09.10.2006

DOPINGHartes Bayern-Gesetz gestoppt

Der Rechtsausschuss des Bundesrats hat auf Antrag Schleswig-Holsteins vorerst das bayerische Anti-Doping-Gesetz gestoppt. "Zusätzliche Straftatbestände in diesem Bereich sind überflüssig", erklärt der schleswig-holsteinische Justizminister Uwe Döring (SPD) seine Aktion. Anders als seine bayerische Kollegin Beate Merk (CSU) will er weder den Besitz von Dopingmitteln in Zukunft ahnden noch einen neuen Straftatbestand des "Sportbetruges" einführen. Mit dem zweiten Punkt befindet sich der Justizminister auf einer Linie mit den Ländersportministern. Die meisten sprachen sich auf ihrer Herbstkonferenz vor zwei Wochen gegen die Einführung eines neuen Betrugsparagrafen aus. Nur die Bestrafung des Besitzes von Dopingmitteln können sich viele vorstellen. Bislang wird nur der Handel mit Arzneimitteln zu Dopingzwecken, deren Verschreibung oder Anwendung bei anderen strafrechtlich verfolgt. Seit dem Dopingskandal während der Tour de France im Sommer dieses Jahres, in den auch Jan Ullrich verwickelt war, diskutieren Politiker und Sportexperten über eine neue Strategie im Kampf gegen Doping. Bayern will seinen Entwurf in ein paar Wochen wieder auf die Tagesordnung setzen lassen.

DER SPIEGEL 41/2006
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