07.04.2007

RADSPORTIst Doping Betrug?

Dem ehemaligen Radstar Jan Ullrich fällt es zunehmend schwerer, die Dopingverdächtigungen zu entkräften, seitdem er als Lügner gilt. Bei dem spanischen Mediziner Eufemiano Fuentes, dem mutmaßlichen Dopingarzt, den er angeblich gar nicht kennt, lagerten Blutkonserven, die nun per DNA-Vergleich zweifelsfrei Ullrich zugeordnet wurden. Sie wurden dort vermutlich zum Zwecke des Eigenblut-Dopings verwahrt, so der Verdacht. Ullrichs Hamburger Verteidiger Johann Schwenn zweifelt Ermittlungsergebnisse spanischer Behörden an, hält Manipulationen für möglich - und bringt eine neue Argumentation ins Spiel. Die Ermittlungen der Bonner Staatsanwaltschaft gehen nämlich auf die Anzeige einer Bielefelder Rechtsprofessorin zurück - wegen Betrugs zum Nachteil von Ullrichs früherem Rennstall T-Mobile. Wenn nun aber der Radsport so dopingverseucht sei, wie ihn die Anzeigenerstatterin beschrieben habe, fragt Schwenn, worin solle dann der Betrug bestanden haben? T-Mobile hätte dann "wissen müssen, ja sogar erwarten können, dass sein Fahrer mitdopt", meint der Anwalt. Das passt zu den Ausführungen Ullrichs, der immer nur davon sprach, "keinen betrogen" zu haben. Schwenns Argumentation sei "krude", sagt T-Mobile-Sprecher Christian Frommert: "Die Finanzbehörden wissen auch, dass betrogen wird, stellen deshalb aber nicht die Verfolgung von Steuerhinterziehung ein."

DER SPIEGEL 15/2007
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