zwei schöne Tassen Kaffee können dazu beitragen, dass verhärtete Meinungsfronten aufweichen und Argumente der Gegenseite mehr Gehör finden. Das haben australische Hirnforscher bei Tests mit Probanden herausgefunden, deren Einstellung zur freiwilligen Euthanasie und zur Abtreibung jeweils vor und nach einem entsprechenden Schuss Koffein abgefragt wurde. Offenbar bringt das richtige Quäntchen Droge den Neurotransmitterfluss im Gehirn so auf Trab, dass Kaffeetrinker aufmerksamer zuhören und Informationen besser verarbeiten können. Außerdem, so die Forscher von der Queensland University of Technology, lockere Koffein die Stimmung und mache es leichter, "Ja" zu sagen. Werbespots im Fernsehen hätten deshalb dann die größte Aussicht, Konsumenten zu ködern, wenn diese gerade vor einer Tasse Kaffee sitzen - beim Frühstück etwa. Allerdings kann sich der Effekt der Zustimmungsdroge auch ins Gegenteil verkehren: "Wer nach mehr als zwei Tassen auf die Werbebilder starrt, ist womöglich stärker auf das Aussehen der Person fixiert, die etwas anbietet, als auf das Produkt selbst", erklärt Neurowissenschaftler Blake McKimmie.

DER SPIEGEL 19/2006
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