03.06.2006

KLIMAErwärmung bedroht Ostsee-Robben

Für die Ostsee-Ringelrobbe könnte der Klimawandel den Garaus bedeuten, warnte ein internationales Forscherteam auf der Klimakonferenz des Baltic Sea Experiment (Baltex) in Göteborg. Denn die Erwärmung lässt das Eis auf der Ostsee immer früher im Jahr schmelzen. Da aber Ostsee-Ringelrobben, anders als andere Robben, ihre Jungen ausschließlich auf dem Eis aufziehen, sind sie darauf angewiesen, dass die Eisbedeckung im Winter mindestens zwei Monate anhält. Ein Forscherteam um Markus Meier vom Rossby Centre am Swedish Meteorological and Hydrological Institute in Norrköping hat deshalb anhand verschiedener Klimamodelle berechnet, wie die mittlere Eisbedeckung der Ostsee in den Jahren 2071 bis 2100 aussehen wird. Ergebnis: Große Teile des Bottnischen Meerbusens werden häufig nur noch drei bis sechs Wochen lang von Eis bedeckt sein - zu kurz für die Robbenaufzucht. "Was das für die Ringelrobben bedeutet, ist schwer abzuschätzen", sagt Meier, zumal Umweltverschmutzung und Jagd die Bestände ohnehin stark dezimiert haben: Lebten Anfang des 20. Jahrhunderts über 180 000 Ringelrobben in der Ostsee, waren es bei der letzten Schätzung vor zehn Jahren gerade noch 5500 Tiere.

DER SPIEGEL 23/2006
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Erwärmung bedroht Ostsee-Robben