12.06.2006

RAG-BÖRSENGANGKleinaktionäre wollen klagen

Auf dem Weg zum geplanten Börsengang des Mischkonzerns RAG muss Vorstandschef Werner Müller mit einem neuen Störfaktor rechnen. Auf der Hauptversammlung des Chemieunternehmens Degussa vor zwei Wochen wurde bekannt, dass die RAG als Mehrheitsaktionärin von unbekannten Eignern sechs Millionen Anteilsscheine für bis zu 46,40 Euro pro Stück gekauft hatte. Das verärgerte viele Kleinaktionäre, denen die RAG als Zwangsabfindung in einem sogenannten Squeeze-out-Verfahren nur 42,66 Euro zu zahlen bereit ist. Auf diese Weise will Müller die Degussa komplett übernehmen und dann zusammen mit dem Energie- und Immobilien-Teil der RAG - aber ohne die Bergbau-Sparte - an die Börse bringen. Rechtsanwalt Peter Dreier, der einen Teil der Kleinaktionäre vertritt, wirft der RAG "eine Verletzung der Treuepflicht" vor. Er will beim Landgericht Düsseldorf Anfechtungsklage einreichen, was die Zwangsabfindung um Monate hinauszögern könnte. Müller aber will schon in der ersten Hälfte 2007 den Börsengang einleiten. Ohnehin stößt er mit seinem Plan bei der Bundesregierung und in Nordrhein-Westfalen auf Skepsis. CDU-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers fürchtet, dass die öffentliche Hand auf einem Teil der Altlasten des Steinkohlenbergbaus sitzen bleibt.

DER SPIEGEL 24/2006
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


  • Parabel-Flug: Promi-Party in der Schwerelosigkeit
  • Slackline-Artistik: Messerscharfer Salto auf der Wäscheleine
  • Ungewöhnlicher Trip: Weltreise für 50 Euro
  • "Horrorhaus" in Kalifornien: "Meine Eltern haben mir das Leben genommen"