26.02.2007

TOURISTIKAlltours legt sich mit TUI an

Der Touristikriese TUI droht zum Opfer der eigenen Marketingstrategie zu werden. Kürzlich hat der Marktführer seine Flugableger Hapag Fly und HLX zur neuen "TUIfly" fusioniert. Das Logo prangt nun auch auf den deutschen Fliegern des Konzerns - zum Ärger anderer Anbieter wie Alltours-Chef Willi Verhuven. Alltours konkurriert zwar mit TUI um Urlauber, hat aber einen Teil seiner Kunden bislang mit den Flugzeugen der TUI-Flotte in die Ferien geschickt, weil man nicht über eigene Maschinen verfügt. Verhuven ärgert, dass seine Gäste demnächst überall mit dem Logo der Konkurrenz behelligt werden. Deshalb droht er damit, im Sommer rund 200 000 vorbestellte Sitzplätze beim großen Konkurrenten zu stornieren und auf andere Anbieter wie Condor oder Air Berlin zu verlagern. In der Praxis dürfte so ein Boykott kaum durchzuhalten sein, denn auf einigen Strecken verkehrt außer TUIfly zurzeit kein anderer Charter- oder Billigflieger. Alltours-Gäste, die bereits einen Direktflug gebucht haben, müssten Umwege in Kauf nehmen. Dennoch könnte Verhuven das Pokerspiel gewinnen - indem er TUI als Gegenleistung für einen Storno-Verzicht günstigere Preise abtrotzt.

DER SPIEGEL 9/2007
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Alltours legt sich mit TUI an