30.10.2006

30. Oktober 2006 Betr.: Biermann

Die SED-Führung nahm im November 1976 ein Konzert des Ost-Berliner Liedermachers Wolf Biermann in Köln zum Anlass, den ihr missliebigen damals 40-Jährigen kurzerhand auszubürgern. Der Protest vieler ostdeutscher Künstler wuchs zu einem kleinen Aufstand, aber er führte auch zu schweren Zerwürfnissen unter den Kulturschaffenden, wie SPIEGEL-Redakteurin Susanne Beyer, 37, jetzt bei der Rekonstruktion der Ereignisse herausfand. "Langjährige Freundschaften zerbrachen über der Frage, ob man ausreisen oder bleiben sollte", sagt Beyer. Etliche der Protestler mochten mit ihr darüber nicht sprechen, andere, wie der Schauspieler und spätere Weltstar Armin Mueller-Stahl, 75, gaben gern Auskunft. Einen stummen Zeugen jener Zeit hat Biermann in seinem Hamburger Haus neuer Nutzung zugeführt. Er zeigte Beyer die Holzkiste, in der DDR-Bedienstete ihm nach der Ausbürgerung eine Auswahl seines Hab und Guts zugestellt hatten. Sie dient heute als Couchtisch (Seite 198).

DER SPIEGEL 44/2006
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