07.04.2007

TV-Vorschau

Tatort: Engel der Nacht
Montag, 20.15 Uhr, ARD
Dieser Ostermontagskrimi mit der Bodensee-Kommissarin (Eva Mattes) hat Sinn für Atmosphäre und Gefühl (Buch: Susanne Schneider, Regie: Thomas Jahn). Die Ermittler suchen den Mörder eines Tierhandlungsbetreibers und müssen sich durch die verstreute Fauna des Getöteten aus herumflatternden Vögeln, aufgeregten Affen und durch die Gegend flanierenden Krokodilen und Spinnen zur Wahrheit durcharbeiten. Der kleine Sohn (Henry Stange) des Ermordeten weckt die Mutterinstinkte der Kommissarin.
Liebe süßsauer
Dienstag, 23.15 Uhr, BR
Zum ersten Mal ist dieser dänische Spielfilm (2005, Regie: Henrik Ruben Genz) im TV zu sehen, eine unaufgeregte und hochpräzise Studie über einen Mann (Bjarne Henriksen), der seine Gefühle nicht zeigen kann und trotzdem die Abgründe von Scheidung, Scheinehe, Fremdheit, Liebe und Tod überwindet.
Zum Papa nur am Wochenende
Mittwoch, 21.45 Uhr, ARD
Die kleinen Wochenendpendler, die Rita Knobel-Ulrich in ihrer ARDexclusiv Reportage begleitet, sind Kinder geschieden lebender Eltern. Sie sind mit dem Flieger, in der Bahn und im Auto auf dem Weg zu Mama oder Papa. Der sechsjährige Nikolai etwa jettet einmal im Monat von Hamburg nach Stuttgart, um seinen Vater zu besuchen. Liebevoll kümmert sich der Vater um den Kleinen, liest ihm Gutenachtgeschichten vor und löst mit ihm Schachprobleme. Der kleine Blonde mit dem treuen Hundeblick ist zwar selig, wenn er mit dem Papa den Zoo besucht oder Kuchen backen kann, doch dann kommt wieder seine Frage: "Warum können wir nicht wie früher alle zusammen leben? Können wir uns nicht alle wieder vertragen?" Mehr als drei Millionen Kinder leben bei alleinerziehenden Elternteilen. Ein einfühlsamer und realistischer Bericht.
Benedikt XVI. - Eine deutsche Geschichte
Mittwoch, 22.45 Uhr, ARD
Ingo Langners Film zum 80. Geburtstag des katholischen Kirchenoberhauptes ist von Respekt geprägt. Selbst eine Feministin wie Alice Schwarzer lässt manch gutes Haar am Papst und bescheinigt ihm intellektuelle Redlichkeit. Besonders gründlich tut sich Langner in Bayern um, in der Heimat Benedikts, und schildert Elternhaus, Altöttinger Marienverehrung und was noch diesen Philosophenpriester geprägt hat. Unübersehbar, aber nicht störend ist eine gewisse Wundergläubigkeit, die der Film kommentarlos ans Publikum weiterreicht. Eine Lerche sei bei Benedikts Priesterweihe 1951 aufgestiegen - ein Zeichen? Das Statement des Kölner Kardinals Joachim Meisner zeugt auch von der Präsenz eines Höheren. Voller Begeisterung schildert Meisner, wie sich Kardinal Joseph Ratzinger im Moment seiner Wahl zum Papst innerlich und äußerlich verwandelt habe.
Tatort: Das namenlose Mädchen
Sonntag, 20.15 Uhr, ARD
Maria Furtwängler als Niedersachsen-Kommissarin im finstersten Wald, den es gibt: dem der menschlichen Gefühle. Lohnend.

DER SPIEGEL 15/2007
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