30.12.2006

NAHER OSTEN„Schafe unter Wölfen“

Gewalt, Terror und der wachsende Einfluss der Islamisten bedrohen die orientalische Christenheit. In manchen Ländern kämpft die ungeliebte Minderheit bereits ums Überleben - oder sucht ihr Heil in der Flucht.
Um sieben Uhr früh am dritten Advent macht sich in Neu-Bagdad der Fahrer eines Kleinbusses auf den Weg, ein Schiit namens Ali. Ein paar Stunden vorher hat sein Handy geklingelt: Fünf Leute seien aufzusammeln und aus der Stadt zu bringen, eine größere Tour. Wer genau und wohin, das werde er von seinem ersten Fahrgast erfahren. Und kein Wort bitte. Kein Wort zu niemandem.
Der erste Fahrgast ist Raymon, 24, der ein paar Straßen weiter auf seinem Koffer sitzt. Er dirigiert Ali durch den trostlosen Osten der Stadt, wo es inzwischen ratsam ist, einen Schiiten als Fahrer zu haben: erst ins Karrada-Viertel, wo Amir und Faris zusteigen, dann nach Silach, wo Wassim und Karram warten. Um neun sind sie alle beisammen und verlassen Bagdad Richtung Nordosten. Die Fahrt geht 350 Kilometer hinauf nach Kurdistan, in den einzig sicheren Landstrich des Irak.
Die fünf jungen Männer in Alis rotem Kia sind die letzten Seminaristen des chaldäisch-katholischen Babil-Kollegs, die Bagdad den Rücken kehren. Vier Priester sind seit Mitte August entführt worden, zwei weitere wurden ermordet. Anfang Dezember hatte es auch Pater Sami erwischt, den Direktor des Seminars. Immerhin gelang es der Gemeinde, 75 000 Dollar aufzutreiben und ihn freizukaufen - doch nach Wochen des Zögerns entschied sich der chaldäische Patriarch Emmanuel III. jetzt für den Rückzug. Er ließ die vier katholischen Kirchen, das Hurmis-Kloster und das Kolleg im Stadtviertel Dura räumen, blieb selbst aber in Bagdad - als einsamer Hirte einer rapide schwindenden Gemeinde.
Es herrschten noch die Osmanen im Zweistromland, als die irakischen Katholiken ihr erstes Priesterseminar aufmachten. Vor 45 Jahren verlegten sie es von Mossul nach Bagdad, 1991 gründeten sie, unberührt von Saddam Husseins Gewaltherrschaft, in Dura das Babil-Kolleg für Philosophie und Theologie. Es sollte nur 15 Jahre dort bestehen, einen Wimpernschlag lang in der Geschichte des semitischen Volkes der Chaldäer. "Ich weiß nicht, wann und ob wir überhaupt wieder zurückgehen können", sagt Baschar Warda, dem Pater Sami jetzt die Leitung des Seminars übertrug.
Seit 2000 Jahren leben Christen in der arabischen Welt, sie waren da, bevor die
Muslime kamen. Die Krise, durch die sie heute gehen, ist nicht die erste und, gemessen an den Gemetzeln der Vergangenheit, auch nicht die größte der orientalischen Christenheit. Aber in manchen Ländern könnte sie die letzte sein. Sogar der Papst wandte sich zu Weihnachten an jene "kleine Herde" Gläubiger im Nahen und Mittleren Osten, die mit "wenig Licht und zu vielen Schatten" leben muss, und forderte mehr Rechte für sie ein.
Es gibt keine zuverlässigen Zahlen über die Größe der christlichen Minderheiten im Nahen Osten - zum Teil, weil gar keine Statistiken vorliegen, zum Teil, weil es politisch zu brisant wäre, welche anzufertigen. Im Libanon liegt die letzte Volkszählung 74 Jahre zurück. Saddam Hussein, als Sunnit selbst in der Minderheit, lehnte konfessionelle Zahlen grundsätzlich ab. Und in Ägypten variiert die Zahl der Christen zwischen fünf und zwölf Millionen - je nachdem, wen man dort fragt.
Man behilft sich mit Annäherungswerten in Prozenten: etwa 40 sind es im Libanon, weniger als 10 in Ägypten und Syrien, 2 bis 4 Prozent in Jordanien und im Irak, unter ein Prozent in den Staaten des Maghreb. Eindeutig aber ist die Tendenz, die von den großen politischen Einschnitten im Nahen Osten beeinflusst wird: In Ost-Jerusalem, das bis 1948, dem Jahr des ersten arabisch-israelischen Kriegs, noch zur Hälfte christlich war, leben heute weniger als fünf Prozent Christen. In Jordanien hat sich ihre Zahl vom Sechstagekrieg 1967 bis in die neunziger Jahre halbiert. Im Irak ist die Zahl der Christen nach dem Golfkrieg von 1991 von 750 000 auf 500 000 gefallen. Und von denen, schätzt Wassim, einer der geflohenen Seminaristen, ist seit der US-Invasion 2003 noch einmal die Hälfte ausgewandert, die meisten in den vergangenen sechs Monaten.
Die Demografie beschleunigt diese Entwicklung: Die Christen, häufig besser ausgebildet und wohlhabender als ihre muslimischen Nachbarn, bekommen weniger Kinder. Da die Welle der Emigration schon seit Jahrzehnten anhält, haben viele von ihnen Verwandte in Europa, Nordamerika oder Australien, die bei der Auswanderung helfen. Ihr guter Bildungsstand erhöht die Chancen, Visa zu bekommen. Es sind vor allem die Eliten, die gehen: Ärzte, Rechtsanwälte, Ingenieure.
Doch der jüngste Exodus hat einen tieferen Grund. Er hat mit dem Ende der säkularen Bewegungen und dem wachsenden Einfluss des politischen Islam im Nahen Osten zu tun.
Es war ein syrischer Christ, Michel Aflak, der 1940 die nationalistische Baath-Bewegung gegründet hat, bis 2003 ein Karrierevehikel irakischer und bis heute noch immer politische Heimat vieler syrischer Christen. Ägyptens Staatschef Gamal Abd al-Nasser scheute sich nicht, der Mutter Gottes zu huldigen, die nach der Niederlage von 1967 angeblich auf einem Kirchendach in einer Kairoer Vorstadt erschienen war. Und der 2004 verstorbene Palästinenserpräsident Jassir Arafat ließ es sich nicht nehmen, alljährlich beim Weihnachtsgottesdienst in der Geburtskirche zu Betlehem in der ersten Reihe zu sitzen.
Vorbei: Mit dem Chaldäer Tarik Asis, Saddams langjährigem Außenminister, und Hanan Aschrawi, Arafats Bildungsministerin, sind nicht nur die beiden letzten prominenten Christen von der politischen Bildfläche des Nahen Ostens verschwunden. Seit den Wahlerfolgen der Muslimbrüder in Ägypten und der Hamas in Palästina, dem Aufstieg der libanesischen Hisbollah und der blutigen Machtübernahme sunnitischer und schiitischer Milizen im Irak ist auch die Illusion dahin, christliche Politiker könnten noch eine bedeutsame Rolle in der arabischen Welt spielen.
Die mit Abstand größte christliche Minderheit im Orient sind die mindestens fünf Millionen ägyptischen Kopten, deren Stammvater der Evangelist Markus ist und deren Zeitrechnung im Jahr 284 beginnt, dem Höhepunkt der römischen Christenverfolgungen. Ihr geistliches Oberhaupt ist der 83-jährige Papst Schenuda III.
Seit Jahren klagen koptische Aktivisten wieder über Diskriminierung durch den ägyptischen Staat. Zwar komme es, anders als etwa in den siebziger Jahren, nur noch vereinzelt zu offener Gewalt zwischen Muslimen und Christen, sagt Jussuf Sidham, Chefredakteur der koptischen Wochenzeitung "Watani". "Dafür kämpfen
wir heute gegen das kranke Gedankengut der islamischen Fundamentalisten: Der Graben zwischen den liberalen und den fundamentalistischen Kräften wird immer tiefer."
2005 wählte Ägypten ein neues Parlament. Nur 2 der 444 Kandidaten der Staatspartei waren Kopten, nur ein einziger, der Finanzminister, sitzt im Kabinett. "Die Partei unterstützt dieses Denken", klagt Sidham. "Sie sagt, die Kandidaten würden aufgrund ihrer Religionszugehörigkeit gewählt. Kopten haben weniger Chancen. Wozu also Kopten aufstellen?"
Die Schikane hat Tradition. Als Napoleons Truppen im Jahre 1798 in das Nildelta vorstießen und Ägypten besetzten, stellten sie Merkwürdiges fest: Koptische Frauen mussten einen blauen und einen roten Schuh tragen, koptische Männer durften zwar zu Pferde reiten, allerdings nur verkehrt herum, mit dem Gesicht nach hinten. Die Kopten waren Subjekte "de troisième classe", wie die Franzosen feststellten, Menschen dritter Klasse. Mancher empfindet das heute noch so.
Immer wieder kommt es vor, dass Christen, die sich einen Personalausweis ausstellen lassen, ohne ihr Wissen als Muslime eingetragen werden. Ist der Vermerk erst einmal aktenkundig, kann es Dutzende Behördengänge kosten, ihn wieder umschreiben zu lassen.
Jahrzehntelang kam es zudem einer wahren Geduldsprobe gleich, den Bau einer neuen Kirche genehmigen zu lassen. Es galt ein Gesetz aus der Osmanenzeit, demzufolge es nicht weniger als der Zustimmung des Staatspräsidenten bedurfte, in einem bestehenden Gotteshaus auch nur das Taufbecken reparieren zu lassen. Erst vor einem Jahr schaffte Präsident Husni Mubarak das Gesetz ab.
Schwer haben es koptische Beamtinnen, die sich sträuben, ein Kopftuch zu tragen - oder koptische Männer, die in der falschen Firma landen. Ein 31-jähriger Angestellter einer großen amerikanischen Software-Firma sagt, er erlebe täglich, wie sein Chef gemobbt werde. Nicht, weil dieser ein schlechter Vorgesetzter sei, sondern einfach, weil er ein Kopte sei.
Am schwersten allerdings haben es ägyptische Muslime, die zum Christentum konvertieren, etwa hundert pro Jahr sollen es sein. Nachdem in Alexandria ein Theaterstück aufgeführt worden war, das von einem Kopten handelt, der seinen Übertritt zum Islam bereut, kam es im Oktober 2005 zu einem Gewaltausbruch. Mehrere muslimische Demonstranten kamen ums Leben, eine Kirche wurde beschädigt. Glaubensabfall ist in den Augen der meisten Muslime ein schweres Verbrechen. Für Christen dagegen, die zum Islam konvertieren wollen, hat die Regierung ein erleichtertes Verfahren eingeführt. Rund tausend Kopten pro Jahr machen davon Gebrauch.
"Der Herr sagt: Seht, ich sende euch wie Schafe mitten unter Wölfe", hat Franz von Assisi einst den christlichen Missionaren gepredigt, die unter die Sarazenen gehen wollten: "Beginnt weder Zank noch Streit." Nichts liegt Nasrallah Sfeir, 86, ferner, als über Missionierung zu predigen. Der Patriarch der Maroniten, der größten christlichen Gemeinde des Libanon, hat ein ganz anderes Problem: Ihm läuft seine Herde davon.
Sfeir scheut das brodelnde Beirut, er residiert in einem prächtigen Sandsteinbau im Zederngebirge, hier oben hat er im Sommer den Krieg gegen Israel überdauert - einen Krieg, dessen Folgen ihm zu denken geben. Sfeir ist nicht nur ein geistlicher Führer, er ist auch ein Politiker. Schwarze Limousinen parken vor seinem Anwesen; es sind vor allem reiche Christen, die den Patriarchen um religiösen und politischen Rat ersuchen.
Sie betreten einen langen Saal, der zu beiden Seiten von ornamentierten Holzbänken flankiert wird. Unter einem Porträt Johannes Paul II. sitzt der Maroniten-Chef, er blickt müde. Ein Berater flüstert ihm zu. Dann spricht der Greis, leise, aber deutlich und mit scharfen Worten. Er kritisiert Iran und Syrien, die den Libanon als Aufmarschgebiet und Schlachtfeld missbrauchten, und die Hisbollah, die mit iranischer Hilfe ein Staat im Staate geworden sei. Das, so Sfeir, könne man nicht akzeptieren. "Wir sind der kleinste und schwächste Staat der arabischen Welt!"
Melancholisch beschreibt der Kardinal die Folgen der politischen Wirren: dass vor allem die Christen des Libanon in immer größerer Zahl auswanderten. Mehr als 730 000 sollen es während des Bürgerkrieges von 1975 bis 1990 gewesen sein, über 100 000 waren es nach Angaben der maronitischen Kirchenführung diesen Sommer.
Auch die anderen christlichen Konfessionen, die griechisch-orthodoxe, die griechisch-katholische oder die armenische Gemeinde bluteten aus, und so schwinde der politische Einfluss der Christen im Libanon. "Es ist zwar unwahrscheinlich", sagt Sfeir, "aber wenn die Hisbollah eines Tages die Macht übernehmen sollte, werden die Christen bei uns in noch weit größerer Zahl auswandern."
Dann würde der Levantestaat, der seit jeher ein Rückzugsgebiet für Minderheiten war, eine seiner ältesten Glaubensgemeinschaften verlieren. Im neunten Jahrhundert flohen die Maroniten, die nach dem heiligen Maron, einem syrischen Mönch, benannt sind, vor muslimischer Verfolgung ins Libanongebirge, im zwölften Jahrhundert schlossen sie sich der römisch-katholischen Kirche an.
"Wir haben selbst die Kreuzzüge überstanden", sagt der Patriarch. "Der Krieg nun vertreibt die Menschen, sie verlieren die Hoffnung. Aber wir haben auch das Gegenteil erlebt: Zum ersten Mal seit vier Jahrhunderten gibt es im Libanon seit den vierziger Jahren wieder christliche Staatsoberhäupter - und unsere muslimischen Landsleute stimmen zu."
Was er anspricht, ist das fragile konfessionelle Proporzsystem des Libanon, demzufolge der Staatspräsident ein Christ, der Premier Sunnit und der Parlamentssprecher ein Schiit sein muss. Die Demografie hat dem Kompromiss aus dem Jahr 1943 längst seine Grundlage genommen. Sfeir spürt, dass sich auch die politischen Machtverhältnisse geändert haben - zuungunsten der Christen.
Als einen Lichtblick empfinden viele Christen derzeit Libanons Nachbarland Syrien. Das von den USA isolierte Regime in Damaskus hat seit dem Fall Bagdads Abertausende irakischer Flüchtlinge aufgenommen - und führt dem Westen vor, welch längst vergessene Meriten die überkonfessionelle Doktrin der arabisch-nationalistischen Baath-Partei hat: "Kein Mensch will hier wissen, ob wir Sunniten, Schiiten oder Christen sind", sagt der aus dem Irak geflohene Andenkenhändler Farid Awwad.
Seine zwölfjährige Tochter ist vor zwei Jahren bei einem Anschlag auf eine chaldäische Kirche in Bagdad ums Leben gekommen. "Niemand nimmt uns diesen Schmerz. Aber immerhin: Hier können wir leben, hier werden wir behandelt wie Brüder."
Überdurchschnittlich viele der syrischen Baath-Kader sind Christen, wenn auch in der Regel keine praktizierenden. Ihre Präsenz im Staatsdienst, auch in der Armee und im Geheimdienst, ist in der arabischen Welt beispiellos. Unter dem Motto "Das Vaterland ist für uns alle da, die Religion ist Sache Gottes" eröffnete Staatspräsident Baschar al-Assad kürzlich eine Konferenz der arabischen Rechtsanwaltskammer - ein in islamisch geprägten Ländern befremdlicher, ja unmöglicher Slogan.
In Saudi-Arabien etwa, das keine eigene christliche Minderheit hat, aber Zehntausende christlicher Gastarbeiter vom indischen Subkontinent und aus Afrika beschäftigt, sind christliche Gottesdienste bei schweren Strafen verboten. Bibeln und Kreuze werden regelmäßig beschlagnahmt, die Mutawaïn, wahhabitische Religionspolizisten, sprengen selbst private Messen.
Andere Golfstaaten sind liberaler, doch von einer Glaubensfreiheit im westlichen Sinn kann auch in Katar, Kuweit oder den Vereinigten Arabischen Emiraten keine Rede sein. Die islamistische Opposition in Damaskus, vor allem die verbotene Muslimbruderschaft, wirft den ungeliebten Christen denn auch vor, "Götzendiener eines gottlosen Regimes" zu sein.
Doch es gibt noch einen anderen Landstrich des Nahen Ostens, in dem die Christen vergleichbare Freiheiten wie in Syrien genießen: die nordirakische Autonomiezone der Kurden.
Einen ungewöhnlichen Vorschlag haben mehrere christliche Parteien vor kurzem im Regionalparlament der Kurdenhauptstadt Arbil eingebracht: Der Ostteil der irakischen Provinz Ninive, traditionelles Siedlungsgebiet der assyrischen Christen und heute zum Teil unter Kontrolle der kurdischen Peschmerga-Kämpfer, soll als christliche Autonomiezone etabliert werden. Die drei Minderheiten der chaldäischen, syrischen und assyrischen Christen, so der Antrag, sollen verfassungsrechtlichen Status erhalten - zuerst vom kurdischen Regionalparlament, danach von der Nationalversammlung in Bagdad.
Der Plan hat gute Aussichten auf Erfolg - und ist alles andere als christliche Folklore. In Bartalla, einer rasch anwachsenden Christensiedlung 20 Kilometer östlich der im Terror versunkenen Provinzhauptstadt Mossul, patrouillieren bereits Einheiten der etwa 750 Mann starken "Hamdanija-Brigade" - einer christlichen Miliz, die ihre Kirchen mit den gleichen Mitteln verteidigen will wie die sunnitischen und schiitischen Milizen im Zentralirak ihre Moscheen: Bärtige Männer mit Kalaschnikows um die Schulter stehen am Schlagbaum vor der syrisch-orthodoxen Marienkirche. Fotografieren verboten.
"Was bleibt uns anderes übrig?", fragt Ghanem Gorges, 43, der Bürgermeister des Chaldäerdorfs Karamlis, ein paar Kilometer südlich von Bartalla. Viermal in diesem Herbst sind Bewaffnete in das Dorf eingedrungen - Mudschahidin aus dem nahen Mossul vermutlich. Vor 14 Tagen haben sie Schakib Paulus verschleppt und ermordet, einen 25-jährigen Kranfahrer, dessen Leiche man ein paar Tage später an der Straße nach Arbil fand.
Auch wer den Gottesdienst in der St.-Peter-Kathedrale zu Arbil besuchen will, muss erst an einem Wächter mit einer Maschinenpistole vorbei. Auf dem mannshoch umzäunten Pfarrhof wurde zu Weihnachten eine riesige Halle eingeweiht - sie dient den geflohenen Studenten des Babil-Kollegs als Dormitorium.
Pfarrer Sisar hat beim diesjährigen Weihnachtsgottesdienst übrigens nicht, wie sonst in Arbil üblich, auf Aramäisch gepredigt, der alten Kirchensprache der nordirakischen Christen. Es war eine arabische Messe, denn die 400 Männer und Frauen, die zum Gottesdienst gekommen waren, stammen, wie der Pfarrer, alle aus Bagdad.
"Barakat Allah aleikum", hat er am Ende gesagt. "Der Segen des Herrn sei mit euch." AMIRA EL AHL, DANIEL STEINVORTH,
VOLKHARD WINDFUHR, BERNHARD ZAND
Von Amira El Ahl, Daniel Steinvorth, Volkhard Windfuhr und Bernhard Zand

DER SPIEGEL 1/2007
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