07.04.2007

KOSOVOEskalation der Gewalt?

Die Provinz Kosovo muss weiterhin auf ihre Unabhängigkeit warten. Im Uno-Sicherheitsrat verhinderte Russland, die Schutzmacht Belgrads, eine Resolution über den künftigen Status des Kosovo. Bedenken gegenüber der Empfehlung von Uno-Vermittler Martti Ahtisaari, das Kosovo unter internationaler Aufsicht in die Unabhängigkeit zu entlassen, haben aber auch einige EU-Staaten. Das Aufschieben könnte allerdings schwerwiegende Folgen haben. Der ehemalige amerikanische Balkan-Vermittler Richard Holbrooke befürchtet nun eine Eskalation der Gewalt auf albanischer Seite, die in einem neuen Blutbad enden könnte. Albanische Politiker drohten bereits damit, die Unabhängigkeit des Kosovo einseitig auszurufen. Eine Anerkennung des Landes durch die USA - trotz fehlender Uno-Resolution - wäre dann nicht auszuschließen. Die Serben im überwiegend serbisch besiedelten Norden würden in diesem Fall vermutlich mit Loslösung reagieren und die von der Nato geführte Kfor-Friedenstruppe mit ihren rund 17 000 Soldaten in einen bewaffneten Konflikt verwickeln. Was würde dann aber aus den rund 80 000 Serben im Süden der Provinz? Pläne für eine Evakuierung serbischer Flüchtlinge liegen schon in den Schubladen der Hilfsorganisationen. Indes kündigte der österreichische Schriftsteller Peter Handke, der die Serben für die Opfer der Balkan-Kriege hält, eine Reise in den Kosovo über die Ostertage an.

DER SPIEGEL 15/2007
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KOSOVO:
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