07.04.2007

ARBEITSWELTSchneller langsam

Telefonhörer ans Ohr geklemmt, Hand an der Maus, Blick auf den Bildschirm - so sieht er aus, der gemeine Multitasker von heute. Er beantwortet E-Mails, Anrufe und SMS zur selben Zeit. Nur schneller ist er deshalb trotzdem nicht. Im Gegenteil. Das belegen Studien von amerikanischen Neurologen und Managementexperten. Multitasking überfordert das Gehirn: Je mehr Befehle es empfängt, desto langsamer schaltet es, erhöhte Fehlerquote inklusive. Eine von Neurowissenschaftlern der Vanderbilt Universität in Nashville veröffentlichte Untersuchung beschäftigt sich mit der Effizienz des Gehirns, wenn es mit zwei Aufgaben gleichzeitig beschäftigt ist. Hierzu lokalisierten die Forscher mit Hilfe von Magnetresonanz-Tomografien die verantwortliche Stelle im Gehirn. Anschließend baten sie die Probanden, gleichzeitig auf Töne und Bilder zu reagieren. Ergebnis: Deren Reaktionsfähigkeit verlangsamte sich im Vergleich zur einfachen Belastung um bis zu eine Sekunde. Eine Verzögerung, die gefährlich werden kann, etwa wenn man im Auto zum Handy greift. Management-Berater schätzen, dass der Wirtschaft durch überforderte Multitasker jährlich Milliardenverluste entstehen.

DER SPIEGEL 15/2007
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ARBEITSWELT:
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