18.09.2006

RAGPoker um Anteile

Der Börsenplan von RAG-Chef Werner Müller hat einen empfindlichen Dämpfer erhalten. Arcelor-Vorstand Michel Wurth ist nicht bereit, die von dem Luxemburger Stahlkonzern gehaltenen RAG-Anteile zum symbolischen Preis von einem Euro abzugeben. Im Zuge der Übernahmeschlacht gegen Mittal Steel hat Arcelor sein etwa sieben Prozent umfassendes RAG-Paket neu bilanziert und mit rund 200 Millionen Euro bewertet. Deutlich unter diesem Preis sei Arcelor auf keinen Fall bereit, sich von der Beteiligung zu trennen, teilte Wurth vergangene Woche vor einer RAG-Aufsichtsratssitzung mit. Pech für Müller: Sollte sich Arcelor durchsetzen, können die anderen Großeigentümer (E.on, RWE, ThyssenKrupp) ihre Anteile am Kohlekonzern kaum noch zu dem von Müller geforderten symbolischen Preis abgeben. Besonders die in den USA gelistete E.on müsste mit massiven Schadensersatzklagen rechnen. Einen Kaufpreis von etwa 2,9 Milliarden Euro, der sich rechnerisch aus dem von Arcelor angesetzten Wert ergibt, könnte sich die RAG jedoch kaum leisten. Bereits seit Wochen versucht Müller deshalb, Arcelor zum Einlenken zu überreden. Doch die Fronten verhärten sich, berichten Beteiligte. Bislang sei Arcelor auf kein einziges der von Müller gemachten Angebote - etwa eine Kompensation in Form von Kohlelieferungen - eingegangen.

DER SPIEGEL 38/2006
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