07.04.2007

TERRORISMUSErmittlungen gegen Islamismus-Plattform

Die Bundesanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts der Unterstützung einer terroristischen Vereinigung gegen die Macher der deutschsprachigen Islamisten-Web-Seite "Globale Islamische Medien Front" (Gimf). Die Betreiber der Web-Seite hatten in der vergangenen Woche auch das zweite Video der im Irak entführten Deutschen und ihres Sohnes auf ihre Seite gestellt - kurz nachdem es auf einer arabischsprachigen Dschihadisten-Seite erschienen war. Anlass für das Verfahren ist ein Video, das Anfang März nach der Entführung der beiden Deutschen auf der Gimf-Seite aufgetaucht war. Darin drohte ein Sprecher Deutschland und Österreich, sollten diese ihre Truppen aus Afghanistan nicht abziehen. Für die Fahnder deuten sowohl der österreichische Akzent eines der Sprecher als auch die Detailkenntnis der Innenpolitik in beiden Ländern auf eine Herkunft im deutschsprachigen Raum hin. Dagegen gibt es bisher keine Hinweise, dass die Betreiber der Islamisten-Web-Seite direkte Kontakte zu den Entführern der beiden Deutschen im Irak unterhalten. Die Gimf-Macher veröffentlichen seit knapp einem Jahr Dschihad-Propaganda aller Art in deutscher Sprache und übersetzen Ansprachen von Terrorführern. Auch eine arabische Passage in dem jüngsten Entführervideo wurde am Dienstag in kürzester Zeit "durch die Abteilung Fremdsprachen" übersetzt und dem hiesigen Publikum zugänglich gemacht.

DER SPIEGEL 15/2007
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TERRORISMUS:
Ermittlungen gegen Islamismus-Plattform

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