17.02.2007

ENERGIESupernetz für Windkraft

Ein Großprojekt des irischen Unternehmens Airtricity könnte den wohl größten Mangel der Windkraft beheben: ihre Unzuverlässigkeit. Die Ingenieure schlagen vor, ein Stromnetz zu installieren, das künftig die Offshore-Windparks entlang der gesamten europäischen Küste miteinander verbindet. Das "Supergrid" getaufte Netz soll sich von der Ostsee über die Nordsee und den Ärmelkanal bis in die Irische See und den Golf von Biskaya oder sogar bis ins Mittelmeer erstrecken. "Mit einem Netzwerk wie diesem können wir sicherstellen, dass wir immer genügend Wind haben", erläutert Airtricity-Manager Torben Andersen. Strom könne über das neue Netz dann immer dorthin verschickt werden, wo gerade Bedarf bestehe. So werde die Windkraft zu einer "verlässlichen und vorhersagbaren Energie". Airtricity rechnet bis 2017 mit einem Investitionsvolumen von 22,5 Milliarden Euro. Um das Projekt zu finanzieren, hofft das Unternehmen auf Mittel der europäischen Zentralbank. Als erster Knotenpunkt des Supernetzes soll ab 2010 in der südlichen Nordsee auf einer Fläche von 3000 Quadratkilometern eine gigantische Windfarm mit 2000 Windkraftanlagen entstehen. Das "10GW Foundation Project" könnte künftig acht Millionen Haushalte in Deutschland, Großbritannien und den Niederlanden mit Strom versorgen.

DER SPIEGEL 8/2007
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